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GrenzRoute 6: Vallis

· 6 Bewertungen · Themenweg · Eifel
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  • Wandern am Dreiländerpunkt
    / Wandern am Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Waldgebiet
    Foto: Andrea Borowski
  • / Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Infotafel Grenzrouten
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Gemeentehuis Vaals, vormals Tuchfabrik und Wohnhaus von Johan Arnold von Clermont
    Foto: Andrea Borowski
  • / Wandern am Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Waldweg im Malensbosch
    Foto: El Fa, Community
  • / De Kopermolen in Vaals, vormals evangelisch-lutherische Kirche (1737)
    Foto: Andrea Borowski
  • / Wandern am Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Lutherisch-Hervormde Kerk in Vaals mit Westwerk
    Foto: Andrea Borowski
  • / Älteste Sallkirche in den Niederlanden (in Oud Lemiers)
    Foto: Toto Skilatschi, Community
  • / Aussichtsturm Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Ausblick in Richtung Vaals
    Foto: El Fa, Community
  • / Wasserburg (Kasteel van Lemiers)
    Foto: Toto Skilatschi, Community
  • / Dreiländerpunkt
    Foto: Andrea Borowski
  • / Aussichtspunkt Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
  • / Infozentrum Dreiländerpunkt
    Foto: Dominik Ketz, StädteRegion Aachen
m 400 300 200 100 14 12 10 8 6 4 2 km Kasteel Bloemendal Dreiländerpunkt Catharina-Kapelle Lemiers Kleng Wach Waldgebiet Malenbosch Kasteel Lemiers

Die Route verläuft durch Vaals und das grüne Umland des Ortes und bietet einen spannungsreichen Landschaftswechsel.

mittel
15,6 km
4:30 h
317 hm
317 hm

Im Zentrum von Vaals, genauer am "von Clermontplein", startet die Wanderung mit einigen stadtgeschichtlichen Stationen. Am Startort befindet sich heute der Sitz der Gemeindeverwaltung von Vaals. In den barocken Gebäuden befand sich früher das Stadtpalais sowie die Fabrik des ehemaligen Textilfabrikanten Johann Arnold von Clermont, nach dem der Platz bis heute benannt ist.

 

Die Vaalser Kirchen zeugen von frühen grenzüberschreitenden Einflüssen im niederländisch-belgischen Grenzraum. In der Reformationszeit kamen viele protestantische Belgier nach Vaals. Den Protestanten in Belgien war die Ausübung ihrer Religion verboten. In Vaals dagegen siedelte sich eine ganze Reihe von Glaubensgemeinschaften an. Ein Saal im Gebäude „Verves” (von Clermontplein 34) diente von ca. 1600 bis 1800 als Kirche für Mennoniten. Auch das heutige Museum „Kopermolen“ war ursprünglich ein evangelisch-lutherisches Kirchhaus.

 

Kulturhistorisch bietet das Kleng Wach an der deutsch-niederländischen Grenze interessante Angebote. Das ehemalige Grenzhäuschen wurde zwischen 1880 und 1900 errichtet. Es diente bis zum Jahr 1972 als Zollübergang für Fußgänger, war aber während der Kriege meist geschlossen. Heute beherbergt es das kleinste und höchst gelegene Museum der Niederlande, welches sich vor allem mit der Geschichte der Schmuggler beschäftigt. Vor der Westseite befindet sich ein aus Blaustein gefertigter Adlerstein.

 

Hinter dem Kleng Wach überquert die Route die Grenze und folgt dem Naturerlebnispfad entlang des Inneren Landgrabens, um schließlich auf steilem Weg den Vaalser Berg zu erklimmen. Oben angekommen findet sich ein weiterer Adlerstein und man trifft auf den Äußeren Landgraben, der bis zum Dreiländerpunkt gut erhalten ist.

 

Bei Letztgenanntem laufen die Grenzen der Niederlande, Belgiens und Deutschlands in einem Punkt zusammen. Mit etwa 800.000 Besuchern jährlich ist der Ort zu einer Attraktion für Touristen geworden. Gleichzeitig mit 322,5 Metern über Meereshöhe der höchste Punkt der Niederlande, steht der Dreiländerpunkt auch für die historisch gewachsenen Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen den Bewohnern der Dreiländerregion.

 

Die Route orientiert sich ab dem Dreiländerpunkt zunächst an der belgisch-niederländischen Grenze. Auf dem Schimperbosch finden sich Reste eines im ersten Weltkrieg von deutschen Soldaten errichteten Elektrozauns. Ziel war es, das eroberte Belgien von den neutralen Niederlanden zu trennen. Im deutschen Generalgouvernement in Brüssel hoffte man, so die Flucht von Soldaten sowie die Schmuggel- und Spionagetätigkeit entscheidend eindämmen zu können. Er forderte vor allem unter der ahnungslosen Zivilbevölkerung etliche Todesopfer, für die in der Nähe von Sippenaeken 1962 ein Gedenkstein errichtet wurde.

 

Im weiteren Verlauf führt die Grenzroute durch das Malensbosch, dem größten, zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande bis zum Kasteel Lemiers. Seit dem 12. Jahrhundert befindet sich dieser Edelsitz, dessen Ländereien sich über deutsches und niederländisches Gebiet erstrecken, unmittelbar an der heutigen deutsch-niederländischen Grenze. Von der ursprünglichen Wasserburg stammen Keller und einzelne Fundamente. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts baute man die Anlage in Form eines Herrenhauses mit Vorburg im Stil der Spätrenaissance wieder auf. Eine doppelte steinerne Bogenbrücke führt über den Wassergraben zu einem Tor, das von zwei vasengekrönten Pfeilern eingefasst ist, und weiter in den von mächtigen, alten Bäumen bestandenen Garten. Heute ist das Kasteel in Privatbesitz.

 

Unweit des Kasteel Lemiers trifft die Route auf die Catharina-Kappelle Lemiers. Die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammende Kapelle in Oud-Lemiers gehört zu den ältesten Bauwerken ihrer Art in den Niederlanden. Erbaut wurde sie mit Materialien aus dem Umland, darunter Sandstein. Die Kapelle hat die Form einer kleinen rechteckigen Saalkirche mit schmalerem, rechtwinkligen Chor. Sie ist das einzig erhaltene Beispiel einer vorromanischen Kirchenform in der Provinz Limburg. 1978 hat der niederländische Künstler Hans Truijen (1928-2005) den Innenraum als Gesamtkunstwerk mit religiösen Motiven im COBRA-Stil gestaltet.

 

An der Kapelle steht ein Adlerstein des Aachener Reiches, den die findigen Niederländisch-Lemierser in den 1940er Jahren angespült im Senserbach gefunden hatten und ihn auf ihre Seite der Landesgrenze „retteten“.  Durch Acker- und Wiesenlandschaften geht es von Lemiers zurück nach Vaals, vorbei am Kasteel Bloemendaal: Dieses prächtige frühklassizistische Bauwerk hat Johann Arnold von Clermont in seinen letzten Lebensjahren errichtet.

Autorentipp

Genießen Sie die atemberaubende Aussicht über das Dreiländerregion von einem der beiden  Aussichtstürme am Dreiländerpunkt.

Profilbild von Michael Lock
Autor
Michael Lock 
Aktualisierung: 05.10.2017
Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
321 m
Tiefster Punkt
143 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Bleiben Sie bitte auf den ausgewiesenen Wegen.

Weitere Infos und Links

Informationen zu dieser und weiteren Grenzrouten finden sie hier: http://www.grenzrouten.eu

Eine Übersichtskarte zur Grenzroute finden sie hier

Start

Vaals, Von Clermontplein (198 m)
Koordinaten:
DG
50.770752, 6.019720
GMS
50°46'14.7"N 6°01'11.0"E
UTM
32U 289864 5628567
w3w 
///richtung.schnell.wölbung

Ziel

Vaals, Von Clermontplein

Wegbeschreibung

Der Streckenverlauf beinhaltet leichte und mittlelschwere Auf- und Abstiege. Die Wegstrecke ist in beide Richtungen markiert (den Grenzroutenzeichen folgen). Neben asphaltierten Passagen führt die Route über naturbelassene Wege und Pfade.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Die dem Startpunkt am nächsten gelegene Haltestelle „Vaals Busstation" wird von den   Linien 25, 33, 43, 50 und 61 angefahren. Ihre persönliche Verbindungsauskunft mit Tarifinformation für die Anreise mit dem ÖPNV erhalten Sie unter: www.avv.de

Um von der Haltestelle zum Startpunkt der Tour zu gelangen, überqueren Sie die Hauptstraße  und biegen Sie dann in die Kooperstraat ein (an der Straßenecke befindet sich eine Apotheke). Nach etwa 150m rechts in die Bergstraat einbiegen. Diese führt direkt zum Platz "von Clermontplein", dem Startpunkt der Wanderung.

Anfahrt

Nutzen Sie für die individuelle Planung Ihrer Anreise mit dem PKW unseren Anfahrtsplaner und geben Sie als Zielort "Vaals, Von Clermontplein" ein.

 

Parken

Parkplätze sind in begrenzter Anzahl an Vaals Busstation vorhanden.

Koordinaten

DG
50.770752, 6.019720
GMS
50°46'14.7"N 6°01'11.0"E
UTM
32U 289864 5628567
w3w 
///richtung.schnell.wölbung
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Eine wesentliche Hilfe zum Wandern und Selber-Entdecken ist die GrenzRouten-Broschüre (Auflage 2009), in der die Geschichte der gemeinsamen Grenzen erzählt wird, die im Gelände noch mit zahlreichen historischen Relikten lebendig ist. Eine herausnehmbare Wanderkarte des Gebietes mit sieben Routenvorschlägen gehört dazu. Die Broschüre ist in Deutsch oder Niederländisch zu einer Schutzgebühr von 2 Euro in den lokalen Touristenbüros und einigen Buchhandlungen erhältlich.

Ausrüstung

Mit wasserdichten Wanderschuhen, dem Wetter angepasste Kleidung, genügend Wasser und ein wenig Verpflegung sind Sie bestens ausgerüstet für die Tour.


Fragen & Antworten

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Bewertungen

4,0
(6)
Caro
04.05.2020 · Community
Schöne, abwechslungsreiche Strecke!
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Foto: Caro, Community
Foto: Caro, Community
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Claudia HC 
31.12.2019 · Community
Gestern bei schönstem Winterwetter. Eine schöne Strecke. Es gab historische Gebäude zu bewundern, schöne Wege im Wald und am Waldrand mit weitem Blick, Felder und Bäche.
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erik Simons
01.11.2018 · Community
Schöne Rundtour mit tollen Aussichten und einer wunderbaren Einkehrmöglichkeit
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Gemacht am 01.11.2018
Foto: erik Simons, Community
Foto: erik Simons, Community
Foto: erik Simons, Community
Foto: erik Simons, Community
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Fotos von anderen

+ 8

Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
15,6 km
Dauer
4:30h
Aufstieg
317 hm
Abstieg
317 hm
Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch

Statistik

  • 2D 3D
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