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Wallfahrtskirche

Wallfahrtskirche Maria Gern

Wallfahrtskirche · Berchtesgadener Land
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  • <![CDATA[Die Wallfahrtskirche Maria Gern mit dem Watzmann]]>
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Maria Gern: Kirche mit Watzmann-Blick

Die Wallfahrtskirche Maria Gern liegt im gleichnamigen Hochtal nördlich von Berchtesgaden auf ca. 700 Meter Höhe. Der südlich gelegene Turm und die Sakristei im Norden erheben sich über einem quadratischen Grundriss und umklammern den dazwischen liegenden ovalen Zentralbau, dessen zeltartige Dachform als ein Zeichen der Nicht-Sesshaftigkeit in der irdischen Welt gedeutet werden könnte. Ihren Höhepunkt erreicht die Wallfahrt nach Maria Gern im 18. Jahrhundert.



Geschichte der Wallfahrtskirche Maria Gern

Das erste Gnadenbild, die thronende Muttergottes als Himmelskönigin mit dem Jesuskind, fand bereits um 1600 seine Verehrung und stand geschützt in einem Bildstock, an der Stelle der heutigen Angererkapelle, am Fußweg zur Wallfahrtskirche. Ein Votivbild aus dem Jahre 1626 zeigt dieses volksfrömmige Kleindenkmal mit dem nahegelegenen Frauenbründl. Aufgestellt in einer kleinen Holzkapelle an der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche, nahmen die Pilgerströme immer mehr zu. Infolgedessen wurde die Kapelle durch einen größeren Bau aus Stein ersetzt, woraus 1708 die heutige Kirche Maria Gern entstand. Die barocke Kirche Maria Gern findet ihren stärksten Ausdruck in der Architektur. Schwingende, konkave und konvexe Formen, Kuppeln, Säulengruppen, Giebel und Fensterbekrönungen mit reichem ornamentalem Schmuck rufen im Betrachter den Eindruck von Kraft und Bewegung hervor und bewirken eine Steigerung aller Wirkungen. Dabei ordnen sich die Einzelformen dem Gesamtkunstwerk unter, Lichteffekte werden genutzt, und auch Malerei, Skulptur und Plastik sind in den architektonischen Rahmen einbezogen.

 

Für den barocken Kirchenbau ist unter anderem die symbolisch mystifizierende Lichtführung charakteristisch. Die damit angestrebte Wirkung ist eng mit dem Wunsch der Gegenreformation verbunden, die Menschen auch durch bauliche Beeindruckung von der Herrlichkeit Gottes und der katholischen Kirche zu überzeugen. Das Gotteshaus entstand nämlich in einer Zeit, die stark durch dreißigjährigen Krieg, Armut, Hunger und Pest geprägt war. So wandten sich viele Menschen sich vom Glauben ab. Als Reaktion darauf wollten die Kirchenerbauer die Gläubigen durch Glanz und Prunk beeindrucken. Der Kreuzestod Jesu und der damit verbundene Schmerz und Pein wird auf das Leben der Menschen, der Unterdrückung durch die ständische Ordnung und sozialpolitischen Verhältnisse übertragen. Im linken Seitenaltar, dem Kreuzaltar, wird dieses Motiv durch die Passion und die Kreuzigung, dem Gläubigen vergegenwärtigt. Die Idee des Barock ist das Gesamtkunstwerk, das die Einzelkünste Architektur, Malerei, Skulptur und Ornament bewusst in Beziehung zueinander bringt. So ist die Kirchendecke überzogen von Ornamenten und Bauschmuck in den unterschiedlichsten Ausformungen. Zur Gesamtwirkung des Kirchenraums tragen zahlreiche, symmetrisch angeordnete Formen bei: knorpelartige ineinander übergehende Verdickungen (Knorpelwerk), ohrförmige Dekorationsformen (Ohrmuschelwerk) und fein geschwungene Bänder aus Stuck (Bandelwerk). Ein Verwirrspiel aus Pflanzenelementen, Blüten, Gefäßen, Bändern und Fabelwesen sowie eine  Heerschar von 50 Putti überziehen die Decke.

 

In 24 Bildfeldern, den sogenannten Kartuschen, finden sich Darstellungen aus dem Marienzyklus, beginnend im Osten über dem Hochaltar mit der Erschaffung der Welt durch die heilige Dreifaltigkeit und endend im Westen mit der Marienkrönung. Stuckateur und Freskant haben hier meisterlich zusammengearbeitet. Die Ochsenaugenfenster am Dachansatz nehmen die elliptische Form des Grundrisses auf und tragen dazu bei, den Bauauftrag des Barock, den Himmel in die Kirche zu holen, zu erfüllen.



Der Erzengel Gabriel

Der Erzengel Gabriel verkündet Maria die Empfängnis Jesus Christus (Lk 1,39 ff), worauf sie, diese Nachricht, mit großer Freude, ihrer Base Elisabet überbringt. Die Begegnung der beiden Frauen wird als Heimsuchung oder Visitatio Mariae bezeichnet. Das Fest Mariä Heimsuchung wird am 2. Juli gefeiert. Heute befindet sich am Hochaltar das 1666 gestiftete Gnadenbild, das eine Maria-Hilf-Darstellung ist. Außerhalb der Fasten- und Adventzeit wird es wechselnd mit einem der 23 aufwendig ausgeführten Roben aus Seidendamast bekleidet. Das Maria-Hilf-Motiv ist eine Darstellungsform von Maria mit dem Kind, bei der sich das Jesuskind zärtlich an das Gesicht der Mutter schmiegt.

Spiritueller Impuls

Exodus 26,1-14: Der im Himmelszelt Thronende lässt sich auf der Erde eine Wohnstätte aus Zeltdecken anfertigen.

Gott trug Mose auf, ihm ein Zelt als Heiligtum zu erbauen. Inspiriert davon wurde die Kirche in Maria Gern in der Form eines Zeltes gestaltet, als Pilgerstätte für alle, die auf dem Weg sind zu Gott, um ihn anzubeten. Nehmen Sie sich nun die Zeit, um nachzudenken, um Gott zu bitten und ihm zu danken.

Wussten Sie?

Unter der Orgelempore ist ganzjährig eine Barockgruppe aus dem Jahr 1740 ausgestellt. Die Figuren mit ihren prächtigen Brokatgewändern und ihren feinen Wachsgesichtern sind die Protagonisten in folgenden Szenen der Weihnachtsgeschichte: Die Herbergssuche, Anbetung der Könige und der Tempelgang Mariens

Gasthof Maria Gern

Bereits 1691 ist in Maria Gern eine Herberge und ein reger Devotionalienhandel nachgewiesen. Devotionalien wie Rosenkränze, Kerzen, Kreuze und Andachtsbilder dienten der Andacht und sollten die Frömmigkeit fördern.An Stelle der einfachen Pilgerherberge aus dem 17. Jahrhundert steht heute neben der Kirche der Gasthof Maria Gern. In dessen schattigen Wirtsgarten vor prächtiger Bergkulisse oder in der Gaststube werden den Besuchern, Pilgern und Urlaubern bayerische Schmankerl serviert.

Öffnungszeiten

Ganzjährig geöffnet.

Preise:

Eintritt frei.

Anfahrt

Begrenzte Parkplätze im Umfeld der Kirche.

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Touren hierhin

Typ
Name
Strecke
Dauer
Aufstieg
Abstieg
8,2 km
3:00 h
335 hm
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3:00 h
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433 hm
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Kirchplatz Gern 1 
83471 Berchtesgaden
Telefon +49-8652-9468-0

Eigenschaften

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