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Wanderung

Zeitreise in die Schieferregion Kaulenbachtal

Wanderung · Eifel
outdooractive.com User
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Hans-Eberhard Peters 
  • Blick auf Müllenbach, Start und Ziel der Wanderung
    / Blick auf Müllenbach, Start und Ziel der Wanderung
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Mächtige Schieferhalden, Zeugnisse einer vergangenen Zeit
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Blick vom Aussichtspunkt „Maria Schacht“ auf die Herrenwiese unten im Tal, dem ehemaligen Standort des bekannten „Müllenbacher Dachschieferwerks“; die Kinder suchen nach Katzengold und Fossilien
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Die Jugendgruppe mit Eltern vor dem Kulturzentrum Müllenbach; hier sahen die Kinder eine Dokumentation zum Thema Schieferabbau
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Die Kinder erfahren, dass auf solchen Leiterwagen der Schiefer aus der Eifel zum Weitertransport nach Klotten / Mosel gebracht wurde.
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  • / Die Leiterwagen waren voll beladen
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Mühselig war der Transport über die Felsen
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Spurrillen im Fels
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Auf der Herrenwiese Nachbau eines Spalthauses; rechts der Bremsberg, der hinauf nach Leienkaul führt. Auf ihm wurde mittels einer Seilwinde fertiger Dachschiefer auf Loren zur Bergstation gezogen.
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Eine originale Transportlore
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Schatzsucher …
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / … bei der Arbeit.
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Glücklich! Ist das wohl Katzengold?
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Im Julius-Stollen gibt es etwas ganz Besonderes zu sehen
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Man braucht eine Taschenlampe, …
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / … um in den Stollen hineinleuchten zu können: der Schatz des Kaulenmännleins
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Vor dem Stollen erinnert eine Skulptur an das Kaulenmännlein und seine Geschichte: „Ein armer Schiefergräber aus Müllenbach freite ein schönes aber gleich ihm unbegütertes Dorfmädchen. Das junge Paar war sich in herzlicher Liebe zugetan und wünschte bald ein trautes Heim zu gründen, so es die dazu nötigen Taler zusammengespart haben würde. Das dieser Zeitpunkt bei dem kargen Verdienst des Bräutigams noch in weiter Ferne lag, betrübte und bekümmerte die Liebenden sehr. Als der junge Bergmann einst in den Stollen des Endert – und Kaulenbachtales tief unter der Erde Schiefersteine grub und in der Halbschichtpause traurig seinen trockenen Brotknausen knabberte, schlüpfte aus dem toten Nachbarstollen ein winziges Männlein. Es nahm den erstaunten Burschen bei der Hand, führte ihn durch die dunklen Gänge und dann über eine steile Strickleiter tief ins innere einer riesigen Felsenhöhle. Dort lagen hochgeschichtet gleißende Gold – und Silberschätze. Davon durfte der überraschte Bräutigam sich die Taschen vollstopfen, mußte aber dem „Kaulenmännlein“ versprechen, strengstes Stillschweigen zu wahren, was der Beglückte freudig tat. Die glanzvolle Hochzeit des jungen Schiefergräbers machte seinen plötzlichen Reichtum überall kund. Was Wunder, wenn Neider ihm das Geheimnis der Herkunft mit List zu entlocken versuchten. Aber eingedenk seines Versprechens ließ er nichts von jenem wundersamen Erlebnis im dunklen Berginnern verlauten. Schließlich löste ihm doch ein von den Neugierigen gespendetes Fässchen Rebensaft die Zunge und verriet im Weinrausch seine Begegnung mit dem Stollenmännchen. Noch am selben Tag begleitete man den Glücksburschen in die Schatzgrube. Er sollte neue Reichtümer aus der Berghöhle fördern. Zagend wagte der Treulose wieder den Abstieg über die Strickleiter, unterdes seine Mithelfer droben in der Hauptstrecke am Förderschacht warteten. Aber sie harrten vergebens. Als sie schließlich nach dem Verbleib des Vermißten forschten, konnten sie im zerfallenen Stollengang nur noch dessen Leiche bergen. Von den beschriebenen Schätzen fanden sie keine Spur. Das Stollenmännchen hatte sich an dem wortbrüchigen Bergmann gerächt und ihn erwürgt. Seitdem ist der Berggeist keinem der Müllenbacher und Leienkauler Schiefergräber in den tiefen Gängen und Stollen der Endertberge mehr begegnet.“ (Quelle: Erzählung nach Alfred Lehnen "Sagenborn der Heimat", Heft 1 / 1955)
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Auch hier gilt: Einstieg in den Stollen verboten, fotografieren erlaubt
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / Zum Abschluss ein herrlicher Ausblick über die Schieferregion Kaulenbachtal …
    Foto: Ursula Peters, Community
  • / … mit Blick auf Müllenbach.
    Foto: Ursula Peters, Community
150 300 450 600 750 m km 1 2 3 4 5 6

Hart war das Leben der Schieferbrecher, entbehrungsreich und kurz. Nachweislich ließen etwa 50 Schieferbrecher ihr Leben in den Schieferstollen des Kaulenbachtales. Starben die Männer nicht durch einen Bergunfall, raffte die harte Arbeit die meisten im Alter von 45 bis 50 Jahren dahin: Lasten von bis zu 150 Kg beugten ihre Rücken, Schieferstaub verklebte ihre Lungen, karges Essen gab wenig Kraft.

Die kinderreichen Familien lebten mit bis zu 15 Personen unter einem Dach, unten im Haus die Küche mit Feuerstelle und Waschplatz, oben die Schlafgelegenheiten. Es wird berichtet, dass sich manchmal drei oder gar vier Kinder ein Bett teilen mussten, das jüngste lag dann quer am Fußende.

Die Schieferregion Kaulenbachtal bei Müllenbach / Landkreis Cochem-Zell) war einst das größte Schieferabbaugebiet westlich des Rheins. Von 1695 bis 1959 wurde hier der qualitativ beste Dachschiefer des linksrheinischen Schiefergebirges gefördert. Nach einem schwerwiegenden Wassereinbruch in der Grube Maria-Schacht wurde der Schieferabbau schließlich eingestellt. 

Hierhin, zu den alten Schiefergruben und den Stolleneingängen des Kaulenbachtals und zur höchsten Schieferhalde Deutschlands, führte eine Zeitreise der Jugendabteilung des Eifelvereins Rheinbach. Ein Wanderführer des dortigen Schiefervereins hat die Jugendgruppe und ihre Eltern sachkundig geführt: Vom mühseligen Leben der Schieferbrecher hat er berichtet und davon, dass ihre Kinder im Winter die Kohle mitbringen mussten, damit das Klassenzimmer beheizt werden konnte. Unsere Jugendgruppe durfte in einen Stollen gehen, sogar den Goldschatz des Kaulenmännleins hat er ihnen gezeigt (dazu beim Bild mehr). An den kleinen Halden konnten die Kinder selbst Hand anlegen und im Schiefer nach Fossilien und Katzengold suchen.

Weitere Informationen zum Schiefergrubenwanderweg gibt es auf der Homepage des Schiefervereins: www.schieferverein.de. Dort finden Sie auch einen Hinweis, an wen Sie sich bei Interesse an einer geführten Wanderung wenden können.

mittel
6,5 km
1:58 h
195 hm
196 hm

Autorentipp

Weitere Informationen zum Schiefergrubenwanderweg gibt es auf der Homepage des Schiefervereins: www.schieferverein.de. Dort finden Sie auch einen Hinweis, an wen Sie sich bei Interesse an einer geführten Wanderung wenden können.

Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
492 m
Tiefster Punkt
363 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Müllenbach (491 m)
Koordinaten:
Geographisch
50.221295, 7.063576
UTM
32U 361864 5565030

Ziel

Müllenbach

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Wanderkarte "Ferienland Cochem" (Herausgeber: Eifelverein)


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Schwierigkeit
mittel
Strecke
6,5 km
Dauer
1:58 h
Aufstieg
195 hm
Abstieg
196 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Etappentour aussichtsreich familienfreundlich kulturell / historisch geologische Highlights

Statistik

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Höchster Punkt
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