Teilen
Merken
Drucken
GPX
KML
Tour hierher planen
Einbetten
Fitness
Radfahren

GA Radtour 2018 - Der Hexenrichter von Burg Gudenau - Die Wasserburgenroute

Radfahren
Verantwortlich für diesen Inhalt
General-Anzeiger Bonn
  • Der Bahnhof Kottenforst.
    / Der Bahnhof Kottenforst.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Burg Gudenau.
    / Burg Gudenau.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Burg Gudenau.
    / Burg Gudenau.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Burg Gudenau.
    / Burg Gudenau.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Burg Morenhoven. Foto: Effern
    / Burg Morenhoven. Foto: Effern
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Maar im Kottenforst.
    / Maar im Kottenforst.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Skulptur von Johann Schall von Bell.
    / Skulptur von Johann Schall von Bell.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
  • Schloss Miel.
    / Schloss Miel.
    Foto: Effern, General-Anzeiger Bonn
Karte / GA Radtour 2018 - Der Hexenrichter von Burg Gudenau - Die Wasserburgenroute
0 150 300 450 m km 5 10 15 20 25 30 35
Wetter

Die 37 Kilometer lange Etappe 1a der Wasserburgen-Route führt von Bad Godesberg über den Kottenforst in Richtung Euskirchen. Der Ausflügler radelt durch Feld und Flur und durch verschlafene Dörfer wie Wachtberg-Pech und Meckenheim-Lüftelberg. Zum Schluss gelangt er nach Euskirchen-Kuchenheim. Wer noch nicht „burgenmüde“ ist und etwas Zeit übrig hat, kann einen Abstecher zur Wasserburg Kleeburg in Euskirchen-Weidesheim machen. Seit 1999 residiert die Firma Daniels & Korff in den Hofgebäuden.
43,4 km
3:04 h
246 hm
83 hm
chlösser und Burgen üben ihre Faszination auf Historienfans und Romantiker aus. Türme, geschweifte Hauben und Zinnen lenken die Gedanken in die Vergangenheit zu den Menschen, die dort gelebt und geliebt, gelitten und gestritten haben. Um sich in die einstige Welt des Adels und des einfachen Volkes zurückzuversetzen, müssen Burgenfans in der Region Bonn/Rhein-Sieg nicht lange suchen: Erstaunlich gut erhaltene historische Bauten liegen beinahe wie an einer Perlenschnur aufgereiht vor der Haustür. Die Devise lautet, mit dem Fahrrad oder bequemer mit dem E-Bike an einem sonnigen Tag einfach mal loszuradeln und einige dieser Schmuckstücke zu entdecken.
Auf der Wasserburgen-Route springen wir zurück in die Jahrhunderte und nehmen zugleich herrliche Landschaftseindrücke mit. Wir starten die Etappe am Bad Godesberger Bahnhof, lassen die städtische Betriebsamkeit aber schon recht bald hinter uns.
Beständig leicht bergan geht es auf Feldwegen und auf der Pecher Landstraße ins Örtchen Wachtberg-Pech. Blickfänge sind liebevoll gepflegtes Fachwerk, die „Kuhstraße“ und Kleinode am Wegesrand wie die 1860 eingeweihte neoromanische Kapelle St. Michael. An der Ampelkreuzung von L 158 und L 267 biegen wir links ab. Es geht etwa 200 Meter den Hang hinunter in eine Talaue am Fuße Villips, in der Godesberger und Arzdorfer Bach zusammenfließen.
Etwas versteckt in dieser Senke empfängt den Radler die prächtige Wasserburg Gudenau: Von hier aus regierten die Grafen von Drachenfels ab 1402 das Drachenfelser Ländchen. Die Burg ist in Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen. Doch es gibt auch so genug zu bestaunen und alle essenziellen Informationen sind übers Smartphone via QR-Code an der Toreinfahrt abrufbar. Steht das Gittertor offen, ist man eingeladen, die herrlichen Außen- und Parkanlagen zu besichtigen. Von März bis zum 20. Dezember ist das Gelände montags bis freitags von 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Während der Ankömmling übers Kopfsteinpflaster durch das Tor der Vorburg geht, liegt vor ihm die imposante Burg in sattem Gelb, umgeben von einem breiten Wassergraben. Die per Smartphone gescannte Information verrät: „Der älteste Teil der Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert. Jeder der Besitzer war bestrebt, entsprechend seinem Rang und Ansehen der Gudenau seinen unvergleichlichen Stempel aufzudrücken.“ Vor allem Otto Waldbott und seine Frau Johanna von Merode prägten die Burg durch aufwendige Baumaßnahmen zwischen 1557 und 1562. Über eine zweite Brücke gelangt man in den idyllischen Innenhof. Wunderschön. Und gleichzeitig schauerlich, „dass der Schlossherr Ferdinand von Waldbott-Bassenheim vor etlichen hundert Jahren einer der schlimmsten Hexenverfolger der ganzen Region war“. Keine Gnade fand vor ihm auch die bedauernswerte Katharina Kahlenborn aus Berkum. Das Dorf tuschelte, die junge Witwe pflege heidnische Bräuche. Am 21. März 1645 bezichtigte eine Bäuerin sie der Hexerei und kurz darauf stand Katharina wegen „Buhlschaft mit dem Teufel“ vor dem „Hexenrichter“ in Burg Gudenau, dem damaligen Richtplatz. „Ja“, gestand die junge Frau, zermürbt von dreitägiger Folter: „Ich habe am Stumpeberg mit dem Teufel getanzt.“ Nach dem falschen Schuldeingeständnis starb Katharina auf dem Scheiterhaufen.
Nun heißt es, sich von der filmreifen Kulisse von Burg Gudenau loszureißen und Wachtberg-Villiprott samt Kottenforst anzusteuern. Es geht durch eine ruhige, gepflegte Wohngegend geradewegs in den Wald. Auf den schnurgerade angelegten Wegen – Kurfürst Clemens August ließ um 1750 das Wegenetz im Kottenforst für die Hetzjagd ausbauen – tummeln sich vereinzelte Jogger, Walker und Spaziergänger. Das Jägerhäuschen diente einst als Pferdewechselstation. Dort ist auch die Kaisereiche zu finden, die Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm II., laut verwittertem Gedenkstein am 19. Juli 1879 eigenhändig pflanzte.
Gut 15 Kilometer der Etappe sind geschafft: Der Radler kann nun kulinarische Freuden in Form einer zünftigen Brotzeit oder eines Kottenforst-Steaks genießen. Beides verspricht die Speisekarte des historischen Bahnhofs Kottenforst, der nach Verlassen des Waldes in wenigen Minuten erreicht ist.
Der 1880 erbaute Bahnhof ist ein Kleinod deutscher Zimmermannskunst aus einer Zeit, als man schon längst nicht mehr in Fachwerk baute: mit Krüppelwalmdach, Streben, weiß verputzt. „Eine rückwärts gewandte Romantik und die Sehnsucht nach der guten alten Zeit haben sich hier ihr Denkmal mitten im Wald gesetzt“, informiert die Inhaberfamilie Selz-Horres wissbegierige Gäste.
Weiter geht's Richtung Lüftelberg: Zeit, Bekanntschaft zu machen mit Johann Adam Schall von Bell, der von 1619 an bis zu seinem Tod 1666 in Peking am Hofe des Kaisers von China tätig war – als Wissenschaftler und Missionar. Eine 2014 an der Petrusstraße in Lüftelberg aufgestellte Bronzeskulptur zeigt den 1592 geborenen Jesuitenpater, der einer Lüftelberger Adelsfamilie entstammte.
Nachdem wir Morenhoven erreicht und den Blick auf die stolze Burg genossen haben, fahren wir nach Miel, wo uns das einstige Jagdschloss des Grafen Belderbusch erwartet. 1768 wurde es im Stile Ludwigs XIV. anstelle einer abgebrannten Ritterburg errichtet. Belderbusch soll sich dort nicht nur mit Jagdfreunden, sondern auch mit der Vilicher Äbtissin Caroline von Satzenhofen getroffen haben.
Der heutige Besitzer ließ Schloss Miel um das Jahr 2000 aufwendig restaurieren. Es überschaut einen weitläufigen, nach barockem Vorbild angelegten, öffentlich zugänglichen Park und einen Golfplatz. In der ehemaligen Remise befindet sich das Restaurant „Graf Belderbusch“, in dem sich der Radler stärken kann, ehe er über Odendorf und Palmersheim die letzten Kilometer bis Euskirchen-Kuchenheim in Angriff nimmt.

Autorentipp

Der hübsche Meckenheimer Ortsteil Lüftelberg und das Voreifel-Dorf Flerzheim am Rande von Rheinbach mögen nicht der Nabel der Welt sein, aber sie haben zwei unverwechselbare Eigenheiten. Lüftelberg verfügt über seine kleine hübsche Wasserburg sowie einen berühmten Sohn, dem man 2014 ein Denkmal errichtet hat: Es handelt sich um den Jesuitenpater Johann Adam Schall von Bell. Die Bronzeskulptur des Missionars und Mandarins zieht an der Petrusstraße in Lüftelberg die Blicke auf sich. Im Nachbarort Flerzheim sollte man das Rad kurz abstellen und dem Tante-Emma-Laden in der früheren Traditionsbäckerei Glanzmann einen Besuch abstatten. Dort gibt es leckeren Kuchen, Teilchen und frische Brötchen, die Betreiber Rashid Mohamed einem schmackhaft belegt, dazu ein Kaffee.
outdooractive.com User
Autor

Uta Effern-Salhoub

Aktualisierung: 14.05.2018

Höhenlage
269 m
63 m

Sicherheitshinweise

Größere Steigungen gibt es zwischen Bad Godesberg und Wachtberg zu bewältigen. Danach ist die Strecke relativ leicht zu schaffen. Die Etappe verläuft überwiegend auf verkehrsarmen Rad- und Feldwegen sowie ruhigen Landstraßen. Einzig im Bereich von Bad Godesberg nach Wachtberg geht es auch über verkehrlich stärker frequentierte Straßen und Wege.

Weitere Infos und Links

Sehenswürdigkeiten
Burg Gudenau, Broicher Mühle, historischer Bahnhof Kottenforst, Burg Lüftelberg, Bronzeskulptur Johann Adam Schall von Bell in Lüftelberg, Burg Morenhoven, Schloss Miel, Kleeburg.

Adressen und Informationen
Einkehr- und 
Verpflegungsmöglichkeiten

Historischer Bahnhof Kottenforst,
Familie Selz-Horres, 53340 Meckenheim, 0 22 25/73 22, www.kottenforst-bahnhof..de

Schloss Miel, Restaurant Schloss Belderbusch. Schlossallee 1, 53913 Swisttal-Miel, 0 22 26/9 07 88 07, www.schlossmiel.de

Start

Bahnhof Bad Godesberg (62 hm)
Koordinaten:
Geographisch
50.684849, 7.157172
UTM
32U 369819 5616399

Ziel

Bahnhof Bad Godesberg

Wegbeschreibung

Vom Bahnhof Bad Godesberg aus fährt man in Richtung Redoute und folgt der ausgeschilderten Route. Man hält sich Richtung Wachtberg-Pech. Am Gut Marienforst biegt man nach links, lässt die lebhaft befahrene Pecher Landstraße 158 dabei rechts neben sich.

Von Villiprott aus radelt man schnurstracks in den Kottenforst. Man passiert das Jägerhäuschen und unterquert die A 565, gelangt so zum Bahnhof Kottenforst.

Weiter geht's nach Lüftelberg, wo man die gleichnamige Burg passiert. Schon folgt Flerzheim, wo wir dem malerischen Radweg entlang der Swist nach Morenhoven folgen. Vor der Brücke an der L 493 ist eine Tafel samt QR-Code angebracht, die über die Geschichte der Burg informiert. Um einen Blick auf das Anwesen zu werfen, biegen wir rechts ab, an der Einmündung in die L 163 noch einmal rechts. Familie von Jordans gestattet von der Brücke aus einen Blick über den Weiher auf die Burg und in den Park. Doch am Torhaus heißt es „Ab hier absolut privat“. Das Betreten des Innenhofs ist mit Rücksicht auf die Mieter der Burggebäude nicht möglich. Führungen können nach Anmeldung vereinbart werden.

An der Swist entlang verläuft die Wasserburgenroute weiter in Richtung Miel, idyllisch vorbei an Wiesen und Feldern. Man unterquert die A 61 und gelangt nach Swisttal-Miel. An der Kirche in Miel biegt man links ab, fährt später ein kurzes Stücks an der B 56, um dann wieder in Feldwege abzubiegen Richtung Odendorf. Es folgen Palmersheim und zum Schluss Euskirchen-Kuchenheim.

Öffentliche Verkehrsmittel

Start ist am Bahnhof in Bad Godesberg. Ziel ist der Bahnhof in Euskirchen-Kuchenheim. Von dort geht es mit der S 23 bequem zurück nach Bonn.
An Transportkosten fallen für die Einzelfahrt zurück nach Bonn-Hauptbahnhof 2,90 Euro an fürs Fahrrad und 7,90 Euro pro Radler (VRS-Preisstufe 4)

Anfahrt

Mit Regionalzügen bis Bad Godesberg. Den Pkw kann man gegen Parkgebühr am Bahnhof abstellen.
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Die mittelschwere, 37 Kilometer lange Etappe 1a der Wasserburgen-Route ist per blau-weißer Beschilderung mit einem Burgensymbol ausgeschildert. An reiner Fahrzeit braucht man etwa drei Stunden, mit E-Bike ist man schneller. Man sollte sich den Weg vorher per QR-Code auf dem Smartphone abspeichern oder ausdrucken.

Buchtipps für die Region

mehr zeigen

Kartentipps für die Region

mehr zeigen

Community

 Kommentar
 Aktuelle Bedingung
Veröffentlichen
  Zurück zur Eingabe
Punkt auf Karte setzen
(Klick auf Karte)
oder
Tipp:
Der Punkt ist direkt auf der Karte verschiebbar
Löschen X
Bearbeiten
Abbrechen X
Bearbeiten
Punkt auf Karte ändern
Videos
*Pflichtfeld
Veröffentlichen
Bitte einen Titel eingeben.
Bitte gib einen Beschreibungstext ein.
Strecke
43,4 km
Dauer
3:04 h
Aufstieg
246 hm
Abstieg
83 hm
Streckentour Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch

Wetter heute

Statistik

: h
 km
 Hm
 Hm
Höchster Punkt
 Hm
Tiefster Punkt
 Hm
Höhenprofil anzeigen Höhenprofil verbergen
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.