Teilen
Merken
Drucken
GPX
KML
Tour hierher planen
Einbetten
Fitness
Radfahren

GA-Siebengebirgstour

Radfahren • Region Köln-Bonn
Verantwortlich für diesen Inhalt
General-Anzeiger Bonn
  • /
    Foto: Heinz Dietl, General-Anzeiger Bonn
  • /
    Foto: Heinz Dietl, General-Anzeiger Bonn
  • /
    Foto: Heinz Dietl, General-Anzeiger Bonn
Karte / GA-Siebengebirgstour
0 150 300 450 600 m km 5 10 15 20 25 30 30,1 km Länge

Ein Samstag im Frühling. Treffpunkt U-Bahnhof Ramersdorf. Rüdiger Wolff und Ludwig Wierich stehen mit ihren Rädern bereit für die Tour durchs Siebengebirge. Auf dem Programm stehen gut 30 Kilometer Strecke, mehr als 500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Wolff ist Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg, Wierich leitet regelmäßig Radtouren des ADFC. Beide werden auch die Mountainbike-Tour des General-Anzeigers begleiten.
30,2 km
3:21 h
791 hm
791 hm
Erste Etappe: Ennertaufstieg

Ludwig Wierich (69) fährt vor. Er ist in Oberkassel aufgewachsen und kennt sich aus im Ennert. Der erste Kilometer führt gleich zur ersten Steigung. 30 Höhenmeter nur, aber die bringen den Puls auf Betriebstemperatur. Kurzer Stopp an einer überwucherte Mauer: „Eine alte Verladerampe“, sagt Wierich. In früheren Jahrhunderten wurde hier am Stingenberg noch Basalt abgebaut. 1900 waren rund 200 Personen in den Steinbrüchen beschäftigt. Mit Loren wurde der Basalt zur Verladerampe gebracht, eine Kleinbahn brachte die Steine runter zu den Frachtschiffen am Rhein.

Eine Brücke führt über die laute B 42. Wierich stoppt an einer Wiese. Hier hat er in seiner Jugend mit dem TuS Oberkassel Feldhandball gespielt. Rheinblick inklusive. Bei Kilometer 1,8 führt ein kurzer Fußweg in eine andere Welt. Der verwilderte Ort ist eingerahmt von senkrechten Basaltwänden. Wierich zeigt auf einen terrassenartigen Vorsprung. „Dort saßen die Zuschauer, und hier am See war die Bühne.“ Bühne? See? Vor 100 Jahren nutzten die Oberkasseler den wildromantischen Platz als Freilufttheater, am 15. Juli 1928 beispielsweise wurde die Operette „Das Mädel vom Neckarstrand“ aufgeführt. Den Steinbruchsee nannten sie Märchensee. Heute ist das Gewässer verlandet.

Es ist ein Auftakt nach Maß. Denn auch der Naturschutz kommt zur Sprache. „Am Märchensee leben Uhus, die Zippammer brütet hier.“ Deshalb sollten weder Radfahrer noch Wanderer weiter vordringen. ADFC-Chef Wolff erklärt, dass die Touren des Verbandes ausschließlich auf offiziell freigegebenen Strecken der Bezirksregierung stattfinden.

Zweite Etappe: Rheinhöhenweg

Die nächste Steigung ist nicht ohne: Nach knapp 100 Höhenmetern ist der Rheinhöhenweg erreicht. Dort erwartet die Radfahrer ganz großes Kino an vier Aussichtpunkten. Am ersten ist die Märchensee-Kulisse von oben zu bestaunen. „Auf der Felsspitze habe sich früher die Liebespaare getroffen“, wie Wierich. Am vierten Aussichtspunkt breitet sich die komplette Rheinromantik aus: Drachenfels, Nonnenstromberg, Petersberg und in der Ferne schon die Eifel. Bei Kilometer 3,2 ist der Waldparkplatz bei Vinxel erreicht.

 Dritte Etappe: Zur Ruine

Beim Mountainbiken gilt es, sich die Kräfte gut einzuteilen. Zwischensprints oder gar Wettrennen sind fehl am Platz. Das raubt Kräfte, denn das Ziel ist noch weit. Ebenso gilt: kein Übermut bei Abfahrten. Rund 1.000 Meter hinter dem Parkplatz verführt eine lange Abfahrt zu Tempo, der Untergrund (Waldboden mit etwas Schotter) mahnt zum moderaten Fahrstil. Flach verläuft die Anfahrt dann zum Kloster Heisterbach mit seiner Ruine (km 7,9). Auch dort stoppt der Tourenleiter und erzählt Wissenswertes aus der Geschichte dieser Abtei.

 Vierte Etappe: Zum Stenzelberg

Hinter der Klostermauer geht es zur Sache. Die Steigung ist kurz, aber heftig: etwa 12 Prozent. Wer sich seine Kräfte gut eingeteilt hat, wird kaum Probleme bekommen. „Aber auch Schieben ist hier keine Schande“, sagt Wolff. Der Weg flacht ab, doch er führt mehr als zwei Kilometer hoch zum Stenzelberg. Hier wurde einst Latit abgebaut, bis vor wenigen Jahren durften sich Kletterer an den Vulkanwänden austoben. Die Radler legen eine längere Pause ein. „Auch diese Wiese war früher ein Feldhandballplatz“. Mit Blick auf den Oelberg.

 Fünfte Etappe: Auf den Gipfeln

Die Gruppe passiert das Ausflugslokal Einkehrhaus. Kurzer Anstieg auf Asphalt. Dann werden Biker-Träume wahr. Rosenau heißt der Abschnitt: breiter Weg, sanfter Waldboden, leichte Steigung bis zur Margarethenhöhe. Nach einem weiteren Kilometer biegt Ludwig Wierich scharf rechts ab. Steil und kräftezehrend geht es zum Drei-Seen-Blick, der diesen Namen trägt, weil Drachenfels und Petersberg den Rhein in „drei Seen“ zu teilen scheinen. Dieser Ausblick sucht seinesgleichen. Die natürliche Aussichtsplattform ist mit 383 Metern die höchste Stelle der Tour. Streckenlänge bisher: 15,5 km.

Sechste Etappen: Die Burgen

Erholung beim Abwärtsrollen. Am Löwenburgerhof fürht der Weg rechts ab zum Milchhäuschen im lauschigen Wald. Leichtes Gefälle und eine letzte kurze Steigung erneut auf Asphalt: Die Drachenburg ist erreicht.

Siebte Etappe: Das Finale

Von der Drachenburg führt die Tour, vorbei am Lemmerzbad, auf Asphalt recht steil runter nach Königswinter. Relativ flach radelt die Gruppe nach Oberdollendorf zur finalen Einkehr im historischen Weingut Sülz.

Autorentipp

Empfehlenswerte Einkehrmöglichkeiten an der Strecke sind: Einkehrhäuschen, Café Margarethenkreuz, Milchhäuschen oder Drachenburg. Fest eingeplant bei der GA-Radtour ist die Einkehr im historischen Weingut Sülz in Oberdollendorf mit seinem gemütlichen Garten.
outdooractive.com User
Autor
Heinz Dietl
Aktualisierung: 22.02.2014

Höhenlage
403 m
48 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Historisch interessant ist das Etappenziel Kloster Heisterbach bei km 7,9 der Radtour. 1189 siedelten Zisterzienser im Tal, 1237 weihten sie ihre Kirche ein. 1803 wurde die Abtei aufgehoben und die Kirche zum Abbruch verkauft. Heute steht nur noch die imposante Chorruine.

Auch ohne Rheinblick zählt der Stenzelberg zu den landschaftlich reizvollsten Punkten der Strecke. Vulkanismus pur. Verwittert und verwildert sind die Einschnitte. Seit dem 11. Jahrhundert wurde Quarz-Latit abgebaut, auch für den Bau des Bonner Münsters.

Start

U-Bahnhof Ramersdorf (58 hm)
Koordinaten:
Geographisch
50.722400, 7.156060
UTM
32U 369845 5620577

Ziel

U-Bahnhof Ramersdorf

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit diversen Bus- und Bahnlinien zum U-Bahnhof Ramersdorf.

Parken

Parkmöglichkeite am U-Bahnhof Ramersdorf.
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchtipps für die Region

mehr zeigen

Kartentipps für die Region

mehr zeigen

Community

 Kommentar
 Aktuelle Bedingung
Veröffentlichen
  Zurück zur Eingabe
Punkt auf Karte setzen
(Klick auf Karte)
oder
Tipp:
Der Punkt ist direkt auf der Karte verschiebbar
Löschen X
Bearbeiten
Abbrechen X
Bearbeiten
Punkt auf Karte ändern
Videos
*Pflichtfeld
Veröffentlichen
Bitte einen Titel eingeben.
Bitte gib einen Beschreibungstext ein.
Strecke
30,2 km
Dauer
3:21 h
Aufstieg
791 hm
Abstieg
791 hm
Streckentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch

Statistik

: h
 km
 Hm
 Hm
Höchster Punkt
 Hm
Tiefster Punkt
 Hm
Höhenprofil anzeigen Höhenprofil verbergen
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.