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Wanderung

GA-Wandertag 2017 - 30km | 40 Jahre GA-Wandertag

Wanderung · Region Köln-Bonn
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General-Anzeiger Bonn
  • Der Blick über die Fußballgolf-Anlage in Vinxel
    / Der Blick über die Fußballgolf-Anlage in Vinxel
    Foto: General-Anzeiger Bonn
  • Blick auf das Siebengebirge von Hoholz aus
    / Blick auf das Siebengebirge von Hoholz aus
    Foto: General-Anzeiger Bonn
  • Die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott
    / Die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott
    Foto: General-Anzeiger Bonn
  • Klosterruine Heisterbach
    / Klosterruine Heisterbach
    Foto: Katrin Janßen, General-Anzeiger Bonn
Karte /  GA-Wandertag 2017 - 30km | 40 Jahre GA-Wandertag
0 150 300 450 m km 5 10 15 20 25

Start und Ziel der 30-Kilometer-Wanderung beim GA-Wandertag 2017 ist Haus Schlesien in Heisterbacherrott. Der ehemalige Fronhof, der erstmals 1173 urkundlich erwähnt wurde, wurde 800 Jahre lang landwirtschaftlich genutzt. Als der Verein Haus Schlesien die Hofanlage im Jahr 1978 von der Stadt Königswinter erwarb, war diese weitgehend verfallen. Heute ist das Kultur- und Bildungszentrum, das als Tagungs- und Begegnungsstätte dient und zugleich Informations- und Dokumentationszentrum für schlesische Landeskunde ist, wieder ein echtes Schmuckstück und verfügt zudem über eine eigene Gastronomie und Hotelerie. Die Strecke führt die Wanderer durch die Höhenlagen des Siebengebirges bis nach Birlinghoven und über Oberkassel, Oberdollendorf und Kloster Heisterbach zurück nach Heisterbacherott.

27,9 km
7:32 h
393 hm
389 hm

 Kultureller Höhepunkt der Route ist die Klosterlandschaft Heisterbach. Die riesige Klosterruine Heisterbach liegt inmitten des Geländes der ehemaligen Zisterzienserabtei,  die im Zuge der Regionale 2010 neu gestaltet wurde. Die Geschichte des Klosters begann bereits 1189, als die ersten zwölf Mönche von der Abteil Himmerod in der Eifel ins Siebengebirge entsandt wurden. Zunächst lebten diese in einem verlassenen Gebäude auf dem Petersberg, bevor sie 1192 im Tal das Kloster Heisterbach gründeten -- zehn Jahre später war der Umzug abgeschlossen. Der bekannteste Mönch der Abtei war Caesarius von Heisterbach (1180–1240). Am 18. Oktober 1237 wurde der Neubau der Abteikirche mit einer Länge von 88 Metern und einer Breite von 44 Metern geweiht. An Größe wurde sie nur vom Kölner Dom übertroffen, es sollte weitere 100 Jahre dauern, bevor die komplette Klosteranlage fertiggestellt war.  Erst 1750 wurde das barocke Torhaus errichtet. Mit der Säkularisation wurde die Abtei Heisterbach 1803 aufgehoben, einer neuer Besitzer nicht gefunden. Darauf wurde die Kirche 1809 zum Abbruch an einen französischen Unternehmer verkauft. Die Steine verwendete man zum Bau des Nordkanals zwischen Venlo und Neuss. Später wurden sie auch für die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz verwendet. Die restlichen Gebäude kaufte ein Kölner Konsortium auf. Erst 1818 wurden weitere Sprengungen durch eine Verfügung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz unterbunden, so dass die Chorruine erhalten werden konnte. Graf Wilhelm Ernst zur Lippe-Biesterfeld erwarb 1820 das Gelände und ließ einen englischen Landschaftsgarten anlegen, wobei auch die Chorruine einbezogen wurde. Ansonsten sind vom alten Kloster nur noch eine Scheune und das Brauhaus erhalten geblieben. 

 

Die Route gibt aber auch Auschluss über die Geschichte des Siebengebirges -- sowohl Stenzel- wie auch Weilberg wurden früher als Steinbrüche genutzt.  Am Weilberg erhält der Wanderer dank des  stillgelegten Steinbruch einen Einblick in den Gesteinsaufbau des ehemaligen Vulkans Siebengebirge. Der gegeüberliegende Stenzelberg wurde seit dem 11. Jahrhundert als Steinbruch für Quarz-Latit (Latit ist ein vulkanisches Ergussgestein) genutzt. Das Gestein wurde unter anderem für die Propsteikirche in Oberpleis, die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott und das Bonner Münster genutzt, später auch für die Kirchen in Nieder-, Oberdollendorf und Asbach.  1931 wurde der Steinbruch still gelegt -- und rundherum entwickelte sich die ganz besondere Flora und Fauna eines Trockenbiotops. Jahrelang war der Stelzelberg auch ein beliebtes Ziel von Kletteren - seit 2005 ist das Klettern dort jedoch streng verboten. Grund ist die Anerkennung des Siebengebirges als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet der EU.

 

Auf dem Weg kommt der Wanderer kurz vor Vinxel auch an derLehr- und Forschungsstation der Universität Bonn, dem Gut Frankenforst vorbei. Es dient mit ihrem Tierbestand und ihren Versuchseinrichtungen der Forschung und Lehre des Instituts für Tierwissenschaften. Der gesamte Tierbestand ist in vielfältigen Versuchsanstellungen auf die Erfüllung von Forschungsprogrammen ausgerichtet. Die wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf die Ermittlung von Grundlagenerkenntnissen auf den Gebieten der Tierzüchtung, der Biotechnik, der Tierhaltung und Verhaltensforschung sowie der Tierernährung und deren praktische Anwendung in der Tierproduktion. Daneben steht die Lehr- und Forschungsstation Frankenforst nach Angaben der Uni Bonn, allen interessierten Instituten der Universität Bonn für die Anlage wissenschaftlicher Versuche zur Verfügung. 

  

Die Route führt auch direkt an Schloss Birlinghoven vorbei, einer schlossartige Villa in Sankt Augustin, die von 1901 bis 1903 errichtet wurde, vorbei. Schloss Birlinghoven entstand oberhalb der alten Burg Birlinghoven nach einem Entwurf des Architekten Edwin Crones für die Unternehmerfamilie Rautenstrauch. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss vom Militär beschlagnahmt – im August 1943 als Ausweichquartier zur Unterbringung der zuvor in Köln-Nippesbeheimateten Heeresentlassungsstelle 5 des Wehrkreises VI Münster, für die britische Besatzungsmacht wurde es zur Erholungsstätte für Familien britischer Stabsoffiziere umgebaut. Nach 1949 präferierte der britische Hochkommissar Robertson Schloss Birlinghoven als seine persönliche Residenz. 1959 errichtete die Deutsche Shell AG auf dem Gelände ihr Institut für Grundlagenforschung. Seit 1968 ist das Schloss im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und beherbergt Forschungsinstitute; zunächst war dort das GMD-Forschungszentrum Informationstechnik ansässig, welches im Jahre 2001 in der Fraunhofer-Gesellschaft aufging.

 

Der Weg führt die Wanderer anschließend über die Höhen weiter nach Oberkassel, wo mit der neuen Aussichtsplattform an der Rabenley ein weiterer Höhepunkt wartet.  Ebenfalls in Oberkassel wurde 1914 von Steinbrucharbeitern ein Doppelgrab entdeckt. Unter flachen Basaltblöcken lagen die Skelette eines etwa 50 Jahre alten Mannes, einer 20- bis 25-jährigen Frau, die Überreste eines Hundes, weitere Tierreste und bearbeitete Tierknochen. Die gut erhaltenen Skelette aus der Zeit der späteiszeitlichen Federmesser-Gruppen sind gemäß verschiedener Untersuchungen bis zu 14000 Jahre alt. Damit sind es – nach dem Grab in der Klausenhöhle in Bayern – die zweitältesten Bestattungen des anatomisch Homo sapiens in Deutschland. Die Skelette, die Grabbeigaben und ein Teil des Hundegebisses sind im Landesmuseum Bonn zu sehen.

 

Danach führt die  Route führt auch durch das Mühlental -- von den Weinbergen in Oberdollendorf ausgehend in Richtung Kloster Heisterbach. Im Mittelalter führten Zisterziensermönche, obgleich der Enthaltsamkeit verpflichtet, die Weinanbautradition der Römer mit großem Können und Geschick in Oberdollendorf fort. So spielten die Mönche des Klosters Heisterbach im 12. Jahrhundert im Siebengebirgsweinbau eine wesentliche Rolle und gaben neue Impulse und es waren Anbauflächen bis ins Heisterbacher Tal zu finden. Heute ist die Anbaufläche in Oberdollendorf, namentlich Rosenhügel, Laurentiusberg und Sülzenberg auf etwas über sieben Hektar geschrumpft. Der Weg führt die Wanderer durch das malerische Mühlental, beovr sie den  hohen Mischwald durchqueren und dann oberhalb der Weinberge zur Hülle gelangen, dem Aussichtspunkt oberhalb der Weinlage. Wer an dieser Stelle einen Abstecher machen will, wandert ins Tal, wo mit dem Gut Sülz, dem ehemaligen Freihof des Klosters, einen guten Ort zum Einkehren findet.  Danach geht es über Kloster Heisterbach zurück.

 

 

 

outdooractive.com User
Autor

Katrin Janßen und Hansjürgen Melzer

Aktualisierung: 05.09.2017

Höhenlage
282 m
81 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

 Mehr Infos zur Klosterlandschaft Heisterbach gibt es unter www.abtei-heisterbach.de

Mehr Infos zum Wandern im Siebengebirge gibt es unetr www.siebengebirge.com

Mehr Infos zum Verschöngerungsverein für das Siebengebirge unter www.naturpark-siebengebirge.de

Mehr Infos über Gut Frankenforst unter www.frankenforst.uni-bonn.de

Start

Haus Schlesien (179 hm)
Koordinaten:
Geographisch
50.696686, 7.229454
UTM
32U 374957 5617591

Ziel

Haus Schlesien

Wegbeschreibung

Von Haus Schlesien führt die Strecke leicht ansteigend über die Kasseler Heide. Von hier aus hat man einen wunderbaren Fernblick zum Michaelsberg in Siegburg und weit darüber hinaus bis ins Bergische Land. Dreht man sich um, schaut man auf die Silhouette des Siebengebirges. 

Leicht bergab geht es an Gut Frankenforst vorbei, wo die Laichgewässer der Kröten von der Dollendorfer Hardt liegen. Die Kröten erlangten vor einem Jahr Berühmtheit, weil der Rhein-Sieg-Kreis unter der Kreisstraße 25 insgesamt 14 Tunnel bauen ließ, damit die Tiere sicher von einer auf die andere Seite gelangen können. Die K 25 war jahrelang zurzeit der Krötenwanderung nachts gesperrt wurde. Eine halbe Million Euro wurde in die "Krötenstraße" investiert. 

Der Wanderer bleibt aber auf der Höhe und erreicht nach dem Überqueren der L 490 an Vinxel vorbei die Feld- und Wiesenlandschaft nördlich des Ortes. Am Alten Hobshof und an Gut Heiderhof mit der beliebten Fußballgolfanlage entlang geht es durch eine herrliche Hügellandschaft. Erst wird die schon bekannte K 25 passiert, später wird die L 83 zwischen Stieldorf und Roleber überquert. Von nun an verläuft die Wandertagsstrecke eine Zeitlang auf Sankt Augustiner Stadtgebiet. Birlinghoven wird gestreift - der entfernteste Punkt für die Marathon-Wanderer.            

An Schloss Birlinghoven, wo die Fraunhofer-Gesellschaft zu Hause ist, vorbei wird schließlich auch noch das Bonner Stadtgebiet erreicht. Hoholz und Roleber mit dem Gelände der Landwirtschaftskammer liegen an der Strecke. Weitere Stationen sind Gut Ettenhausen und Ungarten, bevor es zwischen Nieder- und Oberholtorf hindurch in den Ennertwald bis oberhalb des Dornheckensees geht.

Für die nächsten Kilometer verläuft die Strecke - meist leicht ansteigend, nur unterbrochen durch die Langemarckstraße - entlang des Rheinsteigs oberhalb von Oberkassel, Römlinghoven und Oberdollendorf. Auf der Strecke liegt die neue Aussichtsplattform an der Rabenlay, die vor ein paar Wochen freigegeben wurde. Nach dem Skywalk im Ennert schließt sich der tolle Blick von den Oberdollendorfer Weinbergen ins Rheintal an.

Immer noch auf dem Rheinsteig geht es jetzt auf der Westseite der Dollendorfer Hardt hinunter ins Mühlental, von dem der Wanderer - indem er die L 268 quert - ins Heisterbacher Tal wechselt. Die wunderschöne Wiesen- und Teichlandschaft, die einst von den Mönchen bewirtschaftet wurde, ist einer der Höhepunkte des Wandertags. Sie wurde im Zuge der Regionale 2010 für mehr als sechs Millionen Euro inner- und außerhalb der Klostermauern wieder in Wert gesetzt. Der alte Parkplatz wurde verlegt, hier befindet sich jetzt - wie früher - ein Teich. Der Wanderer kann dies alles in Augenschein nehmen.  

An der Klostermauer vorbei erwartet ihn noch einmal ein echtes Finale, das es in sich hat. Schließlich wollen am Fuße des Petersbergs noch einige Höhenmeter bis nach Heisterbacherrott zum Ziel der Wanderung an Haus Schlesien bewältigt werden.

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Zwischen Niederdollendorf Bahnhof und Busbahnhof Oberpleis verkehrt die Buslinie 520, die über Heisterbacherrott führt.

Anfahrt

Haus Schlesien erreicht man mit dem Auto von Bonn kommend über die B 42, Ausfahrt Oberkassel/Oberdollendorf, L 490 in Richtung Vinxel, K 25 und dann über die L 268 bis Heisterbacherrott.

Parken

Das Haus Schlesien besitzt einen eigenen Parkplatz, darüber hinaus befindet sich gegenüber des Gebäudes auch ein öffentlicher Parkplatz.

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Strecke
27,9 km
Dauer
7:32 h
Aufstieg
393 hm
Abstieg
389 hm
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Statistik

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