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Fernwanderweg

Selketal-Stieg

1 Fernwanderweg • Harz
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Harzer Tourismusverband e.V.
  • Falkenstein
    / Falkenstein
    Foto: Harzer Tourismusverband, Harzer Tourismusverband e.V.
  • Burg Falkenstein
    / Burg Falkenstein
    Foto: Harzer Tourismusverband, Harzer Tourismusverband e.V.
Karte / Selketal-Stieg
0 150 300 450 600 m km 10 20 30 40 50 60 70 Burg Falkenstein
Wetter

Auf dem Selketal-Stieg erlebt man auf einer schönen Route durch den Unterharz Natur und Kultur pur. Durch das Stammland der Anhaltiner geht es an der Burg Falkenstein vorbei bis zur UNESCO-Welterbestadt Quedlinburg.
mittel
75,5 km
20:00 Std
1363 hm
1727 hm
Das Selketal per pedes erleben, heißt pure Natur genießen, abwechslungsreiche Landschaften bewundern und lebendige Geschichte erfahren.

Bremke, Wormke oder Romke sind harztypische Gewässernamen. Die Selke ist der größte Bach dieser Namensfamilie. Eigentlich ist sie schon ein Fluss. Das Einzugsgebiet der Selke im Harz ist geschichtsträchtig und ermöglicht dem aufmerksamen Wanderer einen umfangreichen Einblick in vergangene Jahrhunderte. Die Selke fließt durch das Herzogtum der „Anhaltiner“. Hier liegt ihre Stammburg, die Burg Anhalt, heute Ruine, sowie eine ehemalige Residenz, das Schloss Ballenstedt, mit seinem herrlichen Barockgarten und der Grablege des Markgrafen Albrechts des Bären, des Stammvaters der Askanier und späteren Anhaltiner.

In dem kleinen Herzogtum wurde auch Bergbau betrieben. Es fand sich Silber und sogar etwas Gold, so dass hier Münzen geprägt werden konnten. Später spielte die Eisenverarbeitung eine Rolle, die auch mit künstlerischem Anspruch in Form von Eisenguss betrieben wurde. Ein Staatsbad mit einer kräftigen Stahlquelle (Alexisbad) sollte im 19. Jahrhundert dem Herzogtum Prosperität bringen. Später entstand eine Schmalspurbahn, die heute noch erhalten ist und müden Wanderern eine bequeme Alternative bietet. An der Selke liegt der Ort, an dem vor mehr 150 Jahren Technikgeschichte und die Stelle, wo vor 800 Jahren deutsche Rechtsgeschichte geschrieben wurde.

outdooractive.com User
Autor
Andreas Lehmberg
Aktualisierung: 07.04.2016

Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
516 m
123 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Stiege, Bahnhof der Selketalbahn (486 hm)
Koordinaten:
Geographisch
51.661016 N 10.881164 E
UTM
32U 630110 5725012

Ziel

Quedlinburg, Karl-Ritter-Platz

Wegbeschreibung

Startpunkt ist der Bahnhof in Stiege an der kleinsten Wendeschleife einer Schmalspurbahn, der Selketalbahn, etwa 485 m über NN. Von hier aus geht es immer entlang der Selke und der Selketalbahn über das Albrechtshaus, einem ehemaliges Sanatorium, das um 1900 erbaut wurde. Vom Haltepunkt Friedrichshöhe an begleiten uns die Schienen der Selketalbahn durch das Naturschutzgebiet Oberes Selketal bis zum Mühlteich (Bergsee) in Güntersberge. Rechter Hand auf dem Kohlberg liegen Wallreste der so genannten Güntersburg, mit 3,1 ha eine der größten im Harz. Am Ortsausgang wechselt der Selketal-Stieg auf die nördliche Seite der Selke und der Selketalbahn und begleitet den Fluss bis zum Bahnhof Straßberg. Hier förderte das jetzige Besucherbergwerk Grube Glasebach bis 1989 Flussspat. Ohne dieses Flussspatvorkommen gäbe es die Selketalbahn nicht mehr. Auf dem Weg zum Bahnhof Silberhütte kommen wir vorbei am Unterharzer Waldhof – einem Informations- und Erlebnisbereich zum Thema Wald – ein guter Punkt für eine Rast.
Kurz vor dem Bahnhof Silberhütte steigt der Weg auf die 400 m hohen Mühlenköpfe zum Kunst- und Naturhof Hänichen. Es geht nun bergab Richtung Alexisbad, gegründet 1810 bei einer kräftigen Stahlquelle und erster Badeort Anhalts. Wir lassen den Ort links liegen, überqueren auf der Schwefelbrücke die Selke, laufen neben der Selketalbahn bis zur Bundesstraße 242, die aber nicht gequert wird, sondern steigen in mehreren Kehren auf den Habichtstein. Oben ist der Klippenweg erreicht, der nach links durch die gestaltete Parklandschaft des „Alexis-Bades“ geleitet. Der Klippenweg führt, fast eben, bequem durch den felsigen Talhang der Selke. Er verbindet den Habichtsteinfelsen mit dem Felsen der Schalkenburg und dem Felsen der Mägdetrappe. Der Selketal-Stieg führt hinab zum ehemaligen Hüttenort Mägdesprung mit dem Industriemuseum Carlswerk - der noch heute zu besichtigenden Maschinenfabrik. Hinter dem Carlswerk Mägdesprung führt eine Brücke über die Selke. Ab hier wandern wir am südlichen Selkeufer flussabwärts. Das Tal wird nun breiter und bietet auf 8 km Länge eine einzigartige Flora und Fauna im Naturschutzgebiet. Die Strecke ist frei von jedem Kraftfahrzeugverkehr und mit idyllischen Ruheplätzen versehen. Das nächste Ziel ist die Burg Falkenstein, die besterhaltene mittelalterliche Burganlage des Harzes. Wer zur Burg gelangen will, muss den Selketal-Stieg ca. 300 m nach dem Hotel Thalmühle rechterhand verlassen und auf dem Eselstieg zur Burg wandern. Der Selketal-Stieg führt weiter am nördlichen Ufer der Selke entlang bis Meisdorf (Stadt Falkenstein).
Nachdem auch der Naturlehrpfad entlang der Selke hinter uns liegt, kommen wir zur Hotelanlage Schloss Meisdorf, verlassen die Selke und wenden uns westlich nach Ballenstedt.  Am Schlosspark Ballenstedt ist eine Rast angebracht, um den vom königlich-preußischen Gartendirektor Lenné angelegten Park mit der Wasserachse im italienischen Stil zu erleben.
Nach Verlassen des Parks führt der Selketal-Stieg auf dem Fürstenweg vorbei an der Roseburg, mit ihrem ebenfalls sehr schönen Landschaftspark. Wir wandern am Harzrand in Richtung Gernrode mit Ausblicken auf das Harz-Vorland. Am Osterteich wird die Selketalbahn gequert. Auf dem Schwesternweg und dem Herrenbergsweg wird Gernrode umwandert.
Es genügt eigentlich nicht, von hier nur auf die Stiftskirche St. Cyriakus hinab zu blicken. Der mehr als 1000jährige Kirchenbau gehört zu den ältesten Kirchen Nordeuropas und ist das einzige nahezu unverändert gebliebene Bauwerk aus ottonischer Zeit. Wie durch ein Wunder hat im südlichen Seitenschiff ein außergewöhnlicher Raum aus Stuck die Zeiten überdauert, die älteste Nachbildung des Grabes Christi in Deutschland.
Auf dem Panoramaweg gelangen wir nach Bad Suderode, Wir durchwandern es in nördlicher Richtung, überqueren die neue Trasse der Selketalbahn zwischen Gernrode und Quedlinburg, gehen an der ersten Bückemühle vorbei westlich des Quarmbaches in Richtung Quarmbeck. Parallel zur Selketalbahn führt der Stieg zur Quarmbachsiedlung. Auf der Schafbrücke überqueren wir die Bode. In die UNESCOWelterbestadt Quedlinburg gelangen wir durch den Brühlpark, einem im englischen Stil erweiterten Landschaftsgarten. Über die Brühlstraße und den Wordgarten erreichen wir das Ende des Selketal-Stieges an der Carl-Ritter-Straße.

Öffentliche Verkehrsmittel

Harzer Schmalspurbahnen (HSB) und Bus. Informationen unter www.hsb-wr.de und www.bahn.de

Anfahrt

Nach Stiege über die B242 zwischen Harzgerode und Braunlage

Parken

Am HSB-Bahnhof Stiege sowie in allen Orten ausreichende Parkgelegenheiten
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Selketal-Stieg - Offizielle Wanderkarte Maßstab 1 : 50 000, Höhenlinien in 20m-Schritten, Harzklubwanderwege, UTM-Gitter Format 75 x 160 mm, 675 x 480 mm (offen) ISBN 978-3-936185-45-4 Schmidt-Buch-Verlag, Wernigrode Preis: 2,50 € Der Ostharz - Wander- und Fahrradkarte Maßstab 1 : 30 000, UTM-Gitter für GPS, Höhenlinien in 20m-Schritten, Harzklubwanderwege, beschilderte Fahrradwege, MTB- und Radwanderempfehlungen Format 110 x 200 mm, 990 x 600 mm (offen) ISBN 978-3-936185-74-4 Preis: 4,00 €

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Kommentare und Bewertungen (2)

Luise Burghardt
15.08.2018
Was mir an der Tour gefallen hat: - Landschaftlich abwechslungsreich. Die Wanderung führt über weite Weideflächen, durch Nadel- wie Mischwald, der mal flach und mal felsig daherkommt. Teilweise ist es einsam und ruhig auf den Wanderwegen, sodass Tiere gut beobachtet werden können. - Abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten. Die Tour bietet einen Querschnitt durch die Kulturgeschichte der Harzregion von der Ruine Burg Anhalt (ehemals älteste Ziegelsteinburg nördlich der Alpen) über verschiedenen Wüstungen, dem Badeort Alexisbad mit dem "Landschaftsgarten" ähnlich gestalteten Klippenweg, dem Schloss Ballenstedt mit seinem schönen Landschaftsgarten, dessen Zentrum die Fontäne mit der Statue eines geflügelten Lindwurms bildet, bis hin zum Carlswerk in Mägdesprung, in dem dieser Lindwurm gegossen wurde. - Die Markierung des Weges ist ausgezeichnet. An schwierigen Stellen weisen gelbe Pfeile und Punkte den Weg. - Die Wegführung wurde teilweise angepasst, sodass sie nun direkt an einigen Stempelstellen der HWN vorbeiführt. Was mir an der Tour nicht gefallen hat: - Schotterwege, Schotterwege, Schotterwege. Die Wanderung beginnt vielversprechend mit abwechslungsreichen Wegen zwischen Stiege und Friedrichshöhe. Ebenso schön ist der Abschnitt zwischen Alexisbad und IV. Hammer. Der Großteil der Wege sind jedoch geschottert, teilweise sind sie noch als Forstwege in Benutzung (Holztransporter). Das ist dröge und eintönig und läuft sich auf Dauer sehr schlecht. Insbesondere die 12 km zwischen Selkemühle und Falkenstein bieten aufgrund des geschotterten Weges mehr Frust als Lust. - Die Streckenangaben dieser Tourenplanung sind ungenau. Die Wegstrecken sind spürbar länger als in der Tourenplanung angegeben. (z.B. Stiege-Alexisbad waren nach meiner GPS-Aufzeichnung nicht 25 km, sondern fast 33 km [ohne den Abschnitt auf dem Klippenweg und Umwegen].) Mein Tipp: - Extra Zeit und Kilometer einplanen für Besichtigungen oder Abstecher zu Stempelstellen oder Sehenswürdigkeiten. Dadurch sind schnell 6-8 zusätzliche Kilometer gemacht. - Friedrichshöhe nach Alexisbad mit der Selketalbahn fahren. Auf dem Abschnitt verpasst man nichts, wenn man ihn nicht gelaufen ist.
Gemacht am
07.08.2018
Ebene bei Stiege
Ebene bei Stiege
Foto: Luise Burghardt, Community
Kapelle Alexisbad
Kapelle Alexisbad
Foto: Luise Burghardt, Community
Aufstieg Klippenweg Alexisbad
Aufstieg Klippenweg Alexisbad
Foto: Luise Burghardt, Community
Carlswerk Mägdesprung
Carlswerk Mägdesprung
Foto: Luise Burghardt, Community
Geflügelter Lindwurm Schlosspark Ballenstedt
Geflügelter Lindwurm Schlosspark Ballenstedt
Foto: Luise Burghardt, Community
Burgruine Anhalt
Burgruine Anhalt
Foto: Luise Burghardt, Community
Zwischen Selkemühle und Burg Falkenstein
Zwischen Selkemühle und Burg Falkenstein
Foto: Luise Burghardt, Community
Schloss Ballenstedt
Schloss Ballenstedt
Foto: Luise Burghardt, Community

Björn Friedrich
08.05.2017
Die Tour von Stiege nach Quedlinburg durch das wunderschöne Selketal Nach einer nostalgischen Dampflok-Fahrt quer durch den schönen Harz gelangt man an den Ausgangspunkt des Selketal-Stieges - den Bahnhof Stiege mit seiner einzigartigen Wendeschleife. Von Stiege aus überquert man gleich schon weite Felder, um in einem Waldgebiet angekommen, den ersten Stempel für die Harzer Wandernadel an den Selkefeldern zu sammeln. Weiter führt einen dann der Weg über kleine, alte Ortschaften wie Günthersberge und Straßberg, wo man je nach Tageszeit gut in die jeweilige Dorfkneipe einkehren kann. Immer weiter entlang der Selke gelangt man durch die bergige Landschaft und weiten Wälder vorbei an Silberhütte nach Alexisbad - einem anerkannten Erholungsort mit schwefelhaltigen Quellen. In Alexisbad, etwa 24 km vom Ausgangspunkt entfernt, empfiehlt es sich einen Abend Rast zu machen und sich zu erholen. Der äußerst kleine Ort verfügt über einige Ferienwohnungen und Hotels. Am nächsten Tag setzt man die Wanderung entlang des Alexisbader Klippenweges fort und kann viele 100 Jahre alte Baudenkmäler (z.B. Köthener Hütte). Über kleine, fast verlassene Orte wie Mägdesprung gelangt man auf die lange, recht ebene Etappe durch das Naturschutzgebiet Selketal. Links und rechts des Weges stehen immer wieder Bauten aus den Zeiten des rege betriebenen Bergbaus in der Region. Ein Sonderziel der zweiten Tagesetappe ist die Burg Falkenstein. Um sie zu erreichen, muss man einen kurzen, aber steilen Anstieg abseits des eigentlichen Weges erklimmen. Oben angekommen kann man nicht nur diese alte Burg bestaunen, sondern auch im Burg-Café eine kleine Pause einlegen. Wieder auf dem Weg zurück gelangt man nun nach Meisdorf, einem kleinem beschaulichen Städtchen, in dem gerade ältere Wanderer das zweite Nachtlager aufschlagen. So die Beine einen noch tragen, empfiehlt es sich jedoch 5 km weiter bis in die schöne kleine Stadt Ballenstedt zu laufen. Nach einer erholsamen Nacht kann man in Ballenstedt erst die unter den Nationalsozialisten entstandene NAPOLA auf dem Großen Ziegenberg und das wunderschöne Schloss samt des weitläufigen Parks, welchen man als Teil des Weges durchquert, bestaunen. Der Weg führt dann in der letzten Etappe vorbei an Gernrode und durch den Kurort Bad Suderode mit seinen kleinen Cafés nach Quedlinburg. Ankommen in Quedlinburg laden Cafés und kleine Wirtschaften zum verweilen ein. Auch die Altstadt von Quedlinburg kann man prima durch viele kleine Gässchen erlaufen. Fazit: Der Selketal-Stieg bietet abwechslungsreiche Natur, ein Hauch vergangener Bergbautradition gepaart mit wundervollen Städtchen und Erholung pur.
Bewertung
Montag, 8. Mai 2017 1
Montag, 8. Mai 2017 1
Foto: Björn Friedrich, Community
Montag, 8. Mai 2017 21:17:51
Montag, 8. Mai 2017 21:17:51
Foto: Björn Friedrich, Community
Montag, 8. Mai 2017 21:18:01
Montag, 8. Mai 2017 21:18:01
Foto: Björn Friedrich, Community
Montag, 8. Mai 2017 21:19:09
Montag, 8. Mai 2017 21:19:09
Foto: Björn Friedrich, Community
Montag, 8. Mai 2017 21:19:31
Montag, 8. Mai 2017 21:19:31
Foto: Björn Friedrich, Community

Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
75,5 km
Dauer
20:00 Std
Aufstieg
1363 hm
Abstieg
1727 hm
Streckentour Etappentour Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch

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