Schneekanonen in einem Skigebiet

Die Erzeugung von technischem Schnee

Jedes Jahr sorgen sie wieder dafür, dass rechtzeitig in die Wintersport-Saison gestartet werden kann: die Schneekanonen. Eigentlich hat der Begriff recht wenig mit der heutigen Beschneiungstechnik zu tun – werden doch hauptsächlich Schneilanzen oder Propellermaschinen eingesetzt. Auf dieser Seite erklären wir, wie Kunstschnee hergestellt wird und welche Auswirkungen diese Technologie auf unsere Umwelt hat.

So entsteht Kunstschnee

Gerade im Herbst, wenn es noch nicht viel geschneit hat, oder im Frühjahr, wenn der Schnee schon wieder schmilzt, lassen sich die Pisten, die mit technischem Schnee hergestellt wurden, meist gut erkennen. Dann nämlich ist die ganze Landschaft bis auf ein paar weiße Streifen grün und braun.

Künstlich erzeugter Schnee, der von Experten auch „technischer Schnee“ genannt wird, besteht aus Wasser, das aus nahegelegenen Bächen und (Speicher-)Seen gewonnen und mit hohem Druck durch die feinen Düsen der Schneimaschinen gepresst wird. Bei diesem Vorgang entstehen kleinste Tröpfchen, die bei entsprechender Kälte sofort gefrieren, sobald sie aus den Düsen kommen. Als Eiskörner fallen sie zu Boden. Je trockener und kälter es ist, desto besser kann beschneit werden.

Foto: Hartmut Wimmer, Outdooractive Redaktion

Eigenschaften von technischem Schnee

Pisten, die aus technischem Schnee bestehen, sind oft sehr hart. Künstliche Schneeflocken sind viel kleiner und kompakter als natürliche. Die gesamte Schneedecke hat somit von Anfang an eine höhere Dichte und enthält nur wenige Lufteinschlüsse. Das führt außerdem dazu, dass technischer Schnee wesentlich langsamer schmilzt als Naturschnee. 

Auswirkungen von Kunstschnee auf die Vegetation

Experten des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung untersuchen, wie sich technischer Schnee auf Boden und Vegetation auswirkt. Die Forschungsergebnisse zeigen einerseits, dass die zusätzlichen Schneemengen Pflanzen vor der Verletzung durch Skikanten oder Pistenfahrzeugen schützen. Zum Vergleich: Die Pistenplanierung – also das Einebnen und Begradigen der Böden – hat eine wesentlich stärkere Auswirkung auf die Vegetation, als die Beschneiung.
Schneekanonen im Sommer
Schneekanonen im Sommer
Foto: CC0, pixabay.com

Auf der anderen Seite führt die technische Beschneiung dazu, dass Pisten später schmelzen als Naturschneefelder, sodass die Flora erst mit Verzögerung in die Sommersaison starten kann. Dadurch kann die Vegetationszusammensetzung langfristig gestört werden. Pflanzen, die es schaffen, sich in kurzer Zeit zu entwickeln, werden die verdrängen, die bis zur Produktion von Früchten und Saatgut mehr Zeit benötigen.

Ein weiterer Nachteil: Für die Beschneiung der Skipisten im Alpenraum wird pro Saison mehr Wasser verbraucht, als von der Stadt München innerhalb eines ganzen Jahres. Strom kostet die Herstellung von technischem Schnee etwa so viel wie die Stadt Nürnberg im Jahr verbraucht.


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