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Stadtrundgang auf der "Erbsenspur" durch Parchim

Stadtrundgang · Mecklenburg-Schwerin
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Tourismusverband Mecklenburg - Schwerin e.V. Verifizierter Partner 
  • Mühlenwehr_Brockis_Hotel_Stadt_Hamburg
    / Mühlenwehr_Brockis_Hotel_Stadt_Hamburg
    Foto: Brocki´s Hotel Stadt Hamburg
  • / Die Kirche St. Marien in Parchim - Anfahrt von der Elde aus gesehen
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Die Kirche St. Marien in Parchim
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Die klassizistische Giebelfront des Zinnhauses
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Die Pfarrkirche St. Georgen in der Altstadt von Parchim
    Foto: Stadt Parchim
  • / Außenansicht der Kapelle
    Foto: Stadt Parchim
  • / Detail des Kapellengiebels
    Foto: Stadt Parchim
  • / Das Rathaus der Stadt Parchim
    Foto: Stadt Parchim
  • / Das Hotel von der Marktansicht
    Foto: Kaiserlichen Postamt Parchim
  • / Die Kirche St. Marien in Parchim
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Die Kirche St. Marien in Parchim
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Wasserwanderrastplatz und Caravanstellplatz Fischerdamm Parchim
    Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
  • / Reste der mittelalterlichen Stadtmauer von Parchim
    Foto: Stadt Parchim
  • / Blidensteine in den Parchimer Wallanlagen
    Foto: Stadt Parchim
  • / alter-friedhof-parchim-1
    Foto: Stadt Parchim
m 150 100 50 2,0 1,8 1,6 1,4 1,2 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 km Hafen Parchim Fischerdamm Pfarrkirche St. Georgen Parchim Altes Rathaus in Parchim Pfarrkirche St. Marien Parchim Parchimer Wallanlagen Park "Alter Friedhof" Stadtmuseum Parchim Zinnhaus Parchim
Der Sage nach beendete eine mutige Frau mit einer Spur aus Erbsen das grausame Treiben des Parchimer Räubers Vieting. Auf diesem Stadtrundgang durch Parchim folgen Sie der Sage und entdecken Parchims Sehenswürdigkeiten.
leicht
2,2 km
1:30 h
10 hm
3 hm

Dieser Rundgang führt Sie nicht nur zu schönen Bauten und Gassen in der Parchimer Altstadt, sondern folgt auch den Spuren der Sage von Räuber Vieting. Dessen wildes Treiben versetzte die Bewohner von Parchim und Umgebung vor Jahrhunderten in Angst und Schrecken. Der Sage nach gelang es einer mutigen Frau die Parchimer zum Versteck des Räubers zu führen, sodass der Räuber verhaftet und verurteilt werden konnte. Die Tour beginnt am ehemaligen Neuen Tor und führt über die Lange Straße zur St. Marienkirche, vorbei am Zinnhaus, dem Mönchhof und der mächtigen St. Georgenkirche. Hinter der Kirche gelangt man über den Schuhmarkt mit dem Rathaus und dem Alten Markt in das Zentrum. Am Museum vorbei, folgen wir der Erbsenspur zu den Wallanlagen, zur gotischen Bartholomäuskapelle und dem Moltkeplatz. In unserem Stadtrundgang erfahren Sie Wissenswertes über die Sehenswürdigkeiten und erfahren mehr über Geschichte der Erbsenspur und des Räubers Vieting.

 

 

 

Autorentipp

Parchim ist Teil der "Europäischen Route der Backsteingotik". Die beiden mächtigen Kirchen und der gotische Rathauskeller sind besuchenswert.
Profilbild von Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e.V.
Autor
Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e.V.
Aktualisierung: 02.10.2020
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
53 m
Tiefster Punkt
44 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Einkehrmöglichkeit

Brocki´s Hotel Stadt Hamburg
Hotel Stadtkrug
Hotel garni Zum Kaiserliches Postamt

Sicherheitshinweise

Innenstadtbereich mit Fahrzeugverkehr.

Weitere Infos und Links

Begeben Sie sich begleitet von Räuber Vieting auf die Erbsenspur. Stadtführungen vermittelt die Stadtinformation in Parchim.

Start

Schleuse, Vor dem Neuen Tor (44 m)
Koordinaten:
DG
53.429368, 11.838010
GMS
53°25'45.7"N 11°50'16.8"E
UTM
32U 688542 5923787
w3w 
///haie.schwester.grillen

Ziel

Moltkedenkmal

Wegbeschreibung

Die Sage vom Räuber Vieting

"Vieting hatte seine Höhle im Sonnenberg bei Parchim unter dicken Buchen. [...] Drei Mann soll er um sich gehabt haben. Vieting hatte einen Draht mit Klingel über die Stolper Landstraße gezogen. Wenn es klingelte, eilte er aus seiner Höhle und beraubte die Leute. Eines Tages gingen zwei Mädchen vorüber. Die eine tötete er, die andere nahm er zur Frau. Er sagte zu ihr, dass sie es gut haben würde, wenn sie seine Frau wird. Als eines Tages die Vorräte ausgingen, schickte er das Mädchen nach Parchim zum Einkaufen. Vorher musste sie einen Eid leisten, dass sie keinem Menschen von seinem Aufenthaltsort erzählen dürfe.  Ihre wiedergewonnene Freiheit wollte sie behalten, aber den Schwur auch achten. So klagte sie dem Schlagbaum am Parchimer Stadttor ihr Leid: Schlagbaum ich klage dir, Vieting, der plagt mich, Sieben Jahre hat er mich schon geplagt, wie lange er mich noch plagen wird, weiß ich nicht. Wo ich die Erbsen hinstreue, da folgt mir. Wo die letzten Erbsen sind, da ist Vieting gewiss. Die Wache am Neuen Tor vernahm die Worte und alamierte die Bürgerschaft. Bald folgte eine bewaffnete Schar den ausgestreuten Erbsen. Vieting wehrte sich tapfer, doch letztendlich fingen sie ihn und sperrten ihn so fest in einen Käfig, dass er darin ganz krumm saß. So haben sie ihn durch die Stadt geführt. Die Parchimer verurteilten ihn zum Tode. Vor der Hinrichtung durfte er eine letzte Bitte äußern. Er bat, dass ihm sein Mädchen noch einen Kuss geben solle. Sie küsste ihn ahnungslos. Da biss er ihr zur Strafe die Zunge ab. Seinen Schatz im Sonnenberg hat man bis heute nicht gefunden. [ Aus Parchimer Sagen von Burghard Keute S. 198 ff.]

 

Neues Tor und Stadtmauer

Unser Gang auf der Erbsenspur durch die Altstadt beginnt vor dem ehemaligen Neuen Tor. Heute befindet sich hier die 1938 erbaute Schleuse der Müritz-Elde-Wasserstraße. Das alte Tor wurde 1797/1838 abgerissen. Dem aufmerksamen Beobachter wird neben der Schleuse ein Mauerrest auffallen, ein Rest der alten Stadtmauer.

  • Der Sage vom "Räuber Vieting" nach soll hier das gefangene Mädchen dem Schlagbaum geklagt haben. 
    "Schlagbaum ich klage dir, Vieting, der plagt mich, Sieben Jahre hat er mich schon geplagt, wie lange er mich noch plagen wird, weiß ich nicht. Wo ich die Erbsen hinstreue, da folgt mir. Wo die letzten Erbsen sind, da ist Vieting gewiss. Die Wache am Neuen Tor vernahm die Worte und alamierte die Bürgerschaft. "

Marienkirche

Auf unserem Weg in die Innenstadt erreicht man nach kurzer Zeit die St. Marienkirche. Der Bau wurde 1278 geweiht. Bemerkenswert sind die jüdischen Grabsteine, die als Fundamente benutzt wurden. Zur Ausstattung der Kirche gehören die Tauffünfte (1365), der Altaraufsatz, die Kanzel und die Orgel.

  • Die mit alten Linden bestandene Grünfläche um die Kirche herum war zu Lebzeiten unseres Räubers ein Friedhof.

Zinnhaus und Moltke-Haus

Die nächste Station ist das Zinnhaus, einer der schönsten Fachwerkbauten der Stadt. Es wurde 1612 errichtet und trägt den Namen von den Zinngießern, denen das Haus einst gehört hat. Parchim ist bekannt für seine schönen historischen Haustüren wie am Zinnhaus. Daneben fällt ein typisches Fachwerkhaus auf, das Geburtshaus von Helmut von Moltke. Am 26.10.1800 erblickte hier der spätere preußische Generalfeldmarschall das Licht der Welt.

 

Mönchhof

Weiter geht es über eine weitere Brücke, die einen der Eldearme in der Stadt überspannt. Wir befinden uns auf einer Flußinsel mit dem "Mönchhof". Heute befindet sich hier eine Schule. Den Namen hat der Mönchhof jedoch von von den Franziskanern, deren Kloster sich einst an der Stelle der heutigen Schule befand.

 

Fischerdamm, Hafen und Wasssermühlen

An der Schule vorbei erreichen wir den Fischerdamm. Am Fischerdamm hat sich von jeher energieintensives Gewerbe angesiedelt. Im Mittelalter lieferte Wasserkraft die Energie. Hier drehten sich die riesigen Wasserräder der Walkmühle und der Getreidemühlen. Im Gegénsatz zur Tuchfabrik gibt es die Getreidemühle noch heute. Sie ist als beeindruckender Ziegelbau auf der Südseite des Fischerdamms zu sehen. Hier schlug einmal das "Industrielle Herz" der Stadt.

  • Auch Vietings Herz wird hier schneller geschlagen haben, denn es könnte sein, dass er in dem Turm der Stadtbefestigung, der früher hier stand, bis zu seiner Hinrichtung gefangen gehalten wurde. Er wird die Gesänge der Mönche und das Rauschen der Wassermühlen gehört haben - ob er sich daran erfreute? Wohl kaum!

 

Kapelle zum Heiligen Blut

Gehen wir zurück zur Langen Straße und weiter bis zur Blutstraße. Sie hat ihren Namen von der Kapelle Zum Heiligen Blut, die sich einst hier befand. Der Name soll auf einen, in einem Jaspisstein  eingeschlossenen Blutstropfen Christi zurückzugehen, den der Graf von Schwerin 1222 nach Parchim brachte. Es entwickelte sich eine bedeutende Wallfahrt. Nach der Reformation war damit Schluss und die Kapelle wurde zum Armenhaus und 1605 zur Unterkunft der Großen Stadtschule. 1798 wurde das baufällige Gebäude abgebrochen. Die gewaltigen Granitsteine der Fundamente hat man bei der Errichtung des Hauses Blutstraße 3/4, der neuen Großen Stadtschule, wiederverwandt. In diesem Haus legte Fritz Reuter sein Abitur ab.

 

St. Georgenkirche

  • Die nächste Station ist nicht zu übersehen. Wir nähern uns der St. Georgenkirche auf dem gleichen Weg, den einst die Ratsherrn zum Kirchenbesuch nahmen und vielleicht auch Vieting auf seinem schweren Weg zum Galgen.

Auffällig  sind die vielen kleinen Vertiefungen in den Backsteinen. Sie wurden von verzweifelten Parchimern in das Mauerwerk geritzt. Es war die Zeit des Wunderglaubens. Das Steinmehl wurde den Pestkranken als Medizin unter die Nahrung gemischt. Aber es half nichts, auch Parchim wurde schwer von der Pest heimgesucht. 1289 wurde der Bau der heutigen Kirche unter Einbeziehung der Reste des Vorgängerbaues, einer abgebrannten spätromanischen Basilika begonnen. Die St. Georgenkirche enthält eine kunstgeschichtlich bedeutsame Innenausstattung. Sehr zu empfehlen ist auch der Blick vom Kirchturm.

 

Schuhmarkt, Rathaus und Alter Markt

Hinter der Kirche gelangen wir zum Schuhmarkt, der zunächst durch den Stufengiebel des Rathauses auffällt. Die Treppengiebel und der Ratskeller entstammen der gotischen Zeit, da sie im 14. Jahrhundert errichtet wurden. Von 1708 bis 1818 war hier der Sitz des höchsten mecklenburgíschen Gerichts.

Wenn das Rathaus umrundet ist, gelangt man zum Alten Markt. Er ist Zentrum der Stadt und wurde bereits 1282 erwähnt. Der Alte Markt wird durch die Spannung geprägt, die durch den Stufengiebel des Rathauses und einen Renaissancegiebel eines Fachwerkhauses gegenüber entsteht.

 

Stadtmuseum und Wallanlagen

Wir folgen dem Verlauf der Lindenstraße und gelangen zum Museum der Stadt. Ein Besuch des Museums lohnt sich immer.

Weiter geht es auf der Lindenstraße bis uns links und rechts die wunderschönen grünen Wallanlagen auffallen. Von hier aus können wir auch direkt auf die "grüne" Goetheschule blicken. Wir drehen an dieser Stelle um, gehen wieder ein Stückchen zurück und durch die Alte Mauerstraße und die Spiekerstraße und gelangen so zum "Auf dem Sassenhagen"

 

Bartholomäuskapelle

Von hier aus haben wir über die Mittelstraße die gotische Bartholomäuskapelle erreicht. Sie wurde 1249 in der Pestzeit gestiftet und diente im Laufe der Jahrhunderte  verschiedenen Zwecken, z. B. nach der Reformation Kornspeicher, Herberge, Armenhaus und evangelisches Vereinshaus.

Genau gegenüber befindet sich ein sehr interessantes Fachwerkhaus - die Mittelstraße 12. Es soll das zweitälteste Haus in Parchim sein und besitzt in seinem Inneren als einziges Haus in Parchim einen rekonstruierten Hausbaum. Wir verlassen nun die Rosenstraße und gehen die Bauhofstraße in Richtung Stadtzentrum und erreichen den Ziegenmarkt. Von hier aus bietet sich ein sehr interessanter Blick auf das Rathaus und die St. Georgenkirche.

Galgenberg und Moltkeplatz

  • Nun gehen wir über die Apothekenstraße zum Moltkeplatz. Hier stand einmal das Kreuztor. Durch dieses Tor musste auch Vieting geführt worden sein, als man ihn zum Galgenberg brachte. Der Galgenberg liegt heute etwas versteckt am Ende der Buchholzallee. Das Kreuztor wurde 1847/48 abgerissen, aber seitlich ist ein größeres Stück der Stadtmauer erhalten geblieben. 

 Am Moltkeplatz fällt besonders die Sparkasse auf. Das Gebäude war einst das "Wallhotel", das beste Hotel der ganzen Stadt. Erbaut wurde es 1863 im "englisch-gotischen" Stil, der damals sehr beliebt war. 1945 richtete sich dort der sowjetische Stadtkommandant ein. Unsere Tour endet auf der gegenüberliegenden Seite. Hier findet man das Moltkedenkmal von 1876, das dem Platz den Namen gab.

Rückweg zum Startpunkt/Parkplatz

Unsere Erbsenspur ist hier zuende. Für den Rückweg zum Parkplatz oder zum Ausgangspunkt können Sie nun wieder in Richtung des Fischerdamms gehen oder auf den schönen, parkartigen Wallanlagen bis zur Lindenstraße zurückgehen und dann den Rückweg durch die Stadt antreten. Kehren Sie gerne in eines der Restaurants in der Stadt ein. Wer Lust hat seine Wanderung noch fortzusetzen, dem empfehlen wir beispielsweise den Wanderweg um den Parchimer Wockersee oder eine Wanderung zur Vietingshöhle in den Sonnenbergen. Informationen gibt es bei der nahegelegenen Stadtinformation in Parchim in der Blutstraße.

 

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Parchim verfügt über einen Regionalbahnhof und einen Zentralen Omnibusbahnhof.

Regionalbuslinien und CityBusLinie Nr. 7

Anfahrt

Mit Bus und Bahn bis Parchim Bahnhof oder ZOB.

Mit Pkw über A24 oder A 19 bis Parchim und mit Cityleitsystem zum Parkplatz P1 Zentrum Süd Fischerdamm oder P Mühlendamm.

Mit dem Boot über die Müritz-Elde-Stör-Wasserstraße zum Wasserwanderrastplatz Fischerdamm Parchim

Parken

Großparkplatz Fischerdamm (kostenfrei), auch für Busse. Wohnmobil und Caravanstellplatz vorhanden.

Koordinaten

DG
53.429368, 11.838010
GMS
53°25'45.7"N 11°50'16.8"E
UTM
32U 688542 5923787
w3w 
///haie.schwester.grillen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Parchim - Auf der Erbsenspur entdecken - Erhältlich bei der Stadtinformation Parchim

Kartenempfehlungen des Autors

Parchim - Auf der Erbsenspur entdecken - Erhältlich bei der Stadtinformation Parchim

Ausrüstung

Bequemes Schuhwerk.

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
2,2 km
Dauer
1:30h
Aufstieg
10 hm
Abstieg
3 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Einkehrmöglichkeit Rundtour familienfreundlich kulturell / historisch barrierefrei kinderwagengerecht

Statistik

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