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Wanderung empfohlene Tour

Entdecke die Biosphäre Schaalsee. Alles außer gewöhnlich, einmal um den Lankower See

· 1 Bewertung · Wanderung · Binnenland Schleswig-Holstein
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Frank Strauß & Familie
  • Foto: Frank Strauß & Familie, Community
m 50 40 30 14 12 10 8 6 4 2 km
Irgendwann in der – alles außer gewöhnlichen – Blütezeit des »Gewöhnlichen Besenginsters« zwischen Mai & Juni steht diese rund um den Lankower See (und in einer für die Natur sicheren Entfernung der Grammsee) führende Wanderung bei uns auf dem Programm, das »Grüne Band« verwandelt sich nun in ein Ginster-gelbes. Erst das Endecken eines schmalen Pfades am Nordhang des Sees eröffnete die Idee für diese wahrlich grenzerfahrende Wanderung zu dem in DDR-Zeit geschleiften Dorf Lankow - und gleichzeitig in eine Natur von wilder Schönheit
leicht
Strecke 14 km
2:04 h
23 hm
23 hm
53 hm
30 hm

In der ehemaligen Grenzregion, welches das Ziel der Tour ist, konnten sich, insbesondere auf der mecklenburgischen Seite, Seen, Wälder, Sümpfe und Heiden teilweise über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Auch auf der holsteinischen Seite ist ein Großteil der Flächen aus der forstwirschaftlichen Nutzung herausgenommen, so dass die Wälder völlig sich selbst überlassen sind und einer naturnahen Entwicklung nichts mehr im Wege steht.

NSG Lankower See. Steile Hänge, fjordartige Buchten und eine große Insel, das alles wurde geformt infolge der Gletscherschmelze vor etwa zehntausend Jahren. Ein dichter Schilfgürtel umgibt den See. In den Niederungen entdeckt man Schwarz-Erlen, Birken und Grauweiden. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden großflächig Waldflächen gerodet und fortan landwirtschaftlich genutzt. Ganze 44 Brutvogelarten wie Rohrdommel, Haubentaucher, Eisvogel und Teichrohrsänger wurden hier nachgewiesen. Auch ist der See ein bedeutendes Rastgewässer etwa für Graugänse, Reiherenten und Kormorane.

NSG Lankower Seeufer, Grammsee und Umgebung. Als Teil des »Grünen Bandes« auf schleswig-holsteinischer Seite entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze stellt das Gebiet mit seinen überwiegend von Laubwaldbeständen geprägten Bereiche unter Schutz. Die Waldgebiete die früher forstwirtschaftlich genutzt wurden dürfen sich heute natürlich entwickeln. Der Grammsee ist von einem Erlenbruchwald umgeben, zu dem sich Grauweiden und Moorbirken gesellen. Die den See umgebenden Schilfzonen und Waldgebiete Rohrdommel, Rohrweihe, Teichrohrsänger, Rohrammer, Zwergtaucher, Pirol, Schlagschwirl und Sprosser einen prächtigen Lebensraum.

Das Schutzziel des 25 Hektar großen NSG Der Ewige Teich besteht im Erhalt einer als Grünland genutzten Niederung im Biotopverbund zwischen den Naturschutzgebieten Lankower See und Goldensee. Die Flächen lagen zu DDR-Zeiten abgeschieden und unzugänglich nahe der innerdeutschen Grenze.

Lankow. Das 1209 erstmals erwähnte Dorf, wie Dechow Gründungen des Ratzeburger Bischofs, bestand Ende des 19. Jahrhunderts aus 3 Bauernstellen, fünf Büdnerein, 3 Katen und einer kleinen Schule. Im Zuge der Grenzsicherung wurden 1952 und 1961 (Deckname: Kornblume und Ungeziefer!) unliebsame Bürger zwangsumgesiedelt. Um den Anschein von Normalität zu suggerieren ließ die SED-Regierung noch jene Häuser renovieren die vom Westen aus sichtbar waren, bevor 1976 das mittlerweile unbewohnte Dorf ganz abgetragen und der Bauschutt in den See geschoben wurde um freies Sichtfeld zu haben. Neben einem zauberhaften Platz an einer Landzunge des Lankower Sees zeugen heute noch Gebäudereste und Obstbäume von der einstigen Besiedlung, ebenso eine Infotafel mit dokumentarischen Fotos des historischen Dorfes.

Autorentipp

Sonntags die Tour machen und im Gastgarten des Cafés »Im Sande 7« eine wohlverdiente Pause einlegen!
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
53 m
Tiefster Punkt
30 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Café: Im Sande 7

Macht diese Wanderung Sonntags (denn nur dann geöffnet!) und besucht im Anschluss noch dieses zauberhafte Gartencafé mit einer wirklich sensationellen Kuchenauswahl und auch einigen herzhaften saisonalen Gerichten. Alles ist hausgemacht, es werden ausschliesslich Bio- und Demeterprodukte verwendet. (Sande 7, 23909 Ziethen) https://sandesieben.de/cafe-und-garten.html

Anschauen: Das Grenzhus

Wenn Ihr nun endgültig neugierig geworden seid und mehr über die jüngste Vergangenheit des geteilten Deutschlands erfahren möchtet, gewinnt Ihr im nahen Schlagsdorf spannende Erkenntnisse über das Leben dies- und jenseits der Grenze von 1949-1989. (Neubauernweg 1, 19217 Schlagsdorf) http://www.grenzhus.de/grenzhus.html/

Übernachten: Bauernkate-Klein-Thurow

Wer möchte, kann gerne bei uns hier im Biosphärenreservat Schaalsee nahe des Startes der Tour, ebenfalls in schönster Natur eine ruhige Unterkunft finden, wir vermieten in einer denkmalgeschützten, ehemaligen Landarbeiterkate, zwei mit historischen Möbeln eingerichtete Ferienwohnungen. In der benachbarten Fachwerkscheune erwartet euch, neben einem weiteren Apartment, auch ein kleines Heuhostel und B&B. www.bauernkate-klein-thurow.de

Bewertet und kommentiert gerne die Touren, wir sind für alle Hinweise dankbar!

Start

Parkplatz an der B208 zwischen Mustin und Sande (52 m)
Koordinaten:
DD
53.696149, 10.852882
GMS
53°41'46.1"N 10°51'10.4"E
UTM
32U 622332 5951310
w3w 
///umrandung.wozu.bremsen

Ziel

Selbiger Parkplatz

Wegbeschreibung

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der B208 zwischen Mustin und Sande. Nachdem die Tour im Offline-Modus heruntergeladen ist (empfehlenswert, die Wegbeschreibung ist darauf abgestimmt), folgt den kleinen Pfaden der Navigation am Baalen-Moor (Ein Kesselmoor in einer ablusslosen Senke) vorbei bis ihr die Bundesstraße erreicht: diese, in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts angelegte Lindenallee, ist obwohl schattenspendend und hübsch anzusehen das einzige etwa 2 Kilometer lange Manko der Wanderung. Am Ortsausgang von Mustin, direkt hinter dem ehemaligen Bahnhof der Schmalspureisenbahn, das Anfang des 20. Jahrhunderts Klein-Thurow mit Ratzeburg verband) erlasst ihr den Gehweg und wendet euch auf dem schmalen asphaltierten Weg Richtung Grammsee.

Unmerklich, wechselt ihr das Bundesland, einst unüberwindbare Landesgrenze. In Mecklenburg angekommen gelangt ihr, umgeben von reichlich Besenginster und einigen Naturschutzgebieten (siehe Beschreibung), auf einem Feldweg zum Ufer des Lankower Sees. Genau an diesem zauberhaften, zu einem Bad einladenden Platz war zur Grenzsicherung einst ein Zaun aus Streckmetall von Ufer zu Ufer gespannt. Die entstehende Verwirrung wechselt dann bei uns immer wieder in Entsetzen wenn wir etwas oberhalb den »Dorfplatz« von Lankow in Augenschein nehmen und außer kleinen Hinweisen auf die ehemalige Besiedlung wie verwilderte Rosen oder Fundamentresten nichts mehr finden. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Ort drei Bauernstellen, fünf Büdnereien und drei Katen. Eine kleine Schule existierte von 1869 bis 1938 (siehe Lankow). Eine Informationstafel dokumentiert anschaulich die leidvolle Geschichte dieses über 800 Jahre alten Dorfes.

Unterhalb des Dorfplatzes schlängelt sich der Feldweg entlang einer »wilden« Weide aus Wildblumen, auf der sehr oft Schafe (fast möchte man sagen: friedlich) grasen, und mündet in einen Pfad der um das nördliche Ende der Bucht führt. Ihr quert die Holzbrücke über den Molzahner Bach, nach einem Stück in Ufernähe folgt ein kurzer steiler Anstieg auf den Resten des Kolonnenweges. Rasch erreicht ihr am Waldrand eine Weggabelung, an der ihr Euch nach Süden wendet. Der Feldweg verkleinert sich bald zu dem eingangs erwähnten Pfad, der aber ganzjährig ganz gut erkennbar ist. Glücklich wer hier lange Hosen trägt, es säumen teilweise hüfthohe Brennesseln den Weg, der in seinem weiteren Verlauf wieder zu einem fragmentarisch erhaltenen Kolonnenweg wird. An seinem Ende am Mechower See hörte man von Weitem schon am 31. Dezember 1989 die blechernen Klänge der Utechter Blaskapelle, als DDR-Grenzsoldaten hier das große Tor im Metallgitterzaun öffneten.

Im holsteinischen Weiler Wietingsbek mit seinen alten reetgedeckten Fischerkaten geht hier der der Weg über einen Hügel, der an seiner höchsten Stelle (fast 50M über N.N.! Liebe Bayern, bitte nicht Lachen) einen reizvollen Fernblick auf den Lankower See ermöglicht. 

Etwas unterhalb an der 2. Weggabelung gilt es zu entscheiden ob ihr den kürzesten Weg zum Parkplatz wählt (geradeaus), zu dem nur Sonntags geöffneten Gartencafé »Im Sande 7« mit der begeisternden Kuchenauswahl (rechts) oder dem, im schönsten Sinn naturnahem, Uferweg an dem ihr dem Lankower See noch einmal ganz nahe seid (links). Unsere Empfehlung: verraten wir jetzt mal nicht!

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Bus von Ratzeburg bis Sande

Anfahrt

Am Besten mit dem Auto

Koordinaten

DD
53.696149, 10.852882
GMS
53°41'46.1"N 10°51'10.4"E
UTM
32U 622332 5951310
w3w 
///umrandung.wozu.bremsen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Ausrüstung

Lange Hosen und Wanderschuhe sind ratsam.

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Bewertungen

4,0
(1)
Henk H.
26.05.2022 · Community
Schöner Weg abseits der Hauptstraßen. Wer sich ruhig durch den Wald bewegt wird hier und da auch mit dem ein oder anderen Reh belohnt. Vielen Dank an den Autor für den schönen Vormittag.
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Gemacht am 26.05.2022

Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
14 km
Dauer
2:04 h
Aufstieg
23 hm
Abstieg
23 hm
Höchster Punkt
53 hm
Tiefster Punkt
30 hm
Rundtour aussichtsreich familienfreundlich geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights Geheimtipp Kultur Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch

Statistik

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Karten und Wege
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