Urfter Mühle

Bewertung

EifelSchleife Kuttenbachtal (Gemeinde Kall)

Details

Ralph Vetter

20.11.2020 · Community
Die EifelSchleife „Kuttenbachtal“ ist eine aussichtsreiche und abwechslungsreiche Wanderung mit zahlreichen Weitblicken. Einziger Wermutstropfen sind die längeren asphaltierten Streckenabschnitte. Zu meinem Erstaunen war die Wanderung an einem Mittwoch gut besucht, was auch wohl auch an der guten Bahnanbindung liegen mag. Wer mit dem Auto anreist, sollte wegen der zur Zeit stattfindenden Baumaßnahmen den östlich der Bahnschienen an der Straße nach Sötenich gelegenen Park and Ride-Parkplatz als Ausgangspunkt anfahren, zumal der Wanderweg ohnehin diesen kreuzt. Sehr schnell geht es auf schönem Pfad durch Nadelwald bergauf; das hügelige Relief deutet auf historischen Erzabbau (Pingen) hin. In der scharfen Linkskurve sollte man dem ca. 50 m rechts vom Weg liegenden Ehrenmal und der römischen Wasserleitung einen Besuch abstatten. An einer Schutzhütte vorbei erreicht man den Waldrand und folgt dem Wiesenpfad in Richtung Keldenich. Ein schöner und gepflegter Rastplatz des Eifelvereins am Anfang des Pfades ist ein idealer Frühstücksplatz, zumal einem die Morgensonne wärmend ins Gesicht scheint. Der weitere Wegeverlauf führt nun über Wirtschaftswege,bis man an der Stolzenburg wieder einen schönen pfadigen Abschnitt erreicht. Den meisten Eifelwanderern dürfte dieser Bereich bekannt sein. Sowohl der Eifelblick als auch die römische Wasserleitung mit Ihrer Quertrasse ist ausreichend in der Literatur beschrieben. Nach Erreichen der Landstraße fällt die gegenüber liegende Burg Dalbenden auf, welche leider nicht zu besichtigen ist. Während der Ardennenoffensive 1944 war hier der Sitz des deutschen Oberkommandos unter Generalfeldmarschall von Rundstedt, was schließlich am 18. Dezember 1944 zur Bombardierung und Teilzerstörung der Gebäude führte. Theoretisch könnte man den weiteren Weg nun rechts abkürzen, empfehlen würde ich es nicht. Erstens würde man den Schnellimbiss in Urft verpassen, der auch in Coronazeiten geöffnet hat; zweitens könnte man den protestantischen Reidtmeisterfriedhof an der Hangseite der Landstraße gegenüber der Burg übersehen. Obwohl dieser Friedhof direkt an der Straße liegt, ist er zunächst kaum zu erkennen. Selbiger geht bis in das 17. Jhdt. zurück und ist durchweg von reichen Familien, welche durch die lokale Eisenindustrie zu Vermögen gekommen sind, belegt worden. Einige historische Grabplatten sind erhalten, ansonsten zerfällt das Areal leider. Andererseits hat dieser Platz einen morbiden Charme, der zu Fotoexperimenten einlädt, so z. B. das alte schmiedeeiserne Friedhofsgitter und die geöffnete Gruft aus dem Jahre 1909 (links neben der Friedhofsmauer). Durch das landschaftlich reizvolle Kuttenbachtal geht es auf Wirtschaftswegen nun wieder bergauf. Rückblickend erkennt man den Felssporn der Stolzenburg und bald ist in der Ferne auch Kloster Steinfeld sichtbar. Am Karolinenhof schwenkt der Weg auf die Landstraße nach rechts; hier fehlen leider die Markierungen auf der ansonsten perfekt markierten Schleife. Nach Durchquerung von Rinnen erreicht man bald den Eifelblick am Pferdekopf mit einer Schutzhütte; die Aussicht in die östliche Eifel ist hervorragend. Der Abstieg nach Golbach vollzieht sich auf einem romantischen dunklen Waldpfad. Das Gelände ist durch den historischen Eisenbergbau an dieser Stelle komplett zerwühlt und gibt der Topographie des Waldbestandes eine eigene Note. Hinter Golbach ist die Strecke mit dem Pingenlehrpfad identisch und wir dürfen noch einmal über einen schönen Hangpfad bergauf laufen, bevor es schlußendlich wieder bergab nach Kall zum Ausgangspunkt zurückgeht. Unter dem Strich eine gute kurzweilige Wanderung mit einigen Sehenswürdigkeiten und schönen Ausblicken. Glücklicherweise sind die Asphaltabschnitte auf die Gesamtstrecke verteilt, so dass zwischenzeitlich immer wieder naturnahe Wege für Abwechslung sorgen.
Gemacht am 18.11.2020
Ehrenmal am Lierberg bei Kall
Ehrenmal am Lierberg bei Kall
Foto: Ralph Vetter, Community
Rastplatz "Adlerhorst" des Eifelvereins OG Kall
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Ausblick vom "Adlerhorst"
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Aufstieg nach Keldenich
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Pfad zur Stolzenburg
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An der Gruft
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Leere Grabkammern
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historische Grabplatten
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Stilleben am Friedhofszaun
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Im Kuttenbachtal
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Ausblick nach Kloster Steinfeld
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Wegweiser zum Eifelblick
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Eifelblick mit Kalksteinbruch Rinnen
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Am Weg nach Golbach (Pingengelände)
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Kall in der Abendsonne
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