Rastmöglichkeit

Bewertung

EifelSchleife Von Bären und Bärlauch (Gemeinde Kall)

Details

Ralph Vetter

12.12.2020 · Community
Eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Wanderung. Ich kann den vorherigen Kommentar nur bestätigen und wundere mich über die negativen Bewertungen. Die Strecke ist gut konzipiert und die „Schleife in der Schleife“ sollte für jeden, der halbwegs Karten lesen kann, kein Problem darstellen. Durch Corona bedingt hat sich die Wanderfrequenz in der Landschaft deutlich verstärkt. Personenkreise, die ihr Leben ansonsten auf Events oder vor dem Smartphone verbringen, bevölkern mangels alternativer Freizeitmöglichkeiten die Wälder und haben nun das Wandern für sich entdeckt. Weitgehend unerfahren, sich nun auf neuem Terrain bewegend, entstehen dann schnell solche negativen Kommentare. Grundsätzlich würde ich nie ohne Wanderkarte losgehen. Der Kartenausdruck von „outdooractive“ ist notfalls völlig ausreichend. Mit etwas gesundem Menschenverstand sind dann auch fehlende Wegmarkierungen kein Problem. Wegen Waldarbeiten fehlt z. B. eine Markierung an der Einbiegung ins Kuttenbachtal bei Steinfelderheistert. Ein Blick auf die Karte genügt und zeigt mir an, dem rechten Ufer des Bachlaufes zu folgen. Problem gelöst, so einfach ist das… Doch zurück zur Wanderung, die ich konditionell nicht als „schwer“ einstufen würde. Wer die Abtei Steinfeld schon kennt, kann sich den Stichweg sparen und die Runde ab dem Bahnhof Urft beginnen. Ansonsten ist Steinfeld natürlich eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, die man nicht verpassen sollte. Vom Parkplatz bergab über einen schönen Waldweg gehend, erreicht man das Gillesbachtal. Jetzt in der dunklen Jahreszeit würde ich die Wanderung im Uhrzeigersinn begehen, damit die Frühnebel nicht die Aussicht am Königsberg behindern. Ein kurzes Stück dem Tal nach rechts folgend, wird bald am anderen Ufer die Hallerthaler Mühle erkennbar. Bald darauf zweigt der Bach nach Süden in das Naturschutzgebiet ab. Hier beginnt die „innere Schleife“, der man aber zunächst wiederum auf einem Stichweg folgen muss. Eine kleine Bank am eigentlichen Beginn des „Inneren Rundweges“ bietet sich bei guter Sicht auf das Tal für eine erste Rast an. Der nun folgende pfadige Rundweg durch das Naturschutzgebiet ist vor allem im März wegen der reichen Vorkommen an Küchenschellen und im Juni/Juli für verschiedene Orchideenarten berühmt. Auch jetzt im morgendlichen Spätherbstnebel ist ein gewisser landschaftlicher Reiz nicht zu verhehlen. Zurück auf dem Hauptweg öffnet sich der Wald bei Wahlen und wir müssen ein Stück über Asphalt weiter aufsteigen, bis schließlich bei Steinfelderheistert das Kuttenbachtal erreicht wird. Auf der Höhe gibt es zuvor noch einige reizvolle Ausblicke in die südwestliche, schon leicht eingeschneite Eifel, die von leichten Nebelschwaden durchzogen, eine zauberhafte Winterstimmung erzeugt. Das landschaftlich reizvolle Kuttenbachtal wird auf einem naturnahen Waldweg randlich begleitet. Unterwegs bietet sich an der „Hermann-Josef“-Quelle ein idyllischer Rastplatz zur Brotzeit an. Die Stolzenburg in Sicht, wird bald das Urfttal erreicht. Am Bahnhof angelangt (50 Meter rechts von der Haltestelle ist ein Schnellimbiss!!!), ist der kleine Ort schnell durchquert. Wer möchte, sollte vorher noch einen kurzen Abstecher zur Burg Dalbenden und dem gegenüber liegenden Friedhof machen (siehe Kommenbtar zur EifelSchleife "Kuttenbachtal"). Der kleine Ort ist bald durchquert und es geht wieder bergauf. Zunächst noch schotterig, wird der Weg bald zum Pfad und wird nun wieder durch Laubwald beherrscht. Identisch mit dem Eifelsteig erreicht die EifelSchleife schließlich den bergauf liegenden „Eifelblick“ am Königsberg. Der Ausblick mit Ruhebank und Sichtachse auf die Abtei Steinfeld ist sensationell und kaum zu toppen. Der Weg bleibt weiterhin anggenehm und bleibt im jetzt entlaubten Wald. Nach Querung einer Straße wieder im Gillesbachtal angekommen, führt die Tour über eine Brücke (mit einem daneben liegenden Rastplatz) zurück zum Ausgangspunkt. Wer in Steinfeld gestartet ist, muss nun wieder den Stichweg bergauf zum Parkplatz gehen. Auch wenn man das Anwesen der Abtei schon oft besucht hat, so kann immer wieder neue Dinge entdecken. Wer sich über die vielen Äpfel am Sarkophag des Hl. Hermann Josef wundert, dem kann ich als Kölner weiterhelfen. Laut Legende stammte Hermann Josef aus einer armen mittelalterlichen Familie und hatte ein inniges Verhältnis zur Gottesmutter. In der Kölner Kirche St. Maria im Kapitol legte er einen Apfel als Opfergabe an ein Marienbildnis. Danach nahm die Gottesmutter den Apfel an sich und legte ihn wieder in seinen Schoß. Soweit die Geschichte des „Apfelheiligen“, der vom Volk sehr verehrt wurde, obwohl über Jahrhunderte gar keine Heiligsprechung erfolgte. Einen Besuch wert ist auch der angrenzende Soldatenfriedhof. Hier ruhen unter anderem russische (oder besser gesagt ehemalige sowjetische) Soldaten, die auf der Seite der deutschen Wehrmacht gekämpft haben. Auf der Flucht vor dem Stalinismus gerieten sie nun in die Fänge des anderen Diktators. Über eine Million „Russen“ waren damals auf deutscher Seite als "Freiwillige" eingesetzt; kaum einer wird den 8. Mai 1945 überlebt haben, als die Westalliierten diesen Personenkreis durch Auslieferung an Stalin dem sicheren Tod übergaben. Welche Schicksale und Tragödien sich hier abgespielt haben müssen, kann man bestenfalls erahnen. Nachdenklich gehe ich zu meinem Wagen zurück und frage mich, ob die Lehrerschaft des benachbarten Gymnasiums diese Aspekte im Geschichtsunterricht schon einmal thematisiert hat; wohl eher nicht. Aber zurück zur Wanderung: unbedingt machen !!! – ein recht hoher Pfadanteil und entsprechendes Erlebnispotential gleichen die Asphalt- und Schotterstrecken mehr als aus; mindestens 4 Bewertungspunkte sind angebracht und es sei nochmals gesagt: Wanderkarte nicht vergessen …..
Gemacht am 09.12.2020
Kalkmagerrasen im Gillesbachtal
Kalkmagerrasen im Gillesbachtal
Foto: Ralph Vetter, Community
Abzweig der "Inneren Schleife " im Gillesbachtal
Foto: Ralph Vetter, Community
Wetterumschwung bei Steinfelderheistert
Foto: Ralph Vetter, Community
Im Kuttenbachtal
Foto: Ralph Vetter, Community
Rastplatz am Hermann-Josef-Brunnen
Foto: Ralph Vetter, Community
klares Quellwasser
Foto: Ralph Vetter, Community
Foto mit Symbolcharakter: "Die Kirche-verfault und vernebelt"
Foto: Ralph Vetter, Community
Blick zur Stolzenburg
Foto: Ralph Vetter, Community
Indianer im Eifelwald ???
Foto: Ralph Vetter, Community
Eifelblick am Königsberg
Foto: Ralph Vetter, Community
Abstieg vom Königsberg
Foto: Ralph Vetter, Community
Rastplatz und Brücke am Gillesbach
Foto: Ralph Vetter, Community
Die berühmte Westfront der Basilika
Foto: Ralph Vetter, Community
Der "Apfelheilige"
Foto: Ralph Vetter, Community
in deutschen "Diensten" gefallen
Foto: Ralph Vetter, Community

1 Kommentar

Damian Meiswinkel
Guten Tag Ralph Vetter, recht herzlichen Dank für Ihre ausführliche 5-Sterne Bewertung der EifelSchleife "Von Bären und Bärlauch" und Ihre damit verbundenen Bilder. Das Team der Nordeifel Tourismus GmbH
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