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Themenweg empfohlene Tour

Ein Rundweg durch Seifhennersdorf

Themenweg · Seifhennersdorf · geöffnet
Verantwortlich für diesen Inhalt
oberlausitz. Verifizierter Partner 
  • Foto: Rainer Döring, oberlausitz.
m 450 400 350 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km Umgebindehaus Großer Mühlweg 5 Tourist-Information Umgebindehaus Am Großen Wehr 8 Schauhaus „Am Weißeweg 23“ Rathaus / Kirche Bulnheimschen Hof Umgebindehaus Jentschstraße 4
Entdecken Sie 78 Umgebindehäuser entlang der Mandau und des Leutersdorfer Wassers.
geöffnet
leicht
Strecke 3,8 km
1:00 h
23 hm
23 hm
367 hm
344 hm
Die Wanderung beginnt und endet am Karasek-Museum, Nordstraße 21a. Es ist ein Rundweg von ca. 3,8 km. Erführt am wertvollsten Hof und erführt am ältesten Haus vorbei und zeigt ca. 78 Umgebindehäuser in eine rfür Seifhennersdorf typischen Ausprägung.

Autorentipp

Besuchen Sie das Karasek-Museum

Profilbild von Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge
Autor
Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge
Aktualisierung: 15.09.2022
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
367 m
Tiefster Punkt
344 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

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Tourist Information Seifhennersdorf

Start

Karasek-Museum, Nordstraße 21a, 02782 Seifhennersdorf (365 m)
Koordinaten:
DD
50.934939, 14.608631
GMS
50°56'05.8"N 14°36'31.1"E
UTM
33U 472499 5642662
w3w 
///schnabel.bremsen.regelung
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Ziel

Karasek-Museum, Nordstraße 21a, 02782 Seifhennersdorf

Wegbeschreibung

1. Die Fachwerksstraßedurch Seifhennersdorfbeginnt am Karasek-Museum. Hier befindet sichauch die Touristinformationdes Ortes. Im OG erfahrenSie Wissenswertes zumOberlausitzer Umgebindehaus.Ein Modell im M 1:13kann besichtigt werden.Das Museum ist ein alterVierseithof, dessen östlicheScheune zum Wohnhaus,und die nördliche zu einerMarkthalle umgebautwurden.2. Wir gehen bis zum Rathaus und steigen rechts die Treppe zum Rathausplatzhinab. Das Rathaus ist ein stattlicher Bau, der von einer selbstbewusstenBürgerschaft 1925 errichtet wurde. Nach einem Entwurf von Bruno Paulgestaltete der Architekt Wilhelm Jost aus Stuttgart das Rathaus in Anlehnung antypische historische Gebäude im Ort, der Mittelmühle (†1972) bzw. der GroßenMühle, der wenigen steinernen Gebäude aus dem 16./17.Jd..43. An der Südseite des Platzes befindet sichdas Mahnmal an die Opfer des ErstenWeltkrieges. In einem großen S wird dieGeschichte des Krieges erzählt. EinBilderfries, der sich um das Denkmalschlingt. Sie beginnt, wie sich böse,irrationale Mächte der Menschenbemächtigen und sie zum Kampf auf Lebenund Tod manipuliert. Die Reliefs entstandenvon Raemisch und Diederich aus Berlin nacheinem Entwurf von Bruno Paul im Jahre1929. Eines der ganz wenigen pazifistischenGedenksteine in der Region. (Eineentsprechende Erinnerung an die Opfer desZweiten Weltkrieges ist leider bis heutenach 70 Jahren noch nicht entstanden).3b. Am Ende trauern die Frauen und Kinderan den Gräbern der Toten.Wir gehen die Treppe nach unten:54. Die mächtige Kirche ist eine der größten Dorfkirchen in der Oberlausitz Sieentstand 1790 an der Stelle eines Vorgängerbaues aus dem 14.Jahrhundert. DerArchitekt ist Carl Christian Eschke aus Zittau. Sie fiel 1935 einer politischmotivierten Brandstiftung zum Opfer. Turm und Umfassungsmauern bliebenglücklicherweise erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte sofort unter Leitung vomArchitekt Schiffner, Zittau. Es ist ein Saalbau mit einer bedeutenden Orgel undeiner ausgezeichneten Akustik.Wir gehen am Kirchturm vorbei.5. Rechts im Garten ein zweistöckiges Umgebinde-haus mit der Hausnummer„Rumburger Str.40“. Hier in der Oberlausitz werden Häuser mit einemObergeschossals„zweistöckig“bezeichnet, einkleines Hausmit nur einemErdgeschossdagegen ist ein„einstöckiges“Haus. Es ist imwesentlichen1763entstanden.DasUmgebindeund dieHolzstube sind unverbrettert.So lassen sich die Bauteile „Umgebindesäule“ „Knagge“, „Spannriegel“ undUmgebinderähm gut ablesen. Das Fachwerk vom Oberstock ist ein schlichtes,jüngeres Rasterfachwerk, das Fachwerk auf der Südseite dagegen ist bauzeitlich.Das Dach hat eine Naturschieferdeckung aus thüringischem Schiefer inaltdeutscher Deckung aus den 1960er Jahren. Es ist ein typisches Weberhaus. Inder großen Stube stand ein Webstuhl, rechts im Massivteil waren Kleintierställe,zeitweise wurden auch Stoffe gefärbt. Im Oberstock befanden sich die Kammern,die aber im 20. Jahrhundert in Wohnungen umgebaut wurden. DurchziehendePilger haben am Haus ein Pilgerzeichen angebracht.66. An der Südseite der Kirchegehen wir die Stufenanlage zurRumburger Straße hinab.Links das Pfarrhaus.Als eines der wichtigstenGebäude des Ortes erhielt esein Walmdach7. Geradeaus das Umgebindehaus, Rumburger Str.29.Es hat einSchiefergedecktesDach,hier ist es einSchablonenschiefer.Auffallend ist dasungewöhnlicheDachfenster, einsogenannterDachhecht, wie erinSeifhennersdorfhäufig vorkommt.Der Giebel ist mitzwei wunderschönen Schiefersonnen gestaltet, die durch ein schachbrettartigschwarz-weißes Schieferfeld verbunden sind.Das Fachwerk ist ein schlichtes Rasterfachwerk. Das Umgebinde und dieBohlenstube sind verbrettert, was dem Stilempfinden in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts entsprach. Das derbe Halbholz der Bohlen bekam einetischlermäßige, edle Überformung aus gehobelten Brettern, die abschließendfarbig gefasst wurden.Auch dieses Haus war ein Weberhaus. Rechts war ein kleiner„Kolonialwarenladen“, später war es dann die Werkstatt des Obermeisters derUhrmacherinnung Ostsachsens, Dieter Landrock.78. Der Weg führt weiter zum Haus Nr.25. Es ist ein Doppelstubenhaus, links diegroße, rechts die kleine Stube. Bohlen und Umgebinde sind nicht verbrettert.Der Oberstock ist komplett verschiefert. Der Schiefer kam mit der Entstehungder Eisenbahn nach 1850 in die Oberlausitz. In der Regel war es ThüringerSchiefer, ganz selten dagegen findet man noch den grau-grünen Schiefer aus derReichenberger (Liberecer) Gegend, der aber längst nicht so haltbar war. AmOrtgang ist manchmal rötlicher Schiefer verarbeitet. Er kam aus England undwurde als Ballast oder Rückfracht in den Schiffen mitgeführt. Immer wieder siehtman im Ort schöne Schieferbehänge teilweise in Mustern mit weißem Schiefer.Der weiße Schiefer kam aus Italien, es ist stark kalkhaltig und nicht sehrdauerhaft. In der Reparatur bzw. in der Sanierung wird heute häufigKunstschiefer, wie auch hier am Haus Nr.25, verwendet. Ganz kritisch dagegenist der Einsatz von Zementasbestplatten, wie es in der DDR-Zeit üblich war. VieleHäuser sind mit Zementasbest „verschiefert“, was ein großes gesundheitlichesRisiko darstellt, gilt doch Zementasbest als krebserregend.Die Fenster an diesem Haus wurden als einflügelige Fenster mit Sprossenteilungund Wärmeschutzglas erneuert. Zwei Fenster im Obergeschoss sindBuntglasfenster, in Bleiruten gefasst aus der Zeit um 1910. Die Haustür ist ineinem hölzernen Türstock gehangen, hier sogar mit einem Scheitelzapfen.8Das kommt in Seifhennersdorf gelegentlich vor. (z.B. Mönchsbergweg 3) In derRegel ist es ein „Türstock“ (eigentlich „Portal“) aus Granit, so wie gegenüber amHaus Nr. 30 von 1864., seltener aus Sandstein z.B.Rumburger Str. 46a.Westlich ist ein großer, massiver Anbau aus der Zeit um 1900. Seinerzeitboomte das wirtschaftliche Leben. Man versuchte, die Häuser zu erweitern. DieZeit der Holzarchitektur war vorbei. Man baute „modern“, das heißt massiv undgestaltete die Fassade im Sinne des Historismus. Hier kombinierte man einLadengeschäft mit einer darüber liegenden Wohnung.9. Der Weg führt weiterdurch denEisenbahnviadukt , einerÜberbrückung desMandautals von 1870. Esist ein markanterNatursteinbau aus demPhonolith desSteinbruches amWindmühlberg.10. Das nächste Haus in Holzbauweiseist die Nr. 20 auf der linken Seite. Eswurde in den 1990er Jahren imRahmen der Stadtsanierung instandgesetzt. Wir haben hier einengranitenen Türstock mit originalerHaustür, daneben ein „Hausfenster“ ineinem granitenen, gestocktenFenstergewände. Der Oberstock ist verbrettert, dahinter ist Fachwerk. Das Dachist auch hier mit einem Dachhecht gestaltet, es ist eine Biberschwanz-Doppeldeckung, Trockendeckung, sowie es seit 1990 allgemein üblich ist. DerSchornsteinkopf wurde gleichzeitig verschiefert, historisch waren dieSchornsteinköpfe ziegelsichtig. Der Laden links, der eigentümlich „über Eck“betreten wird, war über Jahrzehnte ein Friseur. Das Umgebinde und dieBohlenstube sind original und unverbrettert.911. Das Haus daneben mit der Nr.18 ist ebenfalls ein „zweistöckiges“Umgebindehaus. Hier ist Umgebinde und auch das Fachwerk verbrettert. DieBretter im Oberstock erhielten eine Quaderung, um eine Steinarchitekturvorzutäuschen. Seinerzeitgalten Fachwerkhäuser als„Arme-Leute-Häuser“.Die Fensterbekleidung hier istein „Dach“ auf zweiprofilierten seitlichen Blenden.In jedem Ort, ja an fast jedemHaus ist die Fensterbekleidungein Unikat. Häufig ist sieeinfacher aber es gibt auchprachtvoll gestaltete, reichverzierte Blendrahmen.12. Vor uns thront auf einer Trockenmauer aus Naturstein das UmgebindehausNr.16. Diese Mauer ist eine alte „Bachmauer“, da der alte Flusslauf der Mandaudem Verlauf derjetzigen RumburgerStraße folgte. DasHaus ist einDoppelstubenhaus,Fachwerk,Umgebinde undBlockstube sindunverbrettert. Auchhier ein hölzernerTürstock. DieWandteile um dieHaustür sind alsBlockständerwand gebautDas Haus hat einen Dachhecht und ist in einer Biberdoppeldeckung, vermörtelt,gedeckt. Leider wurden die Fenster vor 1990 durch Einscheiben-Verbundfenstert erneuert.10Wir aber gehen rechts, südwärts in die Straße „Am Großen Wehr“. Ein Name,der irreführend ist und der aus der Zeit stammt, als die Mandau in den 1930erJahren noch nicht reguliert war. Die alte Mandauschleife wurde zugunsten einesvöllig neuen Flussbettes verfüllt und darauf die Straße angelegt. Das „GroßeWehr“ wurde geschliffen. Die verheerenden Hochwässer konnten reduziertwerden, aber die Struktur des alten Ortsbildes hat sich dadurch radikalverändert.13.Wir gehen vorbei am Haus Nr.16 (links).Es ist ein sehr altes Haus, was an denhochgestellten Fenstern im Oberstockablesbar ist. Das Fachwerk, leider nichtsichtbar, hat hier noch keine Kopfriegel15. Wir kommen zum Haus Nr.8.Es bekam um 1900 einengewaltigen „massiven“ Anbau. AmHaus selbst erfolgte vor 1990 eine Sanierung mit Zementasbest und Einscheibenfenstern, was dem Zeitempfinden seinerzeit entsprach. Der Hauseingang bekam ein Vordach, das von Umgebindesäulen getragen wird14. Das nächste Haus, Nr. 14ist im Giebel und Oberstock(teilweise) verschiefert. Hierwurde bei der Sanierung Kunstschiefer eingesetztDie Ostseite, die „nicht im Wetter liegt“, blieb dagegenf achwerksichtig.1116. Wir folgen dem großen Straßenbogen und kommenzum Haus Nr.6.Hier wurde Umgebinde und Blockstube verbrettert. Das Obergeschoss ist in einem schlichten Rasterfachwerk gehalten. Das Dach hat eine Schieferdeckung in Schablonenschiefer.17. Gegenüber am Haus Nr.3 wurde das Umgebinde im Erdgeschoss durch eineMassivwand ersetzt. Das erfolgte anden Auehäusern öfters, weil durchdie Hochwässer die Holzwände starkgeschädigt wurden. DasObergeschoss ist verbrettert. DasDach hat einen ganz ursprünglichenDachhecht. Zehn kleineRundbogenfenster reihen sich aneinander, begrenzt von zwei Eckfenstern miteiner Grillage aus zwei gegenläufigen Schnecken. sogar die kleinen Fenster sindnoch mit Sprossen unterteilt.18. Wir kommen wieder zurRumburger Straße. Gegenübersteht das Haus mit derHausnummer Otto-Simm-Str.1. Esist ein ehemaliges Kleinbauernhaus.Es hat ein relativ weitjochigesUmgebinde. Erd- und Obergeschosssind verbrettert. Das Haus hat einegroße Oberlaube, die inSeifhennersdorf als „die Wache“bezeichnet wird.19. Links neben der Otto-Simm-Str.1 „auf dem Hange“ steht das stattlicheFaktorenhaus Rumburger Str.10, ein relativ junges Haus aus dem 19.Jahrhundert.Sofort fällt das prachtvolle Dachfenster, ein sogenanntes Ochsenauge, auf.Kleinere Fledermausgauben komplettieren die Biberschwanzdoppeldeckung.Farbigkeit dieses Hauses wurde in einer Sanierung nach Befund aus der Bauzeitwiederhergestellt. Es ist ein Beige-Grau mit einer erdgrünen FensterEin großartiger Treppenaufgang durch einen parkartig gestalteten Garten führtzum klassizistischen Eingangsportal mit einem „Schlussstein“, in dem einMonogramm des damaligen Bauherrn eingeschlagen ist. Durch eine schwereKassettentür tritt man ins Innere.Das Haus ist das Stammhaus zu einer altengerechten Wohnanlage, dem„Grenzlandhaus“, die zur Nordstraße hin entstanden ist. Hier im Umgebindehaussind eine Arztpraxis, ein Rechtsanwaltsbüro und kulturelle Räume von derWohnanlage vorhanden.20. Das nächste Haus an der Rumburger Straße ist die Nr.8, ein ehemaligesFaktorenhaus. Auch hier fällt sofort das große Ochsenauge auf, das mit kleinerenFledermausgauben das ziegelgedeckte Dach belichten. Breit gelagerte Stufenführen von der Straße zum Haus.12, DieFensterbekleidung.13Auch hier ein granitenesPortal, allerdings spätbarockmit Korbbogen gestaltet. ImSchlussstein die Initialen desBauherrn, außen dieJahreszahl 1829.Leider schwer erkennbar:Zwei Schlangen umschlingeneinen gefiederten Pfeil.Schlangen sind in derMythologie der Lausitz guteGeister, Glücksbringer. ImSorbischen ist der Schlangenkönignoch allgemeinbekannt, hier im Oberlandnicht mehr.1421. Gegenüber das massige Gebäudeder „Großen Schneiderei“, dem erstengroßen Fabrikbau in Seifhennersdorf. Eshatte ursprünglich eine reichhaltigehistorisierende Fassade, die allerdingsin den 1980-Jahren bei einer„Sanierung“ geschliffen wurde.Wir befinden uns hier im historischen Ortsteil „Scheibe“. Der Name sagt, dasssich von hier aus die Bebauung Seifhennersdorfs in drei Flügeln nach Ost, Nordund Süd entwickelte. Der Straßenname „An der Scheibe“ erinnert daran. Wirgehen ein kleines Stück nach links zum Haus „An der Scheibe Nr.6“.Das Haus „An der Scheibe 6“22. Das Umgebindehaus Nr. 6 ist ein Doppelstubenhaus. Blockstuben undUmgebinde sind ursprünglich und unverbrettert. Das rechte Umgebinde hatprofilierte Säulen. Wir haben einen granitenen Türstock, dementsprechend hatder Haustürbereich massive Wände. Im Nebengebäudebefand sich im 19. Jahrhundert eine Waffenschmiede. Dergewaltige Sockelstein des Ambosses liegt im Hof. Er trägtdie Jahreszahl 1837, etwas im Hintergrund steht eingroßer, ursprünglicher Schleifbock aus Sandstein.23. Wir kehren zurück zuRumburger StrHier ist das Haus Nr.1erwähnenEin großes,Doppelstubenhaus miteinem großen, schweren,profilierten Umgebinde.Am Eingang ein sehrschönes Korbbogenportalund eine ursprünglicheTür. Das Fachwerk-obergeschoss ist verbrettert, dabei ist die Traufseite ganzbesonders gestaltet. Die Bretter sind als Quadermauerwerk profiliert wordenund die ganze Fassade wird durch zwei Pilaster eingefasst. Anders, aber auchsehr schön ist die Giebelverbretterung.Der Dachhecht hat leider seine zwei Eckfenster verloren.24. Wir überqueren den Platz mit dem Kreisverkehr und stehen vor dem HausWarnsdorfer Str.5. Es ist ein ehemaliges Faktorenhaus und zeigt sein Reichtumunter anderem mit einem stolzen Hauseingang.Stufen führen zum Eingangsportal mit einem Korbbogen. Die Tür selbst ist einezweiflügelige Tür mit Rhomben, Rosetten und Sonnen gestaltet und hat einintegriertes Oberlicht mit Sonnenstrahlen und Gardinenimitation. Links undrechts sehr große „Hausfenster“. Die Fenstergewände sind ausUmgebinde ist profiliert, es ist wie auch die Blockstube original undunverbrettert.15zurStraße.zuGranit. Das16Zu 24. Das Fachwerk des Oberstocks ist verbrettert. Es imitiert einQuadermauerwerk im Zeitgeschmack um 1900. Prägend sind das großeOchsenauge in der Dachfläche und die vier kleineren Fledermausgaupen. In denWirtschaftsräumen des Massivteils links wurde brutal eine Ladenöffnungausgebrochen, ein ehemaliges Friseurgeschäft.25.Gegenüber das kleine Auehaus mitder Nr.2.Es ging in die Geschichte ein, weilhier der Räuberhauptmann Karasekgefasst und gefangengesetzt wurde.1726. Das nächste Haus Nr. 4hat leider sein Umgebindeverloren. Es war aber einwichtiges Haus, wie es dasMansarddach zeigt. Auchhier ist das Obergeschoss ineiner Quaderimitationverbrettert.Ein reichhaltig verziertesStahl-Glas Vordach schütztPortal und Haustür.(Schlussstein 1822) Die mitgranitenenFenstergewänden gefasstenHausfenster sind mit typischen Fenstergittern gesichert.Rechts im Massivteil ein Ladenausbau aus den 1950erJahren. Der „Türstock“ ist immer noch in Sandsteingestaltet, er hat einen Schlussstein, der die Jahreszahl unddas Handwerkersymbol trägt. Das Haus ist das Geburtshausvon Bruno Paul, einem weltberühmten Architekten (1874 –1968), an dem eine Tafel erinnert.27. Links vor unsdominiert das HausNr.7.EinDoppelstuben-haus,profiliertesUmgebinde,Blockstube verbrettert,die Spannriegel sindmit Scheitelzapfengestaltet. Der Eingangist mit einemKorbbogenportal ausGranit gefasst, es istübermalt, links und rechts sind hier vergitterte Hausfenster.1828. Gegenüber steht dasgepflegte, kleine Haus Nr.6.Es ist einDoppelstubenhaus,Umgebinde undBlockstuben sind verbrettert.Das mit (Kunst-)Schiefer gedeckte Dach wirddurch drei große Gaubenbelichtet, das ist nötig, weilsolche kleinen Häuser ihreSchlaf- aber auch ihreKinderzimmer „unterm Dach“ haben.Wir gehen in die Straße „An der Läuterau“29. Das erste Holzhaus istdas Haus Nr.6, einDoppelstubenhaus miteinem schlichten Fachwerkim Obergeschoss.Steilgestellte Eckstrebenstabilisieren die Wand. DasHaus hat einen großenDachüberstand. Das Dachselbst hat eineBiberdoppeldeckung miteinem schlichtenDachhecht, fünf große, liegende Fenster. Die Wand um die Haustür ist eineBohlenständerwand und ist verbrettert. DasUmgebinde hat mächtige Säulen und breiteBohlenlagen. Neben der Haustür steht einehistorische Gartensäule, ein Fundstück.Beindruckend der Blumen- und Kräutergarten.Das Häuschen im Garten mit der Hausnummer4 ist eine alte, historische Schule im OrtsteilLäuterau.1930.Am Weg weiter auf derlinken Seite steht das HausNr.3. Das ursprünglichgiebelständige Haus erhielteinen ungewöhnlichbreiten Anbau, auch imUmgebinde. So steht dasHaus nun mit breiter Frontmit seinen fünf Jochenentlang der Straße und desFlusslaufes. Das Haus istein Doppelstubenhaus, granitenem Türportalund zweier in Granit gefasster Hausfenster.Das Oberschoss ist mit flaschenschabloniertenNaturschiefer, zweifarbig, verschiefert. DasDach hat eine Biberdeckung und einenkleineren Dachhecht mit vier, liegendenFenstern.Von links treten nun die Felsen an das Tal heran. Ein kleinerWeg führt steil nach oben. Früher, als die Menschen zu Fußzur Arbeit, zum Einkaufen oder in die Schule gingen, kamendie Leute hier vom Ortsteil der Tatra herunter und quertenauf den Trittsteinen die Mandau.31. Links quetscht sich das Haus Nr.7 anden Hang. Links bekam das Haus eineStubenerweiterung. War es wegen desWebstuhls, der nicht in die Stube passte?Während des Sommers schmücken diekräftigen Farben von den Geranien(Storchschnäbeln) und Petunien denHausaufgang, am Zaun stehen dagegenRosen.2032.Links das nächste Haus ist dieNr.9, ein kleines Häuschen miteiner Hauserweiterung nachhinten „in den Berg hinein“.33. Gegenüber das Haus Nr.8, eine Kuriosität, einFünfeckhaus.Leider wurde es vom Eigentümer in den letztenJahren vergessen. Es entstand auf kleinstemGrundstück. Das Fachwerk im Obergeschoss istverbrettert, es ist „verquadert“. Sehr schön dieFensterbekleidung: Daskraftvolle Fensterbrettliegt auf profiliertenKonsolen. Zwei Pilastermit Kapitellen tragenden Fenster- „sturz“, der durch einen Zahnfriesgeprägt ist.34. Daneben das HausNr.10. Es hat eine kleineBlockstube rechts und einganz schlichtes Fachwerkim Obergeschoss.35. Gegenüber prachtvoll das Haus Nr.11, das Puppenmuseum.Treppen führen zur Haustür, die von einem hölzernen Türstock mit kräftigenScheitelzapfen gefasst wird.Vergitterte Hausfenster, üppige bekrönte Fensterbekleidungen an derBlockstube.Ein leichter roter Strich hebt die Architektur und setzt sich am Giebel fort.Das Dach hat einen Dachhecht, dessen Eckfenster einen gefiederten, nach untengerichteten Pfeil zeigen. Ist es ein Liebespfeil? Oder steht der Pfeil für diealldurchdringende Geistes- und Lebenskraft, wie es die um 1800 allgegenwärtigegriechische Mythologie behauptet, oder ist es der Pfeil, der das Böse, das vonunten kommt, abwehrt?36. Links werden die Felsen sichtbar. In einer ausgebrochenen Nische wurdedas Haus Nr.19 gebaut. Der ständige Feuchte und wegen der fehlenden Sonnemussten die Holzwände massiv ersetzt werden21,2237. Nun öffnet sich dasTal nach links. Hier bauteman ein kleines, niedlichesHäuschen, die Nr.21. Eshat rechts eine kleine,zweijochige Holzstube, einganz kleines Hausfensterund einen geschweiftenTürstock. Links die Stubeist ein Fachwerkbau,verbrettert. Das Dach istein Schieferdach mit dreistehenden Gaupen, so wie wir es nun öfter beobachten werden.38. Es folgt eine großeWiese mit einemmarkanten Haus, derNr.23. Alles istwunderschön gepflegt.Leuchtende Blumenstehen vor dem Schwarzdes alten Holzes einesDoppelstuben-hauses.Hier ist es ein Dach ineiner Biberdoppeldeckung.Drei stehendeGaupen, alle haben ein kleines, durch Konsolen getragenes Giebelchen.39. Jetzt kommt der Berg wieder näher. Linksdas Haus Nr.29, ein einstöckigesDoppelstubenhaus,. Auch hier die stehendenDachgaupen mit Pilastern und kleinenGiebelchen. Schön ist der südliche Giebel.2340. Vorher sollten wir diesen idyllischen Winkel wahrnehmen! Hoch über allemthront ein Umgebindehaus, es hat die Nr.Nr.17, links unten das sehr alte Hausmit der Nr.27, das erfreulicherweise einen neuen Eigentümer hat, der dasschwer hochwassergeschädigte Haus saniert. Etwas versteckt, rechts oben, dasHaus Nr.25: geschweifte Haustür, ein „Vorhaus“, Oberlausitzer Verschlag imObergeschoss und auch hier ein Dachhecht mit dem symbolträchtigen Pfeil inden Eckfenstern. Rechts vorn das Haus Nr.29.41. Hoch auf derMauer steht dasHaus Nr.31.Markant die„Wache“ über derHaustür. Das Hausselbst einDoppelstubenhaus. Das Fachwerkvom Oberschossist „verschiefert“,hier leider mitZementasbestplatten,so wie esin den 1970-80er Jahren oft erfolgte.24Wir gehen knapp 50m weiterund biegen an der Nr.12 nach rechts ab. Ein Stegführt über die Mandau. Wir kommen zum Großen Mühlweg.42. Vor uns das Ensemble der einstöckigen Häuser Nr.16 und Nr.18.Links das zweistöckige Haus Nr.20 und etwas weiter links das Haus Nr.13, dasehemalige Gasthaus „Mandauthal“, später eine Fleischerei und jetzt einVersicherungsbüro..Großer Mühlweg132543. Wir aber gehen nach rechts zu demgroßen, stattlichen Haus Nr.14, ein Hausmit zwei Holzstuben, einer ansehnlichenin Granit gefassten Haustür. DasUmgebinde und die Holzstube sindverbrettert. Das Ziegeldach hat auchhier einen großen Hecht mit 15 kleinenRundbogenfenstern und zweiEckfenstern, die mit einerDoppelschnecke geschmückt sind.44. Daneben das kleineUmgebinde mitDrempelgeschoss. (Ein„anderthalb-stöckigesHaus)Es wurde 1654errichtet und galt lange alsdas älteste Holzhaus vonSeifhennersdorf, bis manam Haus Am Weißeweg 23das Baujahr von 1614feststellte. Das Haus ist einDoppelstubenhaus, dabeihat die rechte Stube eine Erweiterung (um 1800) bekommen. Das Schieferdachist mit einer Spitzschablone gedeckt, jetzt, nach der Sanierung, mit einemSchiefer aus der Eifel.Das nächste Haus hat sein Umgebinde verloren, als man in den 1960er Jahrenmeinte, alles müsse modern werden45. Etwas zurückgesetzt dasgroße Haus Nr.8. Das Umgebindeist verbrettert, markant aber dasschlichte und eindrücklicheFachwerk vom Obergeschoss.Auffallend die schönen Haustürenim Stil des Historismus, dievorbildlich saniert wurden. ZweiDachhechte.War das Haus rechts davor ein Färbehäusel?2646. Wir gehen aneiner Wäschemangel(Seitengebäude zurNr.11) vorbei undstehen vor demHaus Nr.9. Auchdieses ist einDoppelstubenhaus,es hatGranitgewände umdie Haustür und denbeidenHausfenstern. Vor der Tür ein großer Hausstein aus Granit (Fletzstein). Die Türselbst eine Rahmen-Füllungs-Konstruktion, mindestens 130 Jahre alt. Vor demFachwerk im Obergeschoss ein „Oberlausitzer Verschlag“, das sindunterschiedlich breite Bretter mit Deckleisten. Unten mit eingekerbt, das sindsogenannte „Sonntage“. Die Deckleisten oben sind sehr schön zu einerVorhangimitation verbunden. Umgebinde und Bohlenstube sind verbrettert,letztere in einer Quaderung.47. Es folgt das farbenfrohe Doppelstubenhaus mit der Hausnummer 5.Das Umgebinde ist verbrettert, das Obergeschoss ist mit einem OberlausitzerVerschlag bzw. der Giebel ist verschiefert. Im Sommer schmücken Blumen dassehr gepflegte Haus. Nach hinten ist eine Abseite gut sichtbar, wenn man zuden Trittsteinen hinuntergeht.Das Haus wurde nachhinten verlängert und dasDach wird als großeSchleppe bis auf dasErdgeschossheruntergezogen. DieBewohner sprechen vom„Hinterhaus“ oder von„der Halle“.2748. Links der Bauplatzgehört zur „GroßenMühle“. Der Chronist KINDschreibt „Die Große Mühleoder Steinmühle wurde vonGeorg von Schleinitz umdas Jahr 1520 ganz steinernmit sechs Mahlgängen undstattlichem, mit Steinenausgesetzten Grabenerbaut“. Die genanntenMühlgräben und dasdazugehörige Wehr wurden um 1930 beseitigtDas Haus gegenüber, die Nr.3 ist eine ehemalige Fleischerei. Es hat um 1970 seinUmgebinde verloren49. Es folgt markant unddominierend das HausNr.1, ein zweistöckigesDoppelstubenhaus.Schlichtes Fachwerk. DasDach ist mitBitumenschindeln gedeckt,es hat einen kleinerenDachhecht mit 12Rundbogenfenstern.Wir queren die stark befahrene Zollstraße.50. Rechts ist das große, zweistöckige Haus, August-Hoffmann-Str.4., um 1900erbaut. Es entspricht in der Kubatur den damals üblichen Massivhäusern. DieWohnstube aber baute man noch im Blockbau. Man wollte wohl auf dievertraute Wohnqualität nicht verzichten. Für den Hausbau selbst war das für einUmgebindehaus typische Langhaus mit Satteldach nicht mehr zeitgemäß.(Fotosiehe nächste Seite)2850. Das Haus August-Hoffmann-Str.451. Gleich daneben Haus Nr.6, einzweistöckiges Umgebindehaus. DasUmgebinde und die Blockstube sindverbrettert und das Fachwerk imObergeschoss ist mit großformatigenPlatten belegt., Das Dach hat einen7+2-teiligen Dachhecht52. Es folgt daskleine, einstöckigeHäuschen Nr.8. DasHaus strahlt eineursprünglicheSchönheit aus. EinDoppelstubenhaus.Bohlenstube undUmgebinde sindunverbrettert undganz ursprünglich.Es sind sechsteiligeFenster mitvorgestellten Winterfenstern. Ein hölzerner Türstock mit scheitelzapfen, dasTürblatt selbst in einem Fischgräten-muster, vielleicht 200 Jahre alt. In derMassivwand im Haustürbereich zwei kleine Hausfenster. Das Dach hat eineBiberschwanz-doppeldeckung und einen prachtvollen 13 + 2-teiligen Dachhecht.Das Bild wird komplettiert durch den Apfelbaum, den vielen Sommerblumenund einem schlichten Lattenzaun.2953. Wir gehen rechts in die Jentschstraße. Hier fällt rechts sofort das große,zweistöckige Umgebindehaus Nr.4 ins Auge, ein Doppelstubenhaus. Es hat einklares, regelmäßiges Rasterfachwerk, im OG sind noch die ursprünglichen,sechsteiligen Fenster. Das Dach ist mit einer Biberschwanzdoppeldeckungversehen, hier ist es ein 8+2 teiliger Dachhecht, die Eckfenster haben einen nachunten gerichteten Pfeil. Vor dem Haus ein Blumengarten, der mit einemLattenzaun in schweren Granitsäulen gefasst ist.-Schöne Haustür und zwei relativgroße „Hausfenster“, die hier in einem Granitgewände und mit Fenstergitternangebracht wurden.54. Wir gehen weiter entlangder Mandau, die hier in den1930er Jahren ein neues Flussbettbekam, bis zum Haus Nr.8. Es istein einstöckiges Holzhäuschenmit zwei Holzstuben. DieSchlafstube war eine von denbeiden Kammern „unter demDach“, die nur am Giebel ihreFenster hatten.3055. Der Weg führtgeradeaus - jetzt alsschmaler Wiesenpfaddurch das Gelände derehemaligen Mittelmühlevon Seifhennersdorf. Siestand fast unter demViadukt. Sie wurde 1971abgebrochen, Unter- undOberlauf des Mühlgrabensebenso. Das Hausportalund eine Inschriftenplattewurden gerettet und in einer Erinnerungsmauer angebracht. Das Portal ausSandstein stammt von 1686 und ist damit eines der ältesten der Oberlausitz. Eshat zwei kräftige Schäfte, wuchtige Kämpfer und ist nach oben mit einemkreisrunden Rundbogen geschlossen. Bogen und Schlussstein sind beschriftet.Ein ähnliches Rundbogenportal, aber wesentlich schlichter, ist am HausSüdstr.10 angebracht, hier aber mit dem originalen Türblatt. Das Haus Südstr.10liegt ca. 100 südlich, am Ende der Dr.-Külz-Str.Wir unterqueren den Viadukt. Gegenüber das Haus Dr.-Külz-Str.4.56. Es ist eine ehemalige Bäckerei. (Aber auch in der Mittelmühle wurde Brotgebacken und 150 m weiter in der Rumburger Str.31, in der ehemaligenKirchschule, war schon wieder eine Bäckerei !)Das Haus hat zwei Holzstuben.Das OG ist verbrettert. ImDach ein 4 + 2-teiligerDachhecht. Im Garten stehteine lustige Wetterstation.Wir aber queren die Dr.-Külz-Straße.Vor 1945 wurde sie„Rentschstraße“, benanntnach dem Gründer der großenWeberei, die nun seit 1990 unbenutzt und leer dasteht.Wir gehen in den Eschenweg.3157. Links ein kleines,einstöckigesUmgebindehäuschen, dass sichallerdings erfolgreich hintereiner Hecke versteckt. Es hateinen gewaltigen massivenAnbau. So versuchte man um1880 … 1900 der Wohnungsnotzu begegnen. Das Häuschen hateine Blockstube und auf deranderen Seite ein verbrettertesFachwerk. Eine Seltenheit in Seifhennersdorf. Im Dach ein 6-teiliger Dachhecht57b. Rechts des Weges fließtdie Mandau. Der Blickt über diekleinen Häuschen in derFlussaue hoch zur mächtigenKirche macht deutlich, was sichdie Oberlausitzer Dörfe um1700 … 1800 für großeKirchbauten schuf.58. Das nächste Haus im Eschenweg ist das Haus Nr.3, eine ehemaligeFleischerei. Links im Massivteil des Hauses die ehemaligen Wirtschaftsräume,rechts ein ursprüngliches,unverbrettertes Umgebinde. DieHaustür ist in ein granitenesTürgewände gefasst, genausodas eine „Hausfenster“,Fenstergitter. Im OG einRasterfachwerk, der nördlicheGiebel wurde verbrettert.Im Dach ein 16 + 2-teiligerDachhecht.3259. Es folgt das Haus Nr.5, einDoppelstubenhaus, Umgebindeunverbrettert. Dagegen wurde hierdas Fachwerk des OG am nördlichenGiebel verbrettert. Im Dach ein17 + 2 teiliger Dachhecht, dieEckfenster sind mit Ankersymbolengestaltet..Wir gehen hier über den Steg. Er musste in den 1990er Jahren erneuert werden,was eine Seifhennersdorfer Metallbaufirma durchführte.60. Links ist das großeHaus Am Weißeweg 13.Links eine Blockstube mitUmgebinde, rechts eineFachwerkstube,verbrettert. Das OG istverschiefert. Das Dach hateinen großen 16 + 2-teiligen Hecht, hier ist inden Eckfenstern ist einAnker dargestellt. DasDach ist einKrüppelwalmdach61.. Nach ca.50 m erreichen wir eineWegekreuzung. Hoch oben thront diemächtige Kirche. Rechts „auf dem Damme“ diealte Kirchschule, ein historisch interessantes,aber architektonisch grausam geschundenesGebäude, z.Zt. leerstehend.3362. Ganz rechts das HausAm Weißeweg 7, einDoppelstubenhaus.Auffallend dieausgewogene, natürlicheFenstergestaltung. Im OGist eine “OberlausitzerVerschalung“. Breite,manchmal unterschiedlichbreite Bretter sind mitDeckleisten angebracht, diezum Abschluss schwungvoll zusammengeführt werden. Das Dach, ein Krüppelwalmdach,hat eine Biberschwanzdoppeldeckung, hier als Trockendeckung. DieDachfenster sind als kleine Ochsenaugen gestaltet.63. Daneben steht dasHaus Nr.5. Es ist ein sehrgroßes und es ist einhistorisch verlängertesHaus. Ein markantesRasterfachwerk im OG. DasDach ist einKrüppelwalmdach und hateinen 7 +2-teiligenDachhecht.Wir gehen zurück und stehen am Haus Nr.15. Ein Haus, das typisch für dieIndustriealisierung in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts steht:Aus einem Umgebindehaus heraus entwickelt sich nach und nach ein Betrieb,schließlich eine Fabrik.Im alten Haus bleibt die Wohnung des Fabrikanten, einige Räume werden nungewerblich genutzt, als Büro oder wie im Falle des Hauses Nr.27 alsZuschneiderei. Und das Gewölbe wurde zur Bügelei. Auf engstem Raum gab eshier 4 derartige Betriebe, es waren die Nr.15, 25, 27 und die Nr.11. Die Nr. 11wurde zuletzt als Schulgebäude genutzt und wurde schließlich abgerissen.3464. Das Haus Nr.15 ist eingroßes Doppelstubenhausmit vielen Anbauten, wieeben geschildert. Das OG istverschiefert. Das Haus hatein Krüppelwalmdach miteinem schmucklosen 6-teiligen Dachhecht, vorn istes in Naturschiefer in einerSpitzschablone gedeckt65. Gegenüber liegt das Haus Nr.2,es ist mit der Rückseite „in den Berghinein“ gebaut. Rechts ist eindreijochiges Umgebinde, das OG hateinen Oberlausitzer Verschlag, imDach ist ein kleiner, vierteiligerDachhecht.66. Hinter dem HausNr.15 führt ein schmalerWeg nach hinten. Hier liegtdirekt an der Mandau dasHaus Nr.19, in dem überviele Jahre der bekannteHausforscher FRANKDELITZ wohnte. EinDoppelstubenhaus,Umgebinde, Blockstubeund OG sind verschlagen.Eine farbenfrohe Haustür,ein kleines und ein großesHausfenster, im ziegelgedecktem Dach liegt ein 10 + 2-teiliger Dachhecht, wodie Eckfenster sehr schön durch einen Anker gezeichnet sind.67. Gegenüber dämmert derKomplex Am Weißeweg 17 einerunbestimmten Zukunft entgegen.Ein zweistöckiges Haus mit vielenAnbauten – verlassen aber nichtkaputt68. Wir gehen am Weißeweg weiter. Er war bis in die 1840er Jahre dieDorfstraße von Seifhennersdorf. Die Rumburger Str. war seinerzeit noch nichtgebaut.Links das Haus Nr.23. Es hat sich seit 1614 hier erhalten, damals, alsSeifhennersdorf noch zum Königreich Böhmen gehörte. Es wird zum „Schauhauszur Umgebindebauweise“ saniert. Es stand seit den 1990er Jahren leer und warvom Hochwasser 2010 stark betroffen. Markant am Giebel das alteKreuzstrebenfachwerk aus der Bauzeit. Zum Teil ist die Ausfachung mit Lehmverputzt ist. Die Kammritzmuster sind teilweise restauriert, aber sie lassen sian den Befundstellengut überprüfen.Andere Felder sindmit einem Kalkputzverputzt. Die sichtbargelassenenBefundstücke tragennoch Reste einesalten Putzbildes. DasDach hat einSchopfdach. Das istein Relikt aus einerZeit, als der Rauchder Feuerstättennicht mit Schornsteinen abgeführt wurde sondern vom Ofen in den Dachraumströmte und hier über das Schopfdach entlüftet wurde. Man konnte imDachraum Fleisch, Wurst und Käse räuchern. Die Holzkonstruktion wurdekonserviert und blieb ohne Schädlinge.Am Haus steht eine Schautafel, die ins Innere des Hauses blicken lässt35d sich3669. Es folgt das Haus Nr.25, einstattliches Doppelstubenhaus, beidem in sozialistischer Zeit wegendes allgemeinen Materialmangelseine Holzstube im Ziegelmauerwerkersetzt werdenmusste. Das OG ist verschiefert,auf dem Dach ist ein kleiner, 6-teiliger Dachhecht.70. Wir kommen zum HausNr.27, ein ehemaliges Faktorenhaus,ein Doppelstubenhaus. Ausihm entwickelte sich später eineNäherei, die noch in den 1970erJahren 30 Arbeiter beschäftigte.Das Haus hat wieder eineSchieferdeckung bekommen.Auch dieses Haus hat einen HechtWir überqueren die Mandau und folgen nun den Mittelmühlweg in RichtungOberdorf. Entlang des Weges verlief der Mühlgraben der Mittelmühle. Diekilometerlangen Mühlgräben der Oberen Mühle, der Mittelmühle, der GroßenMühle, der Kleinen- und der Brettmühle prägten den gesamten Ort. Sie wurdenalle kurzsichtig verfüllt. Zurückgeblieben sind die Straßennamen.71. Rechts ist das große Haus Nr.12,wieder ein Doppelstubenhaus.Das Dach hat einen 12 + 2-teiligenDachhecht, die Eckfenster stilisieren zweiAnker. Im Garten hat sich eine sehrschöne Gartenlaube erhalten, die wohlgern genutzt wird. Die Rückseite desgroßen Daches zieht sich bis auf dasErdgeschoss herunter. Es ist die„Abseite“ mit einer „die Halle“ und weiteren Nebenräumen.3772. Im Verlauf des weiteren Weges springt das Haus Nr.14 ins Auge, einDoppelstubenhaus. EinGranitplattenweg führt zurHaustür. Die Haustür hateinen hölzernen Türstockmit einem doppeltenScheitelzapfen und einemintensiven Zahnfries. DieTür selbst ist eine Rahmen-Füllungstür, die mitRhomben, Quadern undzwei Sonnen verziert ist.Im Dach hat auch hierwieder einen Dachhecht.73. Das nächste Holzhaus im Laufe des weiteren Rundweges ist das HausNr.17, ein Doppelstubenhaus. Es hat eine große, in einem Granitgewändegefasste Haustür (im Stil der 50er Jahre) und nur ein, aber ungewöhnlich großesHausfenster, das vergittert ist.Das Steinportal ist gezeichnet mit 1825.Die Fenster im Erdgeschoss sind in der ursprünglichen Teilung, sie sindsechsteilig. Beeindruckend die Fensterbekleidung, die einen geschweiftenoberen Abschluss hat. Das starke Umgebinde ist mit Einkerbungen bearbeitet.3874. Der schmale Weg führtuns weiter. Links, oberhalbeiner Wiesenlehne liegt dasHaus Nr.19. Ein gepflegtesHaus, das im Sommer mitvielen Blumen am Haus undim Garten geschmückt ist.75. Am Haus Nr. 18 biegenwir scharf rechts ab. DasHaus hat einebemerkenswerte Haustür.Der Türstock ist hier miteinem Segmentbogenabgeschlossen. Die Türselbst ist eine Rahmen-Füllungstür. Sie sollte aussymmetrischen Gründendreiflügelig aussehen,aber sie ist nur zwei-Flügelig.76. Wir queren die BräuerstraßeRechts ein Blick auf das HausBräuerstr.8. Das Umgebinde hier hatungewöhnliche Knaggen. Sieentstanden entwicklungsgeschichtlichaus den Kopfbändern, daraus wurdenKnaggen. Zunächst noch verblattet,dann aber nur noch verzapft (ab 1750).Zuletzt verloren diese Knaggen ihreFunktion als Aussteifung des Umgebindes und sie sind wie hier nur noch als eindekoratives Element verwendet. Viele Beispiele sind dafür in Rumburg aberauch in Neugersdorf, Obercunnersdorf.Das OG ist mit Naturschiefer verschiefert, der in Flaschenschablone geschlagenist. Wir gehen nach rechts: das nächste Haus3977. ist das Haus Bräuerstr.Nr.6, das tiefim Garten steht. Es ist einUmgebindehaus mit einer ArtMittelrisalit.Wir aber gehen zurück und biegen nachNord in den Uferweg ein. Am Wegentlang rechts ein langer ursprünglicherLattenzaun mit schweren Granitsäulen.78. Linker Seite ist das Haus Uferweg8, ein Doppelstubenhaus. DieBohlenwand und das Umgebindesind aufwendig verschalt. DieSchalung hat eine Ziegelstruktur. Sieist kräftig farblich gefasst und in ihrerStruktur betont. DieFensterbekleidung ist schlicht abermit einem dachartigen Abschluss, ein„Giebelchen“.Das OG ist zweifarbig verschiefert.79. Der Uferweg stößt auf die Mandau und biegt scharf rechts ab. Gegenüberim Flussbereich liegt der alteJudenfriedhofRechts das stattliche Haus Nr.11, einDoppelstubenhaus. Das EG, das heißtdie Blockstube und das Umgebinde sindverschalt, die Konstruktion desUmgebindes wird in der Gestaltung derVerschalung wieder aufgenommen undteilweise betont. Das OG ist aufwendigvertäfelt mit Pilastern, einenungewöhnlichen Mittelfries und großen, in Rahmen gefassten Tafeln. Das Haushat eine große, reich gestaltete Haustür, die stark vom Jugendstil geprägt ist,einen hölzernen Türstock mit einem kräftigen Sims als Abschluss. Am Hausebefindet sich eine alte Brandkatasterplatte, leider übermalt.Das Dach ist mit einem 8-teiligen Dachhecht belichtet. Auf der Rückseite ist einmächtiger, massiver Anbau.4080. Das nächste Haus ist derUferweg Nr.9. Wir erleben eserst von hinten, einemgewaltigen abervernachlässigten Anbau. Vonvorn ist es ein schönesDoppelstubenhaus. Das EGund das OG sind verbrettertbzw. verschalt. Im OG ist eseine Quadersteinimitation,einem unteren Fries und mitEckpilastern. Die Fenster sind aufwendig mit einem Blendrahmen aus Pilastern,Quadern, Kämpfern und einem Dächel versehen.Das Dach ist altdeutsch inNaturschiefer gedeckt.81. Das dritte Haus indiesem Ensemble, das früherhäufig auf Postkartenabgebildet wurde, ist das HausNr.7, ein Doppelstubenhaus.Bohlenwände und Umgebindesind unverbrettert. Dagegenist das OG verbrettert. DasDach hat eineBiberdoppeldeckung. Hier istein 15-teiliger Dachhecht.82. Wir queren amHaus Nr.5 die Mandau.Auf dem Steg hat maneinen sehr schönenBlick auf die Häuser ander Rumburger Str., dieNr. 56, 58 und 60.Eindrucksvollgruppieren sie sich amTalhang, der hier nachNorden das Mandautalabschließt.41Dabei ist das wunderschöne und liebevollgepflegte Haus Rumburger Str. 56 leiderdurch die Koniferen verdeckt.Hier noch einen Blick auf den Giebel, der bisunter das Dach fachwerksichtig ist.Das Haus hat ein Krüppelwalmdach.Wir gehen weiter die Rumburger Straße nach Osten.Wir kommen links an eine große, terrassierte Gartenanlage. Am Ende desgroßen, mehrfach abgesetzten Treppenlaufs thront ein mächtigesUmgebindehaus: Es ist das Haupthaus des Ensembles des „BulnheimschenHofes“ (siehe auch Position Nr. 86)83. Vor uns aber liegt das Haus Nr. 48,das hoch auf einer Mauer errichtet ist.Diese Mauer ist eine Fundstätte fürGeologen, da die Steine einenQuerschnitt durch das geologische Profildes hiesigen Mandautales darstellen. Sieist geprägt von großen Quarzblöcken ausdem Quarzgang oberhalb vonSeifhennersdorf. Rechts ein alter,zugesetzter Kellereingang, wie wir ihnauch an der Rumburger str.42 vorfinden.Das Haus selbst ist gepflegt und imSommer mit vielen Blumen geschmückt.Das Dach hat einen Naturschieferbelag in Spitzschablone.84. Die Freitreppe führt zu einer farbigen Haustür und einemFledermausgaupen (auch „Ochsenaugen“) gestaltet.85.. Wir gehen weiter an den „Geschäftshäusern“ um 1890 vorbei zu dem Hauslinks hoch auf der Mauer.Rundweg biegt scharf nachlinks ab.Es ist die Rumburgereine ehemalige Tischlerei. EinDoppelstubenhaus.Umgebinde und Blockwandsind verbrettert. Das OG istverschiefert bfachwerksichtig. Es ist einschlichtes Rasterfachwerkmit Eckstreben. Das Dach hateine Naturschieferdeckung in Spitzschablonen Ungewöhnlich ist der großeDachüberstand an der östlichen Traufseite.42berühmtenTürstock. DasOG des Hausesist vertäfelt ineinerQuadersteinimitation.DieRegenanlageist nochhistorisch ausdem18./19.Jahrhundert. DieBiberziegeldachflächewird von fünfeschäftshäusern“ DerStr.46,bzw. nach Osten4386. Wir gehenden schmalenWeg weiter zudemBulnheimschenHof. Es ist einwuchtigesHaus, an demsich ein Hofmit einemArkadengangund einerFachwerkscheuneanschließt.Eine gewaltige Linde überspannt alles.Im Hof steht noch eine Plumpe, so wie sie früher in fast jedem Grundstückvorhanden war, jetzt aber allein nur noch hier existiert. Dieses Ensemble wurdeum 2005 grundlegend saniert und wird jetzt von Vereinen genutzt.Dieses Haus ist das prächtigste Umgebindehaus Seifhennersdorfs, es wurde imJahr 1754 erbaut. Es ist geschmückt mit einem barocken Sandsteinportal, es hateine große Freitreppe, eine stattliche Haustür in „böhmischer Buntheit“(Volksmund), eine arkadengeschmückte Hofanlage unter einemjahrhundertalten Lindenbaum und ist im Inneren gestaltet mit barocken DeckenundWandmalereien, Kachelöfen sowie Türbeschlägen. Bei Veranstaltungenkönnen Räume in diesem Haus besichtigt werden.Wir gehen jetzt weiter zur Nordstraße, hier nach rechts und kommen in 100 mzum Karasek-Museum, von wo wir unseren Rundgang begonnen hatten.Text : Jürgen Cieslak (2019)Fotos : Rainer Döringaußer Nr.21, 40, 42, 57b, 61, 67 Jürgen Cieslak44Autor: Cieslak, Jürgengeb. 1942Kindheit und Schule in Seifhennersdorf1957 – 60 Ausbildung als Ofensetzer im Betrieb des VatersAbendschule mit Abitur in Zittau1964 – 1965 Armeezeitab 1967 TU Dresden, Studium in Wärmetechnik und Ingenieurpädagogik1972 Ofensetzmeister1972 Ofensetzer im Betrieb des Vaters,1979 Übernahme des väterlichen Betriebes in der 3.Generation1980 – 2004 InnungsobermeisterZwei Legislativen als Stadtrat in SeifhennersdorfAb 1976 im Kulturbund „Natur- und Heimatfreunde“Später in der „Gesellschaft für Denkmalpflege in der DDR“, Vorstandsmitglied1986 Mitbegründer des Bezirksfachausschusses „Volksbauweise“1990 Gründungsmitglied des „Sächs.Vereines für Volksbauweise“ und derenVorsitzender bis 20142006 Umgebindehauspreis2014 Sächsischer VerdienstordenVerheiratet mit Frau Irmgard Cieslak,vier Kinder,wohnt in SeifhennersdorfFotograf:Herausgeber:45

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w3w 
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3,8 km
Dauer
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Abstieg
23 hm
Höchster Punkt
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Tiefster Punkt
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