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Wanderung

Zwei Baulanddörfer

Wanderung · Odenwald
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Touristikgemeinschaft Odenwald e.V. Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Blick auf die Eberstadter Kirche
    / Blick auf die Eberstadter Kirche
    Foto: Wolfgang Mackert, Stadt Buchen
  • Eberstadter Schloss
    / Eberstadter Schloss
    Foto: Wolfgang Mackert, Stadt Buchen
  • ehemalige jüdische Synagoge in Eberstadt
    / ehemalige jüdische Synagoge in Eberstadt
    Foto: Wolfgang Mackert, Stadt Buchen
  • Blick auf Götzingen
    / Blick auf Götzingen
    Foto: Wolfgang Mackert, Stadt Buchen
  • Amorskapelle Götzingen
    / Amorskapelle Götzingen
    Foto: Wolfgang Mackert, Stadt Buchen
Karte / Zwei Baulanddörfer
0 150 300 450 600 m km 2 4 6 8 10 12

Die Tour führt vom einst den Freiherren Rüdt von Collenberg zu Eberstadt gehörenden Dorf im Schlierbachtal hinüber ins benachbarte Rinschbachtal zum einst kurfüstlich-mainzischen Götzingen.

mittel
12,4 km
3:19 h
209 hm
209 hm

Sie beginnen die Tour am Parkplatz bei der Eberstadter Tropfsteinhöhle mit dem Weg K1 und biegen dann in den Wald  nach links auf den markiertern Weg Eb2 ab. Auf diesem Weg gelangen Sie bis ins Dorf Eberstadt, das ca. 500 Einwohner hat. Im Jahre 1285 wurde "Eberstat" erstmals erwähnt und ist ein typisches Haufendorf des baulands. Am Dorfeingang links der Rathausstraße steht mit einem Scheunengebäude, an welchem man den für das Bauland typischen Bruchkalkstein erkennen kann. Am Gebäude findet sich auch das Wappen der Familie Rüdt von Collenberg zu Eberstadt und das Baujahr 1818. Auch wenn die evangelische Kirche nicht direkt auf Ihrem Weg liegt, ist sie gut sichtbar. Sie wurde 1717 als schlichter Saalbau erbaut und auch der Innenraum ist einfach, bis auf den Altarraum. Dort findet sich ein Abendmahlsmotiv. Aber auch die Kanzel fällt in der schlichten Umgebung auf. An den Wänden finden sich einige Grabplatten der Familie Rüdt.

Von der Kirche aus geht es zurück auf den eigentlichen Weg Eb2 und beim Gasthaus Adler die Dorfstraße hinab. Gegenüber liegt die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Eberstadts. Das Gebäude wurde zwischen 1822 und 1827 erbaut und entstand direkt neben einer älteren Synagoge aus dem 17. Jahrhundert. Möglicherweise wurde das Gebäude nicht durch Nationalsozialisten zerstört, da es 1937 verkauft wurde aufgrund des starken Rückgangs der Juden in Eberstadt. Im Keller findet sich noch eine "Mikwe", ein Wasserbecken für rituelle Bäder. Das Gebäude ist das einzig erhaltene jüdische Gebetshaus in der Stadt Buchen, das seine ursprüngliche Gestalt weitestgehend erhalten hat.

Auf dem Weg Eb2 geht es nach links zum Schloss, das ein dreistöckiger Putzbau umrahmt von zwei runden Ecktürmen ist. Das Schloss wurde laut Inschrift 1755 von Ludwig Gottfried Rüdt von Collenberg fertiggestellt, genau auf dem Platz, wo im Jahre 1386 Eberhard Rüdt III. eine Wasserburg errichtet hatte. Da diese aber im 30-jährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurde ein neues Schloss gebaut. Lediglich der Keller, der nördliche Turm und der kleine Innenhof wurden bei dem Neubau erhalten. Die einstigen Wassergräben rund um das Schloss wurden im 19. Jahrhundert zugeschüttet, nur der Teich mit Springbrunnen ist übrig geblieben. Heute befindet sich das Schloss im Besitz der Nachkommen der Dorfherrschaft.

Sie verlassen nun Eberstadt und überqueren die Landstraße L582 und biegen dann auf den Weg V ab. An dieser Stelle können Sie die Tour um sechs Kilometer abkürzen, indem sie weiterhin auf dem Weg Eb2 bleiben. Wenn Sie sich aber für die längere Variante entschieden haben, kommen Sie an einem Sendeturm der Telekom vorbei und sehen gleich  nach Beginn der Gemarkungsgrenze Götzingen die Amorskapelle. Nach dem evangelischen Eberstadt ist das hier ein erstes Zeichen katholischer Volksfrömmigkeit. Die Kapelle wurde ca. 1860 von Amor Holderbach erbaut und ist der Schmerzhaften Muttergottes geweiht.

Weiter auf dem Weg Gö4 kommen Sie am Hünengrab "Hemberg" vorbei. Im Jahre 1894 wurde dort ein gut erhaltenes weibliches Skelett und Schädelreste eines weiteren Toten gefunden. Der Hügel hatte einen Durchmesser von 25 m und eine Tiefe von 1,5 m. In der Nähe des Grabes konnten auch Reste eines Fachwerkhauses aus dieser  Zeit nachgewiesen werden.

Nach einem steilen Abstieg ins Tal führt Sie der Weg direkt ins Dorf Götzingen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Götzingen im Jahre 1280. 1296 war der Ort zunächst zur Hälfte und 1309 ganz zugehörig zum Kurfürstentum Mainz. In Götzingen finden sich ca. 30 religiöse Kleindenkmale, so zum Beispiel ein Bildstock am Bofsheimer Weg oder der Pietà-Bildstock an der Ecke Bofsheimer Weg/Handgasse. Auf dem Weg Gö4 geht es weiter in den Kirchenweg mit der Kirche St. Bartholomäus und dem Rathaus. Die Pfarrei Götzingen wurde 1347 das erste Mal erwähnt, ebenso wurde von einer Kirche gesprochen. Sie stand an genau diesem Platz, wo zwischen 1791 und 1793 die jetzige Kirche im klassizistischen Stil erbaut wurde. Das Götzinger Rathaus, ein beeindruckendes Fachwerkhaus, wurde 1612 neben der Kirche als Schule errichtet.

Von der Kirche geht über die Thingstraße steil hinunter. Auf dem Weg Gö2 verlassen Sie Götzingen und kommen vorbei an zahlreichen Bildstöcken. Der Weg führt Sie am Waldrand entlang bis auf den "Hohberg". Mit dem markierten Weg Gö1 biegen sie links ab und kommen bald am "Hohen Kreuz" vorbei. Im Hohberg wechseln Sie auf den Weg V, sttoßen dann nach dem Überqueren der Gemeindeverbindungsstraße wieder auf den Weg Eb2. Vor dem Abstieg zum Ausgangspunkt können Sie sich noch am Brunnen des Wasserhochbehälters am "Winterholz" erfrischen, welcher Eberstadt mit Bodenseewasser versorgt. Dann erreichen Sie das Ende bzw. den Ausgangspunkt Ihrer Tour.  Besuchen Sie bei der Gelegenheit doch die Eberstadter Tropfsteinhöhle, ein Naturdenkmal, dass in Süddeutschland einzigartig ist. Weitere Informationen zur Höhle finden Sie hier.

Autorentipp

Die Tour ist auch für Radfahrer geeignet.

Schwierigkeit
mittel
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
418 m
313 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Ausrüstung

festes Schuwerk, etwas zu Trinken

Start

Parkplatz an der Eberstadter Tropfsteinhöhle (324 hm)
Koordinaten:
Geographisch
49.480531, 9.347340
UTM
32U 525160 5480934

Ziel

Parkplatz an der Eberstadter Tropfsteinhöhle

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz an der Eberstadter Tropfsteinhöhle auf dem Weg K1 in Richtung Eberstadt, im Wald aber auf Eb2 links abbiegen. Auf diesem Weg bis Eberstadt bleiben. Um die evangelische Kirche zu sehen, verlassen Sie Eb2 in Richtung Ortsmitte. Um weiterzugehen wieder zurück auf den Weg Eb2 und die Dorfstraße hinunter wandern. Nach links biegt Eb2 dann ab zum Eberstadter Schloss. Eberstadt verlassen Sie auf dem Weg Eb2 über die Landstraße L582, die stark befahren ist. Dann rechts in den Feldweg V abbiegen und bis zu einem Sendeturm der Telekom folgen. Kurz nach der Gemarkungsgrenze steht die katholische Amorskapelle. Dann der Markierung Gö4 geradeaus folgen und nach kurzer Zeit, etwa 50m abseits vom Weg, befindet sich das Hügelgrab. Nach einem steilen Abstieg kommt man ins Dorf Götzingen. Auf Gö4 bleiben bis in den Kirchenweg zur Kirche umd zum Rathaus. Weiter geht es am Waldrand entlang bis auf den "Hohberg". Dort oben biegt man dann mit Gö1 links ab, um am "Hohen Kreuz" auf den Feldweg V zu wechseln. Mit ihm überquert man die Gemeindeverbindungsstraße nach Götzingen  und wandert geradeaus in Richtung Westen. Eb2 führt Sie weiter zum Ausgangspunkt des Rundwegs an die Eberstadter Tropfsteinhöhle.

Öffentliche Verkehrsmittel

- Aus dem Raum Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg mit der S-Bahn Rhein-Neckar:bis Bahnhof Seckach, dort weiter mit der Westfrankenbahn entweder bis zum Bahnhof Bödigheim (ab dort ist ein Wanderweg mit ca. 2,5 km zur Höhle ausgeschildert) oder nach Buchen.

Zu Schulzeiten in Baden-Württemberg gibt es montags bis freitags die Buslinie Nr. 848 von und zur Tropfsteinhöhle.

An Wochenenden wird von Mai bis September samstags, sonn- und feiertags ein Bus ab dem Bahnhof Buchen eingesetzt, die Hinfahrt ist um 10.45 zurück geht’s um 13.30.

- Aus dem Raum Frankfurt / Offenbach: mit der „Westfrankenbahn“ von Aschaffenburg, Miltenberg (Umstieg), Buchen oder Buchen - Bödigheim

- Aus dem Raum Würzburg oder Heilbronn / Stuttgart:mit dem Regionalexpress bis zum Bahnhof Osterburken - Busverbindung zu Schulzeiten montags bis freitags mit der Linie Nr. 848 - direkt zur Tropfsteinhöhle oder an Wochenenden weiter über Seckach nach Buchen-Bödigheim (Wanderweg ca. 2,5 km zur Höhle).Von Würzburg Hbf nach Buchen gilt der VRN Tarif

Anfahrt

Aus Richtung Heilbronn / Stuttgart:A 81 Abfahrt Osterburken (Nr. 6), immer Richtung „Buchen“, Bofsheim, Eberstadt

Aus Richtung Würzburg:A 81 Abfahrt Tauberbischofsheim (Nr. 3), Richtung Buchen, Tauberbischofsheim, Walldürn, Buchen, Abfahrt „Buchen Ost“ der Wegweisung „Tropfsteinhöhle“ folgen, Eberstadt.

Aus Richtung Heidelberg / Mannheim:Neckartal, Eberbach, Mudau - B 27 - Abfahrt „Buchen Ost“ der Wegweisung „Tropfsteinhöhle“ folgen, Eberstadt.

Parken

Parkplätze für Omnibusse und PKW sind direkt am Höhlensee unweit vom Besucherzentrum der Tropfsteinhöhle in großer Anzahl verfügbar.

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

WANDERBUCHen - Odenwald und Bauland - 16 Touren zum Kennenlernen zweier Landschaften
ISBN: 978-3-923699-27-8

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Schwierigkeit
mittel
Strecke
12,4 km
Dauer
3:19 h
Aufstieg
209 hm
Abstieg
209 hm
Rundtour aussichtsreich kulturell / historisch geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights

Statistik

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