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Wanderung Etappe

Winterberger Hochtour - WHT (Etappe 5) von Niedersfeld nach Hildfeld

Wanderung · Sauerland
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Ferienwelt Winterberg Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Hillebachsee in Niedersfeld
    / Hillebachsee in Niedersfeld
    Foto: Ronja Henke, Ferienwelt Winterberg
  • / Clemensberg auf der Hochheide
    Foto: Ronja Henke, Best of Wandern Thomas Bichler
m 900 800 700 600 500 400 12 10 8 6 4 2 km Hochheidegebiet Neuer Hagen Langenberg Clemensberg

Die fünfte Etappe der Winterberger Hochtour führt uns von Niedersfeld, über den Langenberg, der mit 843,1 m der höchsten Berg Westfalens ist, weiter über die schöne Niedersfelder Hochheide mit Clemensberg und schließlich runter ins kleine Örtchen Hildfeld.

 

schwer
13,1 km
3:50 h
474 hm
381 hm
Die Hochheide (NSG Neuer Hagen) in Niedersfeld ist das flächenmäßig größte und auch höchste Heidegebiet in unserem Land. Heute hat sie noch etwa 100 Hektar. Naturschutzgebiet (NSG) ist, so ist sie in Wirklichkeit ein Relikt harter menschlicher Eingriffe und Zeichen der Not vergangener Jahrhunderte.

Auch wenn sie offiziell ein Düngemittel brauchten, gab es außer Stallmist und Jauche nichts. Alle Tiere, Kühe, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine mussten sich im Sommerhalbjahr im und vom Wald ernähren, da die Talwiesen ausschließlich zur Heugewinnung für den Winter genutzt wurden. Der Dorfhirt führte sie täglich auf die Waldweide, Hude genannt. Die jungen Bäumchen fielen den Tieren zum Opfer, der Wald konnte sich nicht verjüngen und im Laufe der Jahrhunderte entstanden kahle Flächen auf den Bergen des Sauerlandes. Bergnamen wie Kahler Asten, Kahle Pön, Ka-Lied, Kahleberg usw. zeugen davon. Da das Stroh als Nahrungsvorrat im Winter für die Tiere gebraucht wurde, zogen die Bauern auf die kahlen Flächen und hackten die oberste Pflanzenschicht ab, um sie in den Ställen als Streu zu verwenden. Der Mist wurde als Dünger auf die Felder gestreut. Zugunsten des Bodens auf den Feldern verarmte der Waldboden und Pflanzen siedelten sich an, die mit wenigen Nährstoffen zufrieden sind, z.B. das Heidekraut und Beerensträucher.

Auch für diese Entwicklung zeugen Bergnamen wie Heidkopf und Heidberg. Heute gefallen uns die im Herbst farbenprächtigen Heidelandschaften. Sie bieten herrliche Aussichten und laden zum Wandern ein. Wenn wir die heutige Erholungslandschaft erhalten wollen, müssen wir leider wieder eingreifen und placken (der Begriff Plackerei stammt daher). Sonst holt sich die Natur zurück, was ihr einmal gehörte und macht wieder Wald aus der Hochheide. Der Hochsauerlandkreis lässt sich die Erhaltung der Hochheide hier und am Kahlen Asten jedes Jahr bares Geld kosten, da Schäfer und Schafherde bezahlt werden wollen und die Plaggenarbeit maschinell durchgeführt wird. Mühevolle Handplackerei leistet heute freiwillig niemand mehr.

Weiter führt uns die Tour nach Hildfeld. Der nah an Hildfeld gelegene 838 m hohe Clemensberg ist dem Diabas-Abbau der Mitteldeutschen-Hartstein-Industrie (MHI) zum Opfer gefallen. Mit den maschinell abgeschobenen Heideplaggen hat man nun einen "neuen" 838 m hohen Clemensberg aufgeschüttet, über den der Rothaarsteig© verläuft. Es bietet sich ein fast unvergleichlicher Panoramablick über die Berge des hessisch-waldeckischen Uplandes und das gesamte Hochsauerland. Eine Bildtafel klärt uns dort über den Steinbruch auf.

Im Diabassteinbruch der MHI wird vulkanisches Gestein, nämlich Diabas gefördert. Diabas heißt Grünstein und hat sich vor 320 Mio. Jahren in die Ablagerungen des Devonmeeres ergossen. Dort erkalteten sie und wurden von Sedimenten überlagert. Der zunehmende Druck verwandelte sie zu verschiedenartigen Gesteinen vulkanischen Ursprungs. Diabas eignet sich hervorragend für den Straßenbau und als Untergrund für Bahndämme der Eisenbahn. Die tägliche Förderung beträgt etwa 3.000 Tonnen.

Das weiße Gelübdekreuz mit dem nicht weit entfernten Gelübdestein erinnert an einen Hildfelder Soldaten, der in aussichtsloser Situation in Italien gelobte, bei glücklicher Heimkehr ein Kreuz auf den Clemensberg zu tragen. 1946 konnte er sein Gelübde erfüllen. Wir wollen hoffen, dass allen Wandersleuten ebenfalls eine glückliche Heimkehr beschieden sein wird!

Hildfeld an sich (althochdeutsch: hiltfelde = Feld am Hang) kann zu den ältesten Siedlungen im oberen Sauerland gezählt werden. Es ist wohl der altsächsischen Siedlungsperiode (500 – 800 n.Chr.) zuzurechnen. 1220 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Große Strukturveränderungen hat es nach dem II. Weltkrieg gegeben, so dass sich die Einwohnerzahl von 320 auf über 600 fast verdoppelt hat. Überragt wird das Dorf von den Steinbruchanlagen der MHI zwischen Pölz und Clemensberg, aber auch der Fremdenverkehr hat die Erwerbsstruktur deutlich verbessert.

outdooractive.com User
Autor
Ronja Henke
Aktualisierung: 19.04.2017

Qualitätsweg Wanderbares Deutschland
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Höchster Punkt
836 m
Tiefster Punkt
511 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Anspruchsvolle Tour.

Ausrüstung

Festes Schuhwerk, Kleidung entsprechend der Witterung und Jahreszeit.

 

Weitere Infos und Links

Wanderkarte Winterberg 1:25.000, Hrsg. Tourist-Information Winterberg

Start

Tourist-Information, Niederfeld (510 m)
Koordinaten:
Geographisch
51.262715, 8.525896
UTM
32U 466920 5679147

Ziel

Kirche Mariä Heimsuchung, Hildfeld

Wegbeschreibung

Wir starten an der Tourist-Information in Niedersfeld. Von hier aus folgen wir dem Josefsweg, bis wir auf die Grönebacher Straße gelangen, dieser folgen wir nach links bis wir auf die Ruhrstraße treffen. Von der Niedersfelder Ruhrstraße aus folgen wir dem Kaiser-Otto-Weg X16 zunächst an der Burbecke entlang. Erst ein kurzes Stück der Straße "Am Bach", dann den "Junkernpfad" bergan aus dem Dorf hinaus. Unterhalb des ehemaligen ÖTV-Heimes biegt der X16 nach rechts ab.

Wir bleiben im Tal der Burbecke und folgen den Markierungen N1 und N2 weiter bergan. Vorbei an der Schutzhütte Burbecke wird unser Wanderweg nun zu einer echten Bergtour, denn es geht hinauf zum höchsten Berg Westfalens, dem 843,1 m hohen Langenberg. Die Wandersleute müssen auf die Karte schauen, denn am höchsten Punkt des befestigte Waldweges (in der Kurve) müssen wir nach links auf einem steilen Fußweg durch den Buchenhochwald bergan zum Unteren Burbecker Platz (Wegweiser 774,0 m) aufsteigen.

Die Markierung N2 führt uns zusammen mit zwei waagerechten weißen Strichen nach rechts weiter zum Oberen Burbecker Platz (800 m). Bis zur Gipfelkuppe des Langenbergs ist es noch etwa 1 km weiter. Sie liegt im Stadtgebiet von Olsberg, es sind nur etwa 5 m bis zur hessischen Landesgrenze.

Wir machen einen kleinen Abstecher hinauf und prosten uns am Gipfelstein ein „Berg Heil“ zu. Der Langenberg macht seinem Namen alle Ehre, er ist ein langgestreckter Berg, bietet aber keine gute Aussicht. Vom Richtplatz, oberhalb von Willingen kommend, führen auch der bekannte Rothaarsteig©, der Uplandsteig sowie der mit einem roten Dreieck markierte Langenbergkammweg K1 des SGV in ca. 300 m Entfernung (markanter Grenzstein mit Wegweiser) direkt über den „Gipfel“.

Nach der Gipfelrast geht es - den Markierungen folgend - zurück zum Oberen Burbecker Platz. Nach ca. 2 km einsamer Waldwanderung erreichen wir die bewirtschaftete Hochheidehütte und biegen scharf nach links bergan ab. Kaiser-Otto-Weg X16, Langenbergkammweg K1, Uplandsteig und der Rothaarsteig© haben Gleichlauf auf der Hochheide. Wir bleiben über die Hochheide auf dem Rothaarsteig©, also auf X16 und K1.

Über eine steile Naturtreppe kehren wir zur Hochheide zurück und erreichen bald die Hoppeckequelle, deren Wasser über die Diemel zur Weser fließen. Wir befinden uns also auf der Rhein-Weser-Wasserscheide. Der östliche Teil der Hochheide ist leicht nach Norden geneigt, wesentlich feuchter im Untergrund und von einigen Quellmulden durchzogen. Kleine Hangmoore haben sich gebildet. Sie bieten Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tiere.

Am Ostrand des Naturschutzgebietes treffen wir wieder auf die Landesgrenze Hessen/NRW mit ihren historischen Grenzsteinen, die den achtstrahligen Waldecker Stern und das kurkölnische Kreuz mit Nummer und Jahreszahl tragen (FW = Fürstentum Waldeck und KP = Königreich Preußen).

Etwa 300 m weiter führt die Winterberger Hochtour (WHT) zur Schutzhütte Scheid (783,0 m), einem beliebten und belebten Treffpunkt der Wanderer und Skilangläufer. Rothaarsteig©, Langenbergkammweg und auch unsere Winterberger Hochtour machen eine scharfe Biegung nach rechts und wir wandern nun fast 1,5 km an der Landesgrenze entlang. Beim Höhenpunkt 752,7 m (Grenzstein) verlassen wir die Landesgrenze nach rechts und treffen 150 m weiter auf einen Wegweiser. Rothaarsteig© und Langenbergkammweg K1 biegen im rechten Winkel nach links ab.

Achtung, die Winterberger Hochtour (WHT) folgt jetzt bis Hildfeld dem gelb/schwarzen Rothaarsteiglogo, das zusammen mit H3 den Zugangsweg nach Hildfeld markiert. Der an manchen Stellen tief ausgefahrene Hohlweg wurde jahrhundertelang von den Hildfeldern als Waldweg und Verbindungsweg zum Bahnhof Stryck/Usseln benutzt. Vorbei am Grillplatz Im Grund und an der zeitweise bewirtschafteten Clemensberghütte erreichen wir Hildfeld.

Von Hildfeld aus können wir nach Winterberg mit zum Bus S30 wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Niedersfeld fahren.
 

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Winterberg aus erreichen Sie Niedersfeld mit der Buslinie S40.

Anfahrt

Niedersfeld erreichen Sie von Winterberg aus über die B480.

Parken

Parken können Sie in Niedersfeld kostenlos in der Nähe der Tourist-Information.
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad


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Schwierigkeit
schwer
Strecke
13,1 km
Dauer
3:50h
Aufstieg
474 hm
Abstieg
381 hm
Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch botanische Highlights faunistische Highlights

Statistik

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