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Naturdenkmal

TERRA.tipp: Schwarzkreidegrube Vehrte

Naturdenkmal • Osnabrücker Land
  • Schwarzkreide färbt auch Nasen
    / Schwarzkreide färbt auch Nasen
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Der Bramscher Pluton: Hitze lässt den Anteil reinen Kohlenstoffs in Gesteinen ansteigen (Querschnitt).
    / Der Bramscher Pluton: Hitze lässt den Anteil reinen Kohlenstoffs in Gesteinen ansteigen (Querschnitt).
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Fünf Kilometer unter dem Osnabrücker Land ist vermutlich vor Millionen von Jahren eine riesige Magmablase entstanden (Draufsicht).
    / Fünf Kilometer unter dem Osnabrücker Land ist vermutlich vor Millionen von Jahren eine riesige Magmablase entstanden (Draufsicht).
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Tiefschwarzes Gestein
    / Tiefschwarzes Gestein
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Das ehemalige Fabrikgebäude der „Vehrter Schwarzkreidewerke“ um 1930
    / Das ehemalige Fabrikgebäude der „Vehrter Schwarzkreidewerke“ um 1930
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Übersicht
    / Übersicht
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • Informationstafel
    / Informationstafel
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
Karte / TERRA.tipp: Schwarzkreidegrube Vehrte

Ein Tongestein namens „Schwarzkreide“
In dieser Grube wurde bis in die 60er Jahre die sogenannte „Schwarze Kreide von Vehrte“ abgebaut und in erster Linie für die Farbproduktion genutzt. Getrocknet und zu Pulver gemahlen exportierte man sie unter anderem bis in die USA. Mit Kreide hat dieses tiefschwarze Gestein in Wirklichkeit allerdings nichts zu tun. Eigentlich ist die „Schwarzkreide“ ein Tongestein, das durch einen besonders hohen Gehalt an Kohlenstoff stark abfärbt. Es entstand in der Jura-Zeit, als diese Region von einem flachen Meer bedeckt war. Weil sehr wenig Sauerstoff im Wasser war, bildete sich am Meeresgrund Faulschlamm. Dieser wurde später durch Entwässerung und Zusammenpressen zu Stein. Bei der Umwandlung des Faulschlamms zu Tonstein entstanden ölartige Verbindungen, die man auch Bitumina nennt. Diese Bitumina verwandelten sich durch starke Hitze später in reinen Kohlenstoff. Daher hat das Gestein jetzt seine tiefschwarze Farbe. Doch woher stammte diese starke Hitze?

Dazu gibt es verschiedene Theorien. Viele Hinweise sprechen dafür, dass Magma, also heißes, geschmolzenes Gestein aus der Tiefe für die hohen Temperaturen sorgte. Das Magma stieg nach dieser Vorstellung (in der Kreide-Zeit) aus tieferen Schichten der Erde auf und erstarrte unter dem Norden von Osnabrück in ca. fünf Kilometer Tiefe zu einem riesigen Block. Die Gesteine in der Nähe dieses sogenannten „Bramscher Plutons“ wurden stark erhitzt. Auch der Tonstein hier in Vehrte wurde stark aufgeheizt.

 

Und sonst?

Auf den Spuren der „SchwarzkreideErlebnisRoute“ werden Sie zurückversetzt in die Wendezeit vom 19. ins 20. Jahrhundert. Damals wären Sie hier von Ton- und Schwarzkreidegruben umgeben gewesen und hätten ein Stück Vehrter Bergbau-geschichte „live“ miterlebt. Entlang des 3,5 km langen Rundweges erfahren Sie an 7 Erlebnisstationen, wo und wie der Abbau von Ton und Schwarzkreide seinerzeit erfolgte.

Wer etwas länger auf Schusters Rappen unterwegs sein möchte, dreht eine schöne Runde durch das Wiehengebirge. Der 6,5 km lange Rundweg setzt sich aus einer Schleife des DiVa-Walks sowie dem Rundwanderweg 2 zusammen.

Gleich neben der Schwarzkreidegrube befinden sich die Großsteingräber „Teufels Backofen“ und „Teufels Teigtrog“. Beide Gräber wurden in der Jungsteinzeit vor rund 4.000 Jahren errichtet. Mehr Infos gibt‘s vor Ort. Ein wenig weiter liegt der Süntelstein. Der beeindruckende, fast 4 Meter hohe Findling wurde vor rund 200.000 Jahren mit Gletschern der Saale-Eiszeit von Skandinavien ins Osnabrücker Land transportiert und wahrscheinlich von Menschen in der Jungsteinzeit als Menhir aufgerichtet.

 

Die Sage vom Süntelstein*
Zu jener Zeit hauste der Teufel im Wiehengebirge zwischen Venne und Vehrte – sein Teigtrog und sein Backofen sind hier bis auf den heutigen Tage noch zu sehen. Dem Teufel missfiel es, dass der Christengott ihm zunehmend seine Herrschaft streitig machte und sich in Venne sogar eine Kirche bauen ließ. Um aus Rache die Kirchentür zu versperren, eilte er eines Nachts zum Gattberg und suchte sich im „Steinernen Meer“ den gewaltigsten Felsblock aus. Diesen schnallte er mit einer Kette auf den Rücken und begann, ihn in Richtug Venne zu schleppen. Aber die Last wurde so schwer, dass er sich wegen seiner Verschaufpausen verspätete und von der aufgehenden Sonne überrascht wurde. Die Sonnenstrahlen setzen der Macht des Teufels ein jähes Ende. Wütend rammte er den Felsblock an Ort und Stelle in den Boden und verschwand. Von dem gewaltigen Stoß hat der Felsblock dort, wo die Kette ihn umspannte, Risse bekommen. Es wird gemunkelt, dass sich seit jener Zeit der Stein jeden Morgen um seine eigene Achse dreht, wenn der erste Sonnenstrahl erscheint.

* verändert nach Rickling, M. (2013): Sagenhaftes Osnabrücker Land 

Öffnungszeiten:

geöffnet

Preise:

Umsonst und draußen
outdooractive.com User
Autor
Melanie Schnieders
Aktualisierung: 28.03.2017

Öffentliche Verkehrsmittel

Bushaltestelle Seelhorst

von dort ca. 10 Minuten Fußweg zur Schwarzkreidegrube

Eine Fahrplanauskunft finden Sie unter https://www.vos.info

Parken

Parkmöglichkeit am Schießstand des Schützenvereins Vehrte

Driehauser Straße 25

49191 Vehrte

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Touren hierhin

Typ
Name
Strecke
Dauer
Aufstieg
Abstieg
Radtour
32 km
2:14 Std
222 m
225 m
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TERRA.tipp: Schwarzkreidegrube Vehrte

49191 Belm-Vehrte
Telefon 0541/501 4217 (Info-Tel. TERRA.vita)

Eigenschaften

Ausflugsziel familienfreundlich
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