Wanderung

R 22: Durch Lengerichs Westen

Wanderung · Münsterland
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  • Megalithgrab aus der Jungsteinzeit in Lengerich-Wechte
    / Megalithgrab aus der Jungsteinzeit in Lengerich-Wechte
    Foto: Westfälischer Heimatbund e.V.
m 400 300 200 100 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km

Ein steinzeitliches "Hünengrab", ein mittelalterliches Herrenhaus und mehrere alte Mühlen bilden Attraktionen entlang dieses Rundwanderweges.

leicht
4,3 km
1:06 h
39 hm
39 hm

Mit diesem Wander-Tipp begeben uns an den Fu߀ des Teutoburger Waldes zwischen Tecklenburg und Lengerich. Wir wandern auf einem 4,6 Kilometer langen Rundwanderweg, auf dem wir etliche interessante Stationen ansteuern. Wir orientieren uns diesmal nicht an unserem berühmten X, sondern an einer 2 auf rotem Grund. Und das hat seinen Grund: Dieser Wanderweg wird von der „Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land“, kurz ANTL gepflegt und als Kultur- und Erlebnispfad vor allem für den Herbst empfohlen.

Empfohlener Ausgangspunkt: der Parkplatz der „Akademie Talaue – Gasthof Prigge“, Brochterbecker Stra߀e 60 in der Lengericher Bauerschaft Wechte. Der denkmalgeschtzte Gasthof Prigge ist ein Drei-Sterne-Hotel und hat dem Genie€ßer so einiges zu bieten, was wir nach der Wanderung gerne ausprobieren werden.

Vom Parkplatz gehen wir links über die Brochterbecker Stra€ße um das Gasthaus herum und biegen alsbald nach links in den „Filler Klee“ ein. Wir überqueren die Landstra€ße 591 und gehen direkt auf den Wald zu. Jetzt sind wir schon auf Tecklenburger Gebiet. Im Wald gabelt sich der Weg und wir gehen links. Gehen wir weiter, sehen wir auf den Anh„öhen ein †äu߀erst geheimnisvolles Gebä†ude. Wir sehen die Kapelle von Haus Marck. Und wenn sie im novemberlichen Nebel vor uns auftaucht, spüren wir einen leichten Schauer auf dem Rücken. Es ist eine Familiengrabstä†tte, um die sich auch Legenden ranken. Kein Wunder.

Kurz hinter der Kapelle geht es etwas steil bergab, wir sehen den Mühlenteich, an dem wir entlang gehen und kommen zur alten S†ägemühle. Früher herrschte dort reges Treiben. Die zur Mühle gehö„rige Schankwirtschaft war ein beliebtes Ausflugsziel. Genauso wie der Mühlenteich, der 1905 zur Badeanstalt gekürt wurde. Auch heute ist an der Sägemühle Trubel. Die hervorragend restaurierten und denkmalgeschtzten Wohn- und Wirtschaftsgeb†äude werden als ö„ffentliches Naturschutzzentrum der ANTL (www.antl-ev.de) genutzt, nebenan hat die Biologische Station des Kreises Steinfurt (www.biologische-station-steinfurt.de) ihr Domizil.

Es lohnt ein Blick hinter das Wirtschaftsgebäude. Dort ist vor kurzem erst das neue Mühlrad angebaut worden. Das alte steht im Garten zum Anfassen. Viele Schulklassen und die verschiedenen ANTL-Jugendgruppen beleben die S†ägemühle, es gibt Veranstaltungen, Seminare, Vortr†äge. Und freitags hat der Laden mit seinen Bio-Produkten geö„ffnet.

Wir gehen weiter zur Stra€ße und biegen etwa 80 Meter unterhalb der Bushaltestelle nach rechts ab. Uns erwartet vom h„öchsten Punkt des Weges, der Gausebreede, ein sch„öner Rundblick auf landwirtschaftliche Fl†ächen und auch auf alte Hecken. Hecken wurden früher angepflanzt, um das freilaufende Vieh von den bewirtschafteten Fl†ächen fernzuhalten. Hecken verhindern aber auch Bodenerosionen, die Pflanzen filtern Staub aus der Luft und verdunsten Wasser. Das dichte dornige Gestrüpp bietet vielen Tieren Unterschlupf und rund ums Jahr einen gedeckten Tisch.

Wir biegen links ab auf den Schafweg, überqueren die Landstra€ße und biegen in den schrä†g gegenüberliegenden geschotterten Weg ein. Am Ende dieses Wegs folgen wir der Stra߀e „Am Steinhügelgrab“ nach links und kommen alsbald zur n†ächsten Station. Und die hei€ßt? Richtig. Steinhügelgrab. Es liegt neben dem Wechter Kindergarten (wir sind wieder auf Lengericher Gebiet) und ist teilweise rekonstruiert. Dieses Grab ist umgezogen. Denn es wurde wenige hundert Meter nordö„stlich im jetzigen Verlauf der Landstra€ße gefunden. Da konnte es natürlich nicht bleiben. Es war Teil eines gro€ßen Friedhofs und stammt tats†chlich aus der Bronzezeit. Wir bemühen unsere „lückenhafte Schulbildung“: Die Bronzezeit ist datiert von 2200 bis 800 vor Chr.

Hügelgr†äber sind Einzelbestattungsplä†tze, im Gegensatz zu Megalithgrä†bern, von denen wir gleich noch ein beeindruckendes Exemplar sehen werden. Wenn uns die Ehrfurcht wieder losgelassen hat, gehen wir die Stra€ße „Am Steinhügelgrab“ weiter, überqueren die vielbefahrene Wechter Stra€ße und stehen vor Tellmanns Mühle. Genutzt wurde sie als Getreide- , ևl - und Sä†gemühle. Es war eine k„önigliche Mühle, aber auch eine Zwangsmühle. Damals durfte noch lange nicht jeder mahlen wo er wollte. Neenee. Im Jahr 1756 waren 628 Personen der Tellmanns Mühle zugewiesen. Eine nette Einnahmequelle, fürwahr. Der Mahlzwang wurde übrigens erst 1810 unter franz„sischer Regentschaft wieder gestrichen.

Wir folgen der Stra߀e weiter und biegen an einem unscheinbaren Grasweg, der da hei€ßt „An der Papiermühle“ links ab. Wir stehen vor einem imposanten Megalithgrab. Betreten ausdrücklich erwünscht. Die Tragsteine der Seitenw†ände und den intakten Boden der Grabkammer fand man 1928. Jetzt kann die Ehrfurcht erneut kommen. Dieses Grab, sagen Wissenschaftler, wurde von 3400 bis 2850 vor Chr. von einer b†äuerlichen Gemeinschaft genutzt. Donnerwetter.

Die Menschen jener Zeit, die schon Getreide anbauen konnten, Rinder, Schafe und Schweine hielten und sogar Handel betrieben, glaubten an ein Fortleben nach dem Tode. Darum versorgten sie ihre Toten mit reichen Grabbeigaben. Was wurde bei den Ausgrabungen in Wechte gefunden? Knochen, natürlich. Von etwa 200 Bestattungen. Dazu Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein und Knochen, Reste von 800 Keramikgefä߆€en. Und Schmuck – aus Bernstein, Quarz und Kupfer. Wenn wir das Megalithgrab nach rechts verlassen, kommen wir über die Brochterbecker Stra߀e, vorbei an der kleinen Bodelschwingh-Kirche, zurück zu unserem Startpunkt, Akademie Talaue – Gasthof Prigge. Wir haben einen kleinen Weg durch eine offene Kulturlandschaft hinter uns. Ein Weg mit landschaftstypischen H†äusern, mit der Kapelle und der S†ägemühle, mit zwei vorgeschichtlichen Grabstä†tten, die Zeugnis sind der langen Siedlungsgeschichte dieses Raumes.

Die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land mit Sitz in der beschriebenen S†ägemühle hat drei dieser Erlebnispfade ausgearbeitet und sie in einer handlichen Broschüre zusammengefasst. Wer sich dafür interessiert, kann sie sich für 2,50 Euro plus Porto zusenden lassen: Bahnhofstra߀e 73 in 49545 Tecklenburg, Telefon: 0 54 82 / 92 92 90, E - Mail: antl-ev@t-online.de. Noch eines: Mit vorheriger Anmeldung kö„nnen Sie sich auch auf den Wanderungen begleiten und führen lassen.

Profilbild von Westfälischer Heimatbund e.V.
Autor
Westfälischer Heimatbund e.V.
Aktualisierung: 04.09.2019
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
97 m
Tiefster Punkt
64 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Besuchen Sie unsere Internetseite: www.whb.nrw/wanderwege

Start

Lengerich, Bauernschaft Wechte, Akademie Talaue (66 m)
Koordinaten:
DG
52.206547, 7.795010
GMS
52°12'23.6"N 7°47'42.0"E
UTM
32U 417659 5784695
w3w 
///gegründetes.laufend.eichen

Ziel

Lengerich, Bauernschaft Wechte, Akademie Talaue

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Für Ihre An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen Sie am besten die Internetseite oder App www.bubim.de (= Bus und Bahn im Münsterland). Diese beinhaltet u.a. Fahrpläne, Tarifauskünfte und einen Haltestellenfinder.

Als automatische Fahrplanauskunft steht Ihnen die kostenlose Nummer 0800 350 40 30 zur Verfügung. Eine persönliche Fahrplan- und Tarifauskunft können Sie kostenpflichtig unter 0180 6 50 40 30 anrufen (Festnetz 20ct/Verbindung, mobil max. 60ct./Verbindung).

Die Buslinien 143 oder 245 bis Lengerich (Westf), Prigge fahren direkt zum Startpunkt. Alternativ können die Linien R 45, 140, 146 oder 148 bis Wechte, Kreuzung mit anschließendem Fußweg von gut fünf Minuten genutzt werden.

Anfahrt

Brochterbecker Str. 60, 49525 Lengerich

Koordinaten: 52.206590, 7.794851

Parken

Brochterbecker Str. 60, 49525 Lengerich

Koordinaten: 52.206590, 7.794851

Koordinaten

DG
52.206547, 7.795010
GMS
52°12'23.6"N 7°47'42.0"E
UTM
32U 417659 5784695
w3w 
///gegründetes.laufend.eichen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
4,3 km
Dauer
1:06h
Aufstieg
39 hm
Abstieg
39 hm
Rundtour familienfreundlich kulturell / historisch

Statistik

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