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R 24: Rund um Bevergern - Von Schleusen, Schlössern und schönen Aussichten

Wanderung · Münsterland
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  • Heimathaus in Bevergern
    / Heimathaus in Bevergern
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
  • / Heimathaus in Bevergern
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
  • / Garten am Heimathaus in Bevergern
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
  • / Brücke über die Bever
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
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  • / Nasses Dreieck
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  • / Schleuse bei Bevergern
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
  • / Schloss Surenburg
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
  • / Schloss Surenburg
    Foto: Stefan Herringslack, Westfälischer Heimatbund
m 400 300 200 100 12 10 8 6 4 2 km

Von Schleusen, Schlössern und schönen Aussichten weiß dieser Rundwanderweg in Bevergern und Hörstel zu berichten. Sehen Sie selbst!

leicht
12,3 km
3:35 h
109 hm
109 hm

Wo sich die mü€nsterlndische Parklandschaft und der Teutoburger Wald die Hände reichen – dorthin ziehen wir mit dem Wander-Tipp. Wir erwandern uns Höƒrstel. Besser gesagt die beiden Ortsteile Bevergern und Riesenbeck. Auf knapp zwöƒlf Kilometern haben wir eine Menge Natur, eine Menge Abwechselung, eine Menge Sehensw€ürdigkeiten und natü€rlich eine Menge Spa߄. Wir folgen auf diesem Rundwanderweg dem X 13 und dem X 7 und wir wandern auch ein Stü€ck auf dem Hermannsweg.

Wir suchen uns im 4300-Seelen-Döƒrfchen Bevergern, €übrigens mal Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöƒner werden“ gewesen, einen Parkplatz und gehen zum dortigen Heimathaus. Das machen wir aus zwei Gr€ünden. Zum einen wollen wir uns diese drei eng aneinandergef€ügten Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert näher ansehen, zum anderen suchen wir dort das Wanderwegezeichen X 13, dem wir die nächsten zweieinhalb Kilometer folgen wollen. Wir kƒönnen uns auch das wei„ße „H“ einprägen, denn der Hermannsweg verläuft dort parallel mit dem Hauptwanderweg des Westfälischen Heimatbundes.

Es war 1964, als Prof. Anton Hilckman sein Geburtshaus der damaligen Stadt Bevergern schenkte. Der Pflege des Heimatgedankens solle es dienen, verf€ügte der vorausschauende Mann. Und so kam es auch. Der Heimatverein nahm sich 1966 des Erbes an und machte daraus in jahrelanger Arbeit ein Museum mit Kaufmannshaus, Handwerkerhaus und Ackerb€ürgerhaus. ևffnungszeiten: von März bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen von 14.30 bis 18 Uhr. Das heben wir uns aber fü€r die Rü€ckkehr auf, schlie„ßlich wollen wir wandern. Das tun wir jetzt auch und setzen uns gen Norden Richtung Schleuse in Bewegung.

Hier stehen wir nun am Dortmund-Ems-Kanal. Die Bevergerner Schleusenanlage besteht aus einer gro߄en Schleuse (erbaut 1911/1915) und einer kleinen Schleuse von 1899. Eine Informationstafel an der Besucherplattform klärt weiter auf. Hier nur so viel: Schleusenhöƒhe (Wasserspiegelunterschied) acht Meter, Länge der Schleusenkammer 165 Meter . Wir folgen der Wegemarkierung, biegen also rechts ab und stehen alsbald am „Nassen Dreieck“.

Ein geographisch hochinteressanter Punkt. Hier beginnt der 326 Kilometer lange Mittellandkanal. Er zweigt zu„erst sichtbar vom 265 Kilometer langen Dortmund-Ems-Kanal ab. Hier beginnt aber auch, ebenfalls deutlich sichtbar, mit dem 96 Meter hohen Huckberg der Teutoburger Wald, der erst im ostwestflischen Horn-Bad Meinberg wieder enden will.

Wir gehen noch ein St€ückchen die Huckbergstra„ße im Bogen weiter und ü€berqueren den Mittellandkanal. Nun ist es Zeit, dem Hauptwanderweg X 13, der in die St.-Bernhard-Straße abbiegt, Adieu zu sagen. Wir verlassen uns die nächsten anderthalb Kilometer auf dem 115 Meter hohen Bergeshƒöveder Berg auf die zuverlässige Markierung des Teutoburger-Wald-Vereins, der ja gerade seinen Hermannsweg neu ausgezeichnet hat. Das hei߄t: Bis zur „Schöƒnen Aussicht“ folgen wir dem H.

Kaum ist die erste Anhƒöhe erreicht, gibt es schon Lesefutter in Form eines Gedenksteins: „Hier startete am 15. Mai 1929 der Wiener Robert Kronfeld zum 1. Langstrecken-Segelflug der Welt €über mehr als 100 Kilometer.“ Ernsthaften Recherchen zufolge ist dieser Hinweis mehr als bescheiden. Robert Kronfeld aus Wien soll sogar 164 Kilometer weit gekommen sein.

Wir sind an der „Schöƒnen Aussicht“ angekommen. Der Titel verspricht nicht zu viel: Von hier aus hat man einen bestechend schöƒnen Blick auf Riesenbeck und die M€ünsterländer Bucht. 1926 wurde dieser Aussichtspunkt gebaut und wird auch als „Balkon des M€ünsterlandes“ bezeichnet.

Ein Stü€ckchen weiter, ein knapper Kilometer nur, biegt der Hermannsweg leicht links ab, und der Hauptwanderweg X 7 beginnt dort. Dem folgen wir und sagen: Tschau, lieber Hermannsweg. Kleiner Exkurs: Der X 7 ist mit 62 Kilometern einer der k€ürzesten Wege des WHB und fü€hrt von Riesenbeck €über Mesum, Rheine und Ochtrup nach Gronau. Nachzulesen in der neuen, kostenlosen, 60-seitigen Broschü€re „Wandern – Natur pur auf Schritt und Tritt“.

Wir kraxeln also mit dem X 7 die Teutostra߄e runter ins Dorf Riesenbeck. So riesig ist Riesenbeck nicht, aber mit 6500 Einwohnern immerhin der zweigrö߃„te Ortsteil von Hƒörstel. Es gibt in Riesenbeck die katholische Pfarrkirche St. Kalixtus. Darin kann man die Reinhildis-Grabplatte finden, die kostbarste unter den erhaltenen frü€hmittelalterlichen Bildhauerarbeiten Westfalens. Auf dem Kirchplatz steht der Reinhildisbrunnen und im Oberdorf das Ossenlockdenkmal mit den die Reinhildislegende erzählenden Reliefs. Oh, diese Reinhildis. Was gäbe es darü€ber alles zu erzählen. Fü€hrt hier aber zu weit. Wer die Sage lesen will, sollte sich die Broschüre "Die Reinhildislegende" beim Heimatverein Riesenbeck bestellen. Eines noch: An der Stra„ße „Im Vogelsang“ steht das 1997 vom Heimatverein Riesenbeck eröƒffnete Landmaschinenmuseum. Es ist einen Besuch wert und von April bis Oktober jeweils am ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr geöƒffnet. Und nat€ürlich nach Vereinbarung: Tel.: 05454 / 7119 oder 397.

Es geht mit dem X 7 also ein wenig durchs Dorf, €über die Bevergerner Stra߄e, dem Westring und dem Westringer Wall zum Schloss Surenburg. Es zählt zwar zu den kleineren Wasserburgen Westfalens, soll aber nach Aussage der darauf stolzen Stadt Hƒörstel das bedeutendste weltliche Bauwerk des Tecklenburger Landes sein. Wie dem auch sei: Schloss Surenburg ist unglaublich malerisch. Das liegt nicht nur am Schloss selbst, sondern auch an den hochstämmigen Alleen und dem weitgedehnten Forst, in dem auch exotische Baumarten gedeihen.

Der Herrensitz wurde wahrscheinlich um 1400 gegrü€ndet, aber erst 1474 urkundlich erwähnt. 1786 kam der Landedelmann Carl Heinrich Heereman von Zuydtwyck aus Roermond in den Niederlanden daher, sah, staunte und kaufte. Seine Nachkommen bewohnen den Adelssitz noch heute.

Das Schloss bietet das Bild einer dreifl€ügligen Anlage des 18. Jahrhunderts. Sie resultiert aus einer komplizierten mehrphasigen Baugeschichte. Kurzum: Die Bauarbeiter hatten dort immer kr‚äftig zu werkeln. Der ä‚lteste Teil ist der rechte, östliche Fl€ügel, der ein zweistöckiges Zweiraumhaus mit Kabinetten aus dem 17. Jahrhundert war. Um 1752 entstand der gro…ße französische Garten im Westen. Etwas spä‚ter wurden die Geb‚äude der Vorburg abgerissen, der Graben zur Hauptburg zugeschü€ttet, der Nordflü€gel vergr…ößert und der Westfl€ügel neugebaut. Wo die Vorburg stand, wurde das Renteihaus gebaut, die Wirtschaftsgeb‚äude wurden erheblich umgestaltet. 1850 wurde das Gewä‚chshaus gebaut, 1865 die Schlosskapelle.

Wie so oft, ist auch hier eine Besichtigung des Inneren nicht möglich. Ein Rundgang um die Au…ßengrä‚fte lohnt aber durchaus. Wir sehen den Hausteich und eine Insel, von der Au߅engr‚äfte umschlossen. Den Reiz der Nordseite macht die direkt aus dem Hausteich entsteigende Schlosskapelle aus, dem Heiligen Aloysius gewidmet. Und es fallen die vielen unterschiedlichen Baumarten auf. Sie gehören zu der ehemals umfangreichen Anlage des Französischen Gartens, der spä‚ter im Stil eines Englischen Gartens verä‚ndert wurde. Weiter nach Westen schlie…ßt sich, immer noch von der mit Wasserlilien und Schilf bewachsenen Au…ßengrä‚fte umgeben, der Wirtschaftsgarten an.

Bei Schloss Surenburg verlassen wir nun den Hauptwanderweg X 7, der sich seinen Weg bis Gronau bahnt. Wir nehmen erneut den X 13, der uns immer entlang der Bevergerner Aa bis zum Dechant-Freude-Weg zur€ück nach Bevergern fü€hrt. Wir sind nun wieder da angekommen, wo wir vor einem knappen Dutzend Kilometer gestartet sind. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, empfehlen Sie sie weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns.

Empfohlene Karte: Freizeitkarte NRW Nr. 4 (Mü€nster, Tecklenburger Land) im Ma߄stab 1 : 50.000, herausgegeben vom damaligen Landesvermessungsamt NRW. Es ist nun als „Geobasis“ in der Abteilung 7 der Bezirksregierung Köƒln angesiedelt. Wer weiterhin mit diesen bewährten Wanderkarten losgehen möƒchte, sollte sich ü€ber den ƒörtlichen Buchhandel Restbestände sichern.

Profilbild von Westfälischer Heimatbund e.V.
Autor
Westfälischer Heimatbund e.V.
Aktualisierung: 04.09.2019
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
128 m
Tiefster Punkt
39 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Besuchen Sie unsere Internetseite: www.whb.nrw/wanderwege

Start

Bevergern, Heimathaus (40 m)
Koordinaten:
DG
52.272793, 7.579333
GMS
52°16'22.1"N 7°34'45.6"E
UTM
32U 403066 5792330
w3w 
///treu.klaren.ansah

Ziel

Bevergern, Heimathaus

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Für Ihre An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen Sie am besten die Internetseite oder App www.bubim.de (= Bus und Bahn im Münsterland). Diese beinhaltet u.a. Fahrpläne, Tarifauskünfte und einen Haltestellenfinder.

Als automatische Fahrplanauskunft steht Ihnen die kostenlose Nummer 0800 350 40 30 zur Verfügung. Eine persönliche Fahrplan- und Tarifauskunft können Sie kostenpflichtig unter 0180 6 50 40 30 anrufen (Festnetz 20ct/Verbindung, mobil max. 60ct./Verbindung).

 

Buslinien R 62, R 93, 192, 294 oder T 60 bis Bevergern, Althelmig

Anfahrt

Auf der Burg 3, 48477 Hörstel

Koordinaten: 52.272448, 7.581175

Parken

Auf der Burg 3, 48477 Hörstel

Koordinaten: 52.272448, 7.581175

Koordinaten

DG
52.272793, 7.579333
GMS
52°16'22.1"N 7°34'45.6"E
UTM
32U 403066 5792330
w3w 
///treu.klaren.ansah
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Schwierigkeit
leicht
Strecke
12,3 km
Dauer
3:35 h
Aufstieg
109 hm
Abstieg
109 hm
Rundtour Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch

Statistik

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Funktionen
Karten und Wege
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