Wanderung

TERRA.track: Alfsee

Wanderung · Alfsee
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Natur- und Geopark TERRA.vita Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Blick in das Reservebecken
    / Blick in das Reservebecken
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • / Schafe übernehmen die Landschaftspflege am Alfsee
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • / Ein Silberreiher fliegt auf
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • / Pause für die Kormorane
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
  • / Infotafeln des Storchenpfades am Alfsee
    Foto: Melanie Schnieders, Natur- und Geopark TERRA.vita
m 400 300 200 100 5 4 3 2 1 km
Auf dem TERRA.track Alfsee umrunden wir einmal das Reservebecken Alfhausen-Rieste und haben dabei schöne Ein- und Ausblicke auf die umgebende Landschaft und das Hauptbecken.
leicht
5,3 km
1:20 h
8 hm
8 hm

Bevor die Bagger in den siebziger Jahren die Landschaft im Bereich des heutigen Alfsees für immer veränderten, lagen in diesem Bereich ausgedehnte Feuchtwiesen – durchzogen von Bruchwäldern und dem Wasserlauf der Ueffelner Aue. Allerdings machten häufige Hochwasser der Hase und die damit verbundenen heftigen Überschwemmungen der Niederungsbereiche den Anwohnern immer wieder zu schaffen. Die Lösung: der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Alfhausen-Rieste.

Wie anders sieht das Gebiet heute aus. Eine weite Landschaft mit riesigen Becken umgeben von Dämmen – Küstencharme in der Norddeutschen Tiefebene. Das im Volksmund als „Alfsee“ bekannte Bauwerk hat sich mittlerweile für viele Vögel zu einem Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet von internationaler Bedeutung entwickelt. Insgesamt kommen etwa 94 verschiedene Wasser- und Watvogel-Arten vor.

Der 5,4 km lange TERRA.track Alfsee führt uns zunächst ein Stück am Hauptbecken des Alfsees entlang, bevor wir das Reservebecken auf seinem Damm umrunden. Mit ein bisschen Glück lassen sich verschiedenste Vogelarten beobachten. Deshalb: Fernglas nicht vergessen! Auch ein Vogelbestimmungsbuch kann nicht schaden ... Unbedingt sollten wir bei unserer Wanderung auf den befestigten Dammwegen bleiben und Hunde an der Leine führen. Jedes Verlassen des Weges bringt eine ständige und unnötige Unruhe in die Vogelschar; leinenlose Hunde wüden zudem die Schafherde beunruhigen.

Autorentipp

Besuchen Sie das Naturschutz- und Bildungszentrum Alfsee! Es beherbergt eine 400 m² große, interaktive Ausstellung, die sich an Touristen, Einheimische, Schulklassen sowie Gruppen und Vereine richtet. Hier nimmt ein Schwarm von Wildgänsen die Besucher mit auf die Reise in die spannende Welt der Wasservögel und in die Region des Alfsees. Ein begleitendes umweltpädagogisches Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche. 

Am Bootshafen 2
49597 Rieste
Telefon (05464) 978900-0
info@nbz-alfsee.de
www.nbz-alfsee.de

Profilbild von Melanie Schnieders
Autor
Melanie Schnieders
Aktualisierung: 02.09.2020
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
44 m
Tiefster Punkt
35 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Wanderparkplatz Alfsee, Riester Straße, 49594 Alfhausen (42 m)
Koordinaten:
DG
52.491867, 7.987609
GMS
52°29'30.7"N 7°59'15.4"E
UTM
32U 431263 5816229
w3w 
///haltung.gerste.chemie

Ziel

Wanderparkplatz Alfsee, Riester Straße, 49594 Alfhausen

Wegbeschreibung

Ausgangspunkt für unsere Tour ist der direkt am Stausee gelegene Wanderparkplatz. Von hier aus folgen wir zunächst einem Teil des Storchenpfades am Hauptbecken des Alfsees entlang. Ein erstes Schild des Naturerlebenispfades finden wir unmittelbar auf dem Damm. Von hier geht es los und wir folgen den Signets des TERRA.tracks.

Links von uns liegt nah am Ufer eine kleine Insel. Im Gegensatz zu dem insgesamt kahlen Erscheinungsbild des Hauptbeckens ist sie stark mit Bäumen bewachsen und wirkt wie eine kleine Oase. Die über das Wasser hängenden Zweige bieten vielen Wasservögeln Deckung und Rückzugsmöglichkeiten. Gerne halten sich in ihrem Schutz Stockenten, Blässhühner und Tafelenten auf.

Etwas weiter kommen wir zum sogenannten Ausgleichsbauwerk. Hier, am nördlichen Ende des Hauptbeckens, wird der Wasserstand des Alfsees reguliert. Bei einem Hochwasser wird über den südlich des Stausees gelegenen Zuleiter ein Großteil des Hasewassers in das Becken geleitet. Im Hochwasserfall kann das Hauptbecken ca. 13 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen; im Ernstfall können noch einmal 8 Millionen Kubikmeter zusätzlich im Reservebecken gespeichert werden! Wenn sich die Hochwassersituation entspannt hat, wird das Wasser über einen Ableiter konrolliert in das Reservebecken abgelassen und wieder der Hase zugeführt. Auf dem weiteren Weg lohnt es sich immer mal wieder gen Himmel zu blicken! Lässt sich ein Turmfalke im Rüttelflug beobachten? Vielleicht kreist ein Mäusebussard auf der Nahrungssuche am Himmel? Mit ganz viel Glück sehen wir einen Fischadler, der ab und zu zur Jagd am Alfsee vorbeischaut.

Von hier können wir das gesamte Hauptbecken überblicken. Dem künstlich geschaffenen Stausee fehlen weitgehend die Strukturen eines natürlichen Sees, denn die Hauptaufgabe des Alfsees ist der Hochwasserschutz. Um diese Funktion zu erhalten, ist eine ständige Pflege und Wartung erforderlich. Natürliche Seen hingegen dürfen sich selbstständig in ihrer eigenen Dynamik entwickeln – sie sind sehr vielgestaltig mit einem reichhaltigen Angebot diverser Lebensräume: Mal flache, mal steile Böschungsbereiche, unterschiedliche Wassertiefen, bewachsene und beschattete Uferbereiche, Verlandungszonen sowie eine vielfältige Unterwasserflora sind nur einige Merkmale, die hier am künstlichen Alfsee kaum vorkommen. Allein am Westufer sind durchgehende Röhrichte zu finden.

Wir kehren dem Hauptbecken den Rücken zu und wandern durch eine Unterführung unter der Riester Straße hindurch. Der Wasserlauf, der uns links des Weges begleitet, heißt Ueffelner Aue. Sie entspringt im Südosten der Ankumer Höhen und wird im weiteren Verlauf der Hase zufließen. Auch die Ueffelner Aue ist in diesem Bereich kein natürliches Gewässer mehr. Einst floss sie dort, wo heute Haupt- und Reservebecken liegen. Im Zuge der Bauarbeiten wurde sie verlegt und fließt seither in ihrem künstlichen Bett um die Stauanlage herum.

Wir verlassen den Storchenpfad und begeben uns auf den Damm des Reservebeckens, welches wir nun umrunden. Ein Verlaufen ist ab hier praktisch unmöglich – einfach nur dem Dammweg folgen! Ein Blick nach links und rechts zeigt uns ein kleinräumiges, strukturreiches Mosaik aus Grünlandflächen, kleinen Wäldern und Baumreihen mit typischen Gehölzen wie Eichen, Erlen und Eschen.

Wir erreichen nun das Auslaufbauwerk. Hier fließt das Wasser aus der Speicheranlage heraus und erreicht über den 2,5 km langen Ableiter die Hase. Dieser Abschnitt markiert den ehemaligen Verlauf der Ueffelner Aue. Das Auslaufbauwerk regelt im Bedarfsfall die Stauhöhe im Reservebecken, ähnlich wie das Ausgleichsbauwerk für das Hauptbecken.

Blicken wir ein Stück weiter einmal nach links und nach rechts! Was fällt auf? Die Bewirtschaftungsweisen der Flächen unterscheiden sich stark voneinander. Im Gegensatz zu der auf den umliegenden Nutzflächen betriebenen ordnungsgemäßen, aber intensiven Landwirtschaft erfolgt innerhalb des Reservebeckens eine extensive Bewirtschaftung. Das bedeutet, dass auf Mineraldünger und Pestizide weitgehend verzichtet wird, so dass die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt. Außerdem werden die Flächen erst spät gemäht und beweidet. Die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen ist auf solchen Flächen wesentlich höher.

Weiter auf dem Damm gehend, blicken wir auf die feuchten Weiden des Reservebeckens. Dieses Feuchtgrünland dient einer Vielzahl von Tieren als Lebens- und Nahrungsraum. Immer wieder lassen sich Grau-, Silberreiher und Weißstörche entdecken. Besonders im Winter sammeln sich auf den eingestauten Flächen des Reservebeckens gründelnde Enten und Schwäne sowie zahlreiche Gänse.

Wir folgen weiter der Oberkante des Dammes, bis wir rechts zu einer Beobachtungshütte kommen. Schauen Sie selbst, was es heute zu entdecken gibt!

Wir verlassen das Reservebecken und nehmen den Weg, der den Damm hinunter führt. Bevor wir wieder die Riester Straße unter-queren, gehen wir noch ein letztes Mal über ein Schafgitter. Dieses wirkt wie eine Barriere und verhindert, dass die Schafe ausbüxen. Die Schafe übernehmen am Alfsee als so genannte „Trippelwalze“ die Deichpflege. Sie halten nicht nur durch Verbiss die Vegetation kurz, sondern sorgen durch ihre kleinen Klauen gleichzeitig dafür, dass die Deiche stabilisiert werden, indem sie den Boden verdichten und Wühltiere vertreiben.

Hinter der Brücke biegen wir rechts ab und wandern an einer Hecke entlang. Hecken bieten besonders Singvögeln einen wichtigen Lebensraum. So finden sie hier neben Nahrung Nistmöglichkeiten sowie Schutz vor Witterung und Feinden. Besonders heimische Sträucher wie Weißdorn, Hundsrose und Brombeere stellen im Winter eine wichtige Energiequelle dar. Bleiben Sie kurz stehen und schauen Sie genau hin: Können Sie Meisen, Buchfinken oder Amseln entdecken? Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück und wir erreichen nach einer erlebnisreichen Wanderung unseren Ausgangspunkt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Parken

Wanderparkplatz Alfsee, Riester Straße, 49594 Alfhausen

Koordinaten

DG
52.491867, 7.987609
GMS
52°29'30.7"N 7°59'15.4"E
UTM
32U 431263 5816229
w3w 
///haltung.gerste.chemie
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Die Broschüre TERRA.natura: Reges Treiben und Getümmel zum EU-Vogelschutzgebiet Alfsee kann für 0,50 € Schutzgebühr beim Natur- und Geopark TERRA.vita HIER bestellt werden.


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Schwierigkeit
leicht
Strecke
5,3 km
Dauer
1:20h
Aufstieg
8 hm
Abstieg
8 hm
Rundtour faunistische Highlights

Statistik

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