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Fernwanderweg

Kondor Circuit

(1) Fernwanderweg • Chile
  • Mirador Valle Venado
    / Mirador Valle Venado
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
  • Rio Blanco
    / Rio Blanco
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
  • Aufstieg Descabezado Grande
    / Aufstieg Descabezado Grande
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
  • Am Fusse des Descabezado Grande
    / Am Fusse des Descabezado Grande
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
  • Camp 3
    / Camp 3
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
  • Blick auf Krater Quizapu
    / Blick auf Krater Quizapu
    Foto: Franz Schubert, Trekking Chile
Karte / Kondor Circuit
1000 1500 2000 2500 3000 m km 10 20 30 40 50 60 70 80 90

Einer der grossen Klassiker der Rundwanderungen in Chile führt die 5-8 tägige Trekkingtour zu kaum besuchten Andengebieten.

schwer
97,8 km
29:22 Std
7520 m
7718 m

Der Circuito Los Cóndores ist einer der beeindruckendsten Wanderwege Südamerikas. Neben den großen Wanderungen von Torres del Paine im tiefen Süden Chiles ist dieser trail, der lediglich 250 km südlich von Santiago seine Runde zieht, ein Muss für jeden Wanderer. Auf einer Strecke von 130 km durchstreift der Wanderer dichte Wälder, grüne Täler und einsames Hochland, durchquert glasklare Flüsse, Lavagesteinswüsten, kommt an idyllischen Bergseen und heißen Thermen vorbei, stets mit Blick auf vergletscherte Berge und Vulkane. In einer solchen Landschaftskulisse trifft der Wanderer noch auf wahre Wildnis und absolute Einsamkeit.Der Circuito Los Cóndores ist Teil des Wandernetzes “Huaso Trails” und kann in verschiedenen Etappen erwandert werden. Einige Abschnitte liegen im chilenischen Nationalparks Altos de Lircay in der VII. Region, in der näheren Umgebung von Talca.   

outdooractive.com User
Autor
Franz Schubert
Aktualisierung: 27.12.2016

Rundtour aussichtsreich geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
2684 m
1029 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Führer und Packpferde werden empfohlen, welche vor Ort für wenig Geld gebucht werden können. Die Tour entspricht einer reinen Wildniswanderung, auf der man keinen anderen Wanderern begegnet und erfordert deshalb genaue Planung. Es gibt weder Wegmarkierungen noch Infrastrukturen.

Weitere Infos und Links

Lodge Casa Chueca Toller Ausgangspunkt für die Tour ist die echt schöne Unterkunft in Talca , hier werden auch guides vermittelt, Wanderkarten verkauft  und viele Infos gegeben.

Start

Parkeingang Altos del Lircay (1428 m)
Koordinaten:
Geogr. -35.599722 N -71.043497 E
UTM 19H 314885 6058524

Ziel

Parkeingang Altos del Lircay

Wegbeschreibung

Tag 1 (8 Stunden)

Länge: 23,4 km

Startpunkt: Hotel Viejo in Alto Vilches (1.200 Höhenmeter)

Tagesziel: Valle el Venado (1.173 m)  

Der erste Tag der Wanderung führt durch dichte Wälder über den Mirador, durch die Schlucht des Río Claro bis zum Valle el Venado.  

Vom Hotel Viejo bis zum Parkeingang des Nationalparkes Altos de Lircay sind es etwa 3 km. Im Büro der chilenischen Forstbehörde CONAF meldet man sich an und erhält hilfreiche Informationen zu Wetter- und Weggegebenheiten. Nach etwa 1 km erreichen wir den Campingplatz sowie den Abzweig Rio Lircay / Enladrillado, Laguna Alta. Wir biegen rechts Richtung Enladrillado ein und wandern so auf dem Sendero de Chile. Nach einem Aufstieg von etwa 3 km erreichen wir einen Wasserlauf und schöne Camp- wie Rastmöglichkeiten. Am folgenden Abzweig gehen wir rechts Richtung Enladrillado und Laguna Alta. Schon hier haben wir einen schönen Blick ins Tal. Umgeben von Coigue-Riesen befinden wir uns auf dem „Sendero Villcun“, was in Mapudungun „große Echsen“ bedeutet. Wenn man aufmerksam ist, kann man die ein oder andere entdecken.  

Bis 8 km Wegstrecke laufen wir auf einer 4WD-Strecke, welche dann in einen schmalen Waldweg übergeht. Auf 10,5 km bietet sich eine schöne Camp- und Rastmöglichkeit der Conaf im Lenga- und Roblewald. Kurz darauf erreichen wir eine weitere Abzweigmöglichkeit zum Enladrillado (4 km) und zur Laguna Alta (6,5 km) nach rechts. Wir jedoch halten uns links in nördlicher Richtung bergauf und wandern durch ein lichtes Nirré-Wäldchen, wodurch sich uns der Blick auf die Berge öffnet. Nach ca. 11 km erreichen wir das Schild „Valle el Venado“, unser noch 9,5 km entferntes Tagesziel, dem wir nach rechts folgen. Nach 13 km und etwa 4-stündiger Wanderung erreichen wir den Aussichtspunkt Mirador (1.800 m), wo wir  mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Andental mit dem Vulkan Descabezado und der Schlucht des Río Claro belohnt werden.  

Nun folgt ein zum Teil sehr steiler Abstieg von 700 Höhenmetern. Ein leicht erkennbarer Pfad führt in Serpentinen in die Río Claro-Schlucht hinunter. Auf 18 km und einer Höhe von 1140 m angelangt, verlassen wir den Wald und haben einen weiten Blick auf das von hohen Bergen umgebene Flusstal. Wir halten uns rechts. Bald darauf erreichen wir die Abzweigmöglichkeit zum 300 m entfernten Wasserfall „Velo de la Novia“ (Brautschleier). Unser Weg führt uns weiter Richtung Valle el Venado. Auf dem Weg ins Flusstal wandern wir entlang von Andenzypressen bis wir auf riesige Klippen aus Säulenbasalt treffen. Dem Fluss folgen wir stromabwärts und queren ihn, um dem nächsten Tal, das des Río Blanquillo, in östliche Richtung zu folgen. Der Fluss hat von Jahr zu Jahr anderen Flusslauf und trägt in Abhängigkeit von Wetter und Jahreszeit unterschiedliche Wassermengen. In weiterer Ferne ist ein Lavafeld zu erkennen. Wahlweise führt ein Weg am Ufer entlang, Wegmarkierungen sind teilweise durch Schilder und kleine Steintürmchen vorgegeben.  

Nach 21 km weist uns ein Schild den Weg bergauf Richtung Norden oberhalb des Flusses Arroyo Los Picudos. Das Rauschen des Flusses und Wasserfalls sowie der Blick auf Lavafelder und das Flusstal begleiten uns. Auf 1.100 m und bei 22,5 km passieren wir über eine Brücke den Fluss und blicken in eine tiefe Schlucht hinab. Schließlich erreichen wir nach einem weiteren Kilometer durch Hagebutten- und Brombeersträuche das Refúgio im Valle el Venado, welches sich noch im Bau befindet. Hinter dem Refugio lässt es sich am Fluss mit grandiosem Blick auf das Andental schön campen. Obstbäume sowie mit Brombeeren und Hagebutten überwucherten einstigen Äcker weisen hier auf eine längere Besiedelung hin. Heute gehört dieser Teil zum Naturreservat Altos de Lircay.  
 
 

Tag 2 (7-8 Stunden)

Länge: 11 km (bis Thermen) oder 16 km (bis Descabezado)

Startpunkt: Valle el Venado (1.173 Höhenmeter)

Tagesziel: wahlweise Aguas Termales de Río Blanquillo (1.886 m) oder Camp am Fuße des Vulkans (2.478 m)  

Auf dem Weg zum Descabezado Grande laufen wir durch tiefe, von hohen Felsklippen und erkalteten Lavaströmen gebildeten Schluchten. Bald gelangen wir zur Laguna Blanquillo, in der sich der Descabezado spiegelt. Die Aguas Termales laden zu einem erholsamen Bad ein bis es weiter durch die Bimsgesteinwüste zum Fuße des Descabezado geht.  

Ausgehend vom Refugio im Valle el Venado führt uns unser Weg hinauf in das Tal des Río Blanquillo. Zunächst geht es steil bergauf durch einen Lenga- und Roblewald, wobei wir uns immer westlich des erkalteten Lavafeldes im Blanquillo-Tal halten und Richtung Nord-Ost zur Laguna el Blanquillo/ Volcán Descabezado gehen. Ein Blick zurück verspricht einen großartigen Ausblick auf das breite Flusstal mit Bergpanorama. Nach 2 km Strecke erreichen wir auf einer Höhe von 1.500 m einen schluchtartigen Weg, wobei sich links von uns Basaltgestein und rechts Lavageröll erstreckt. Hohe Felstürme aus Basaltgestein bieten ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch moos- oder schneebedecktes Gestein.  

Nach 7 km Wegstrecke auf 1.834 m erstreckt sich vor uns die Laguna Blanquillo (1.815 m). Der glasklare Bergsee Blanquillo bietet hervorragende Campmöglichkeiten und einen atemberaubenden Ausblick auf den Descabezado. Unser Weg führt uns rechts an der Lagune vorbei. Nach drei Flussüberquerungen des Río Blanquillo wandern wir über Bimsgestein und alte Lavaasche Richtung Osten. Die Landschaft wird nun karger; vielfarbiges vulkanisches Gestein bestimmt das Bild. Nach einem weiteren kleinen Anstieg erblicken wir ein weites Weideland, umgeben von einem Vulkanpanorama des Descabezado und Cerro Azul. Wir folgen einem kleinen Bachlauf bis uns grüne Wiesen thermische Gewässer ankündigen. Die etwa 29 Grad warmen Quellen auf 1.881 m Höhe laden zu einem herrlichen Päuschen ein und bieten zudem einen optimalen Campplatz mit Blick auf den Descabezado.  

Vorsicht ist geboten bei der Entnahme von Trinkwasser. Die Frischwasserquelle in der Nähe des Steinhäuschen vom cuidador zum Trinkwasserauffüllen nutzen, da das Wasser aus den Thermen zu schwefelhaltig ist. Wenn man sich für den Aufstieg auf den Descabezdo entschließt, sollte man mindestens fünf Liter pro Person und Tag mitnehmen, da nach den heißen Thermen nicht mehr mit Trinkwasser gerechnet werden kann.  

Der im Steinhäuschen bei den Thermen lebende cuidador kann hilfreiche Informationen bezüglich des Aufstiegs geben. Nach einer entspannenden Pause in den Thermen geht es noch 5 km / 600 Höhenmeter weiter hinauf, um möglichst nahe am Berg zu campen und Höhenmeter am Gipfeltag zu sparen. Wir folgen dem meist gut erkennbaren Weg hinter den Thermen in östlicher Richtung nach oben. Das Wandern durch Bimsgestein ist sehr beschwerlich, allerdings bietet es einen hell leuchtenden Anblick der Berghänge, die durch ihre fast weiße Farbe auch mit Schnee verkannt werden könnten. Auf 2.478 m am Fuße des Vulkans können wir etwas windgeschützt inmitten einer beeindruckenden Aschenwüstelandschaft unser Camp aufschlagen - unser Ziel für morgen genau im Blick.  
 
 

Tag 3 (8-9 Stunden)

Länge: 5 km Aufstieg bis zum Gipfel sowie 5 km vom Camp zurück zu den Thermen (insges. 15 km)

Startpunkt: Camp am Fuße des Descabezado (2.478 m)

Tagesziel: Vulkanbesteigung (3.953 m) und Campen bei den Aguas Termales de Río Blanquillo (1.886 m)  

Der Descabezado Grande, auf Deutsch der "Große Geköpfte", ist bereits von weitem als wahrhaft kopfloser Vulkan zu erkennen. Mit einer Basis von 10 bis 12 Kilometern Länge und einem Kraterdurchmesser von 1,5 km ist er ein wahrlich ein imposanter Vertreter seiner Art. Am 10. April 1932 verteilte der Nebenkrater Quizapu, welcher vom Gipfel aus gut zu sehen ist, mit einer gewaltigen Eruption 25.000.000 Kubikmeter vulkanisches Material in der Gegend; sein Ascheregen reichte bis nach Südafrika. Abhängig von der Jahreszeit und Bedingungen wird für diesen Aufstieg spezielle Ausrüstung wie Eispickel und Steigeisen benötigt.  

Nur mit der Bergausrüstung geht es zunächst den Hang des Vulkans hinauf in östlicher Richtung zum Sattel zwischen Cerro Azul und Descabezado. Den Vulkan besteigen wir von seiner Südseite her. Bis zum felsigen Teil des Vulkans gestaltet sich der Aufstieg recht anstrengend aufgrund des tiefen, oft lockeren Bimsgesteins. Der felsige Teil des Aufstiegs bildet eine Verschneidung, die sich wie ein rotes Band durch das poröse Vulkangestein zieht. Sie ist ohne Schwierigkeiten zu bewältigen.  

Nach der Verschneidung gehen wir noch einmal durch Bimsgesteinsfeld bis wir über einen steilen Schotterhang zum Kraterrand gelangen. Auf dem Gipfel bietet sich uns eine Aussicht wie eine gigantische Fototapete aus vergletscherten Bergen und Vulkanen der Zentralanden. Der riesige Kraterschlund des Descabezado erstreckt sich über 1,5 km und ist voll bizarrer hoch aufragender Eiszapfen, dem sogenannten Büßer-Eis. Von hier oben hat man einen einzigartigen Blick auf den Nebenkrater Quizapu, welcher im April 1932 seinen gewaltigen Ausbruch hatte.

Noch am gleichen Tag kehren wir zurück zu den guten Zeltplätzen neben den heißen Quellen, wo es auch wieder Wasser gibt.  
 

Tag 4 (8 Stunden)

Länge: 17 km

Startpunkt: Aguas Termales de Río Blanquillo (1.886 m)

Tagesziel: Camp am Fluss Estero Volcán (2.230 m)  

Der heutige Tag ist geprägt von unzähligen Tälern und Kilometern auf Bimsgestein. An den Flussläufen zeigen uns grüne Oasen bewachsen von bunten Wiesenblumen einen Lichtblick inmitten der gleißenden Bimswüste.   

Den Descabezado hinter uns lassend, gehen wir von den heißen Quellen nordöstlich durch eine endlos erscheinende Bimsgestein- und Aschewüste. Nach 1,5 km erstrecken sich drei Täler vor uns, wobei wir dem mittleren Tal Richtung Norden folgen. Links von uns werden wir vom Flussrauschen begleitet. Entlang des Flusses bieten frisches Grün und leuchtende Wiesenblumen einen Farbglanz in der kargen Bimsgesteinswüste. Nach 3,5 km Wegstrecke wandern wir bergauf Richtung Nord-Osten auf ein höher gelegenes Tal. Wir orientieren uns weiter nach Norden bergauf. Es erscheinen immer wieder neue Horizonte vor uns, die jedes Mal aufs neue Spannung versprechen, welcher neue Höhepunkt sich dahinter verbirgt.  

Nach 6 km befinden wir uns auf einer Höhe von 2.220 m; vor uns werden die schneebedeckten Zacken des La Palizada (2.752 m) sichtbar. Wir halten uns Richtung Norden und steigen immer höher bis auf 2.390 m (nach 9 km). Wasserläufe mit größeren und kleineren Kateraten strömen von den Bergen ins Tal. Die Flussläufe nähren kleine Oasen von sattem grün und Wiesenblumen von allerlei Farbe und Form und laden zum Rasten ein. Am oberen Ende des Flusstales besteht die Möglichkeit den Weg in westliche Richtung um zwei Tage zu verkürzen, indem man direkt zum Valle del Indio über die Laguna Manantial Pelado geht, welche sich direkt vor dem Gipfel des gleichnamigen Berges (3.046 m) in die Anden bettet. Bei hohen Schneemengen sollte dieser Weg auf jeden Fall genommen werden. Unser Weg führt uns weiter Richtung Nord-Osten bergauf durch die Bimssteinwüste.  

Nach 10,5 km auf 2.500 m sehen wir uns umringt von einem Amphitheater aus Berggipfeln. Wir folgen dem Weg weiter Richtung Ost durch Bimsgestein und Schnee bis auf 2.661 m. Bei 13 km auf einer Höhe von 2.680 m, dem höchsten Punkt der heutigen Wanderung, befindet sich ein Abzweig Richtung Osten zum Descabezado Chico; etwa 6 Stunden Weg.

Dem Tal des Río Estero Volcán folgend gehen wir bergab und verlassen in nördlicher Richtung die Hochlandwüste mit einem einzigartigen Blick auf den vergletscherten Cerro Azufre. Auf einer Höhe von 2.555 m nach 14 km gibt es eine schöne Campmöglichkeit mit schönem Rundumblick. Wir laufen auf der östlichen Seite des Tales Richtung Norden bis wir nach weiteren 3 km unser idyllisch gelegenes Camp auf 2.230 m am Río Volcán erreichen.      

__________________________________________  

Tag 5 (6 Stunden)

Länge: 10 km

Startpunkt:   Camp am Fluss Estero Volcán (2.230 m)

Tagesziel: Laguna Mondaca (1.463 m)  

Am Ufer des Estero Volcán besuchen wir Thermalquellen. Von dort aus führt unsere heutige Tour zur Laguna Mondaca, ein Bergsee inmitten der Anden oberhalb der Baumgrenze und Quelle des Río Lontué.  

Etwa 1 km oberhalb des Camps wird der Fluss überquert, um auf die Westseite des Tales zu gelangen. Je nach Jahreszeit kann man über Schneebrücken den Fluss überqueren. Wir folgen dem Weg Richtung Nord-West zu den auf 2.018 m gelegenen Thermalquellen, welche wir nach 3 km erreichen. Die gelb bis rot gefärbten Felswände und der zunehmende Schwefelgeruch weisen uns schon von weitem den Weg zu den Thermen, welche jedoch aufgrund des starken Schwefelgeruchs nicht als Campplatz zu empfehlen sind. Jedoch als Rastplätzchen laden sie zu einem kleinen Badevergnügen in drei Becken mit unterschiedlichen Temperaturen ein. Zum Teil kann man aus dem Boden sprudelndes kochendes Wasser beobachten.  

Von den Thermen aus gibt es wieder eine Möglichkeit auf direktem Weg zum Valle del Indio zu gelangen. Unsere Tour führt uns jedoch weiter zur Laguna Mondaca Richtung Norden. Nach einem Kilometer bietet sich eine schöne Campmöglichkeit nordwestlich oberhalb der Thermen mit Blick auf rot bis grün gefärbte Berge. Weiter Richtung Nord-Westen folgt ein steiler Abstieg auf 1.750 m mit herrlicher Aussicht auf das ausgespülte Flusstal. Beim Erwandern des Tales muss man mehrmals Flüsse durchqueren, die je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen unterschiedliche Läufe und Wasserstände haben. Da durch diese Gegend das Jahr über fast niemand kommt, muss man seinen Weg Richtung Nord-Westen durch das Tal finden. An der Stelle, von wir die Laguna Mondaca türkisblau leuchten sehen, halten wir uns nordöstlich. Wir steigen bis auf 1.463 m ab und erreichen die Laguna Mondaca, welche einen hervorragenden Campplatz bietet.      
 
 
 

Tag 6 (8-9 Stunden)

Länge: 23 km

Startpunkt:   Laguna Mondaca (1.463 m)

Tagesziel: Valle del Indio (1.900 m)  

Den türkisblauen Bergsee Mondaca hinter uns lassend steigen wir in immer größere Höhen auf Pässe, von wo aus wir atemberaubende Ausblicke auf Berge und Täler des Andentals genießen. Vorbei an der Laguna Las Animas wandern wir bergab zum Valle del Indio und erfreuen uns an einem Camport auf weichem Gras zwischen Nirrébäumen.  

Nach einem etwas kürzeren Tag folgt nun ein harter Abschnitt des Weges. Die ersten 2 km der heutigen Wegstrecke führen uns hinauf in die 200 Höhenmeter gelegene Ebene, welche uns den Blick auf die gestrige Tour öffnet. Wir halten uns Richtung Westen, wo ein steiler Aufstieg vor uns liegt. Von weitem lässt sich der steile Serpentinenpfad erkennen. Aufgrund des lockeren Sandbodens ist der Aufstieg auf 1.940 m (nach 5,5 km) recht beschwerlich, aber lohnenswert, bietet er eine einzigartige Aussicht auf die türkisblaue Lagune, welche von Kateraten gespeist wird. Die Sicht verspricht noch besser zu werden, denn es geht höher weiter entlang des Passes bergauf.

Unterhalb des Passes erblicken wir das erste grün des Tages und wunderschöne Wiesenblumen inmitten der Bergkulisse. Mit 2.553 m nach 7,5 km haben wir den höchsten Punkt der heutigen Wanderung und den Pass erreicht, vor uns der Cerro Las Animas (2.665 m). Wer jetzt noch Lust auf eines weiteres Gipfelchen hat, kann noch die letzten Meter bis zum Gipfel auf sich nehmen. An dieser Stelle trifft auch der Weg, der direkt von den Thermalquellen abzweigt wieder auf den Kondor-Circuit, wenn man die Laguna Mondaca auslässt. Nach einem kleineren Abstieg bietet sich eine Campmöglichkeit (2.454 m) an einem Wasserlauf mit Blick auf den Cerro Las Animas. Wir wandern vom Pass aus weiter Richtung West durch steiniges Gelände und vor uns erblicken wir ein grünes Tal, die Küstenkordillere und schließlich die Laguna Las Animas (nach 11 km). Der türkisblaue Bergsee auf 2.274 m ist ein ehemaliger Kraterschlund, im Volksmund unter Laguna El Torro bekannt. Die Lagune bietet einen schönen Rast- und Campplatz. In der Ferne ist der Wasserfall Salto El Torro, der Stier, zu sehen, der unter lautem Getöse ins Tal stürzt. Unser Weg führt uns westlich über einen weiteren Pass bis wir zu einem Abzweig gelangen, der sich an einer kleinen „Animita“ befindet, ein kleiner Schrein der einer hier verbliebenen Seele gedenkt. Wir halten uns Richtung Westen leicht bergan bis sich uns der Blick auf das Valle del Indio unterhalb von uns und den Pico Azul zu unserer Linken eröffnet.  

Auf 2.264 m beginnt nun der lange und durch steiniges Gelände teilweise beschwerliche Abstieg ins Valle del Indio. Nach 18 km erreichen wir den Abzweig zum Naturreservat Siete Tazas, welcher Teil des Sendero de Chile ist. Ein Refugio befindet sich 40 min. von diesem Abzweig. Von der Parkverwaltung im Parque Inglés aus kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln die nächste Stadt Molina erreicht und damit die Wanderung um zwei Tage verkürzt werden.

Wir durchqueren das Valle del Indio Richtung Süd, indem wir ein Nirréwäldchen durchwandern, welches sich wie ein Irrgarten zusammenzufügen scheinen. Nischen, Bachläufe und kleine Wiesen im Nirréwald bieten viele Möglichkeiten zum Campen mitten im Valle del Indio.  
 
 

Tag 7 (6-7 Stunden)

Länge: 15 km

Startpunkt: Valle del Indio (1.900 m)

Tagesziel: Cordon del Guamparo (1.750 m)  

An diesem Tag scheint sich der gesamte Kondor-Circuit zu schließen. Von den Hochlagen werden die einzelnen Abschnitte sichtbar und zurückgelegte Strecke deutlich. Weit über uns wachen noch immer die Kondore, die uns bis hierher begleiteten. Besonders im chilenischen Herbst leuchtet das ganze Tal Los Troncos in grellem Rot und ist eine wahre Augenweide.  

Wir laufen weiter durch das Valle del Indio, um auf die süd-westliche Seite des Tales zu gelangen, wo sich ein Roblewald befindet. Der Südbuchenwald erinnert stark an deutsche Wälder. An dieser Stelle sollte am Flusslauf genügend Wasser für den Tag und das Abendessen aufgefüllt werden, da es unterwegs und am heutigen Campplatz kein Trinkwasser gibt. Ein schöner Weg durch den Roblewald führt südwestlich bergauf auf den 2.050 m hohen Pass, von wo aus das gesamte Valle del Indio und der Descabezado sichtbar werden. Wir steigen weiter bergauf entlang eines Berggrades (2.175 m nach 7,5 km) des Guamparo Gebirgszuges. Linkerhand sehen wir den Descabezado mit Pico Azul, vor uns Vilches mit Enladrillado und dem Mirador sowie rechterhand den weiteren Weg des Tages. Mit 2.214 m erreichen wir den höchsten Punkt des Tages mit einer spektakulären Aussicht. Unser Weg schlengelt sich durch lose Gesteinstrümmer bis wir zu einem Gegenanstieg kommen. An dieser Stelle auf 2.013 m (12,5 km) gibt eine Abzweigmöglichkeit zum Cerro Picazo Richtung Süd-Ost. Wir jedoch steigen an der süd-westlichen Seite des Plateaus ab mit dem Descabezado im Rücken. Ein stufenartiger Fels aus Basaltgestein wird sichtbar und scheint wie ein Amphitheater über das Tal zu thronen. Der Weg führt weiter ins Tal Los troncos hinab bis wir linkerhand einen Roble- und Lengawald erreichen. Die sonnengegerbten aus dem Wald leuchtenden Totholzstämme wirken mystisch im grünen Tal, welches vorallem als Weidefläche für Rinder genutzt wird, und dadurch das Wasser nicht trinkbar ist. Nach 15 km errichten wir unser Camp auf 1.750 m.  
 
 

Tag 8 (4 Stunden)

Länge: 10,5 km

Startpunkt: Cordon del Guamparo (1.750 m)

Tagesziel: Vilches (1.200 m)  

Mit dem heutigen Tag schließen wir unseren Marsch durch die Anden und freuen uns über riesige Bäume sowie Vegetationsreichtum entlang der Flüsse. Den Abschluss unserer Wanderung begehen wir bei Don Tito in Vilches Alto, der uns mit einer Erfrischung und einem netten Schwätzchen wieder in die Zivilisation zurückbringt.     

Wir gehen südlich das Tal bergab. Auf einer Höhe von 1.521 m (6 km Wegstrecke) erreichen wir einen beeindruckenden Lenga-Wald. Das Gelände ist beschwerlich, da durch Bodenerosion der Weg unterspült wurde. Im Jahre 1979 wurde dieser Fahrweg angelegt, um eine Skianlage in den Bergen zu  bauen. Die Skipiste war lediglich 1 Jahr in Benutzung, als man feststellte, dass es zu wenig Schnee für einen ökonomischen Skibetrieb in der Region gibt.  

Dem Weg bergab folgend, erreichen wir einen magisch erscheinenden Wald mit Coigue-Giganten und roten Arrayan-Bäumen (1.350 m). Nach 9 km erreichen wir den Fluss Lircay, an dem es eine schöne Rast- und Campmöglichkeit gibt. Dieser Ort ist unter Einheimischen unter „Sillahur“ bekannt und als lokaler Treffpunkt beliebt. Nach der Flussquerung müssen wir ein letztes Mal ca. 150 Höhenmeter aufsteigen bis wir den Abzweig Rio Lircay / Enladrillado erreichen. Wir setzen unseren Weg geradeaus bis zum Hotel Viejo über das Conaf-Büro  fort, dem Start- und Endpunkt unserer Wanderung.      

Anfahrt

Täglich bedienen öffentliche Busse die Strecke Talca – Vilches – Talca. Am besten steigt man am Hotel Viejo in Alto Vilches aus. Von dort sind es etwa 3 km bis zum Parkeingang „Altos de Lircay“. 

Koordinaten

Geogr.:-35.599722 N -71.043497 E
UTM:19H 314885 6058524
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Karte kann online bestellt werden über http://www.trekkingchile.com/DE/bk-karten-chile-01.php

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Juan Pablo Barceló
05.10.2015
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Schwierigkeit
schwer
Strecke
97,8 km
Dauer
29:22 Std
Aufstieg
7520 m
Abstieg
7718 m
Rundtour aussichtsreich geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights

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